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Griechenland-Anleihen: Bonds-Tausch für Griechen wird wahrscheinlicher

Die Bundesregierung will den Vorschlag für einen Tausch von „alten“ Griechenland-Anleihen in neue, länger laufende Bonds wieder auf den Tisch legen.

Obwohl der Bond-Tausch für Griechenland bei den Ratingagenturen nicht auf Gegenliebe gestoßen ist, will die Bundesregierung den Vorschlag erneut auf den Tisch legen. Quelle: dpa
Obwohl der Bond-Tausch für Griechenland bei den Ratingagenturen nicht auf Gegenliebe gestoßen ist, will die Bundesregierung den Vorschlag erneut auf den Tisch legen. Quelle: dpa

BerlinDie Bundesregierung will sich den Weg zur Beteiligung privater Gläubiger an neuen Hilfen für Griechenland nicht von den Ratingagenturen diktieren lassen. Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen kündigte am Mittwoch in einem Interview von Reuters Insider TV an, die Regierung werde ihren Vorschlag für einen Tausch von „alten“ Griechenland-Anleihen in neue, länger laufende Bonds wieder auf den Tisch legen. Der hatte bei den Ratingagenturen keine Gnade gefunden. Da von dieser Seite inzwischen signalisiert wurde, dass auch das französische Modell zur Verlängerung von Griechenland-Engagements zu schlechteren Bewertungen führen dürfte, sollten alle Optionen wieder geprüft werden. Zur Macht der Ratingagenturen sagte Asmussen: „Ein bisschen mehr Wettbewerb auf diesem Markt täte schon sehr gut.“ Ein substanzieller, quantifizierbarer Beitrag von Banken und Versicherungen zu neuen Hilfen für Griechenland auf freiwilliger Basis sei für die Bundesregierung weiter „ein klares Muss“, betonte Asmussen. Es müsse ein Weg dafür gefunden werden, der die negativen Auswirkungen auf die Finanzmärkte möglichst gering hält, andererseits aber auch Griechenland nütze. Die Beteiligten hätten nun erst einmal über den Sommer Zeit, die verschiedenen Optionen zum Privatsektor-Beitrag zu diskutieren.

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Für Griechenland läuft hingegen die Uhr. Die Regierung in Athen müsse die zugesagten Anpassungen schnell umsetzen: „Es gibt ein ernstes Umsetzungsrisiko für das Programm“, warnte Asmussen. Bis zur Entscheidung über ein neues Hilfspaket für Griechenland im September müsse die Regierung des Landes etwas vorweisen, etwa bei der Forcierung von Privatisierungsvorhaben. „Das muss umgehend passieren“, drängte Asmussen. „Es ist nicht an der Zeit für griechische Behörden, jetzt in Urlaub zu gehen.“ Halte sich das Land an seine Zusagen, könne es „auf die volle Unterstützung von Deutschland“ zählen.

Der genaue Weg, wie der Privatsektor an neuen Hilfen für das südeuropäische Land beteiligt werden soll, erscheint offener denn je. „Das Modell für die Einbeziehung des Privatsektors, das ja von französischen Banken, nicht der französischen Regierung entwickelt wurde, ist nach wie vor eine gute Basis für die Arbeit“, erläuterte der Finanzstaatssekretär. Dazu werde am Mittwoch auch in Paris beraten: „Das Modell hat sicher Vorteile von der Seite, dass es klare Anreize für Finanzmarktteilnehmer setzt, sich an der freiwilligen Einbeziehung zu beteiligen.“ Es blieben aber Fragezeichen: „Sind diese Anreize vielleicht zu großzügig?“ Wenn es für Griechenland zu teuer werde, diese Hilfe zu beanspruchen, könnte das der Schuldentragfähigkeit schaden. Daher müsse an Modalitäten des Modells gearbeitet werden, „ganz vornweg den Zinssätzen“.

Wenn aber auch dieses Modell bei Ratingagenturen einen sogenannten „Rating-Event“, also eine erneute Bonitätsherabstufung auslöse, dann sollte auch wieder über andere Optionen gesprochen werden, sagte Asmussen. „Wir werden die Idee eines Bond-Tausches sicher noch mal nach vorne bringen“, kündigte er an. Auch für dieses Modell hatten Ratingagenturen einen Bonitätsabwertung signalisiert. Wenn also ein „Rating-Event“ unvermeidbar sein sollte, egal welches Modell man verfolge, müsse es darum gehen, dies „auf einen sehr kurzen Zeitraum“ zu begrenzen.

Weiterhin bleibt es aber das Ziel der Regierung, ein Kreditereignis, also die Feststellung der Zahlungsunfähigkeit, zu vermeiden. Das gelte insbesondere mit Blick auf Risiken, die von sogenannten CDS, Kreditausfallversicherungen, ausgehen. Zwar sei deren Volumen bezogen auf Griechenland mit vier bis fünf Milliarden Euro „relativ begrenzt“, sagte Asmussen. Doch wo und wer diese CDS gekauft habe, wo sie lägen, sei unklar. Von daher blieben nicht zu vernachlässigende systemische Risiken, die bei einem „Kreditereignis“ zutage treten würden.

 

  • 07.07.2011, 18:30 UhrAnonymer Benutzer: Bruno

    Vertrag ist Vertrag! Bei fällig werdenden Staatsanleihen liegt das Geld bei Fälligkeit auf dem Tisch. Alles andere ist Kreditausfall. Wer "freiwillig" will, kann weiter investieren oder sich auch von seinem Geld "Schokoküsse" kaufen. Herr Asmussen ist wohl ein wenig weltfremd. Hierzu passt auch die Schelte der Politiker auf die Ratingagenturen.
    Schrott bleibt Schrott! Dieses können auch die "Schönschwätzer" nicht "vernebeln"!

  • 06.07.2011, 17:00 Uhrk.h.a.

    Der verbohrte Soz Asmussen kann nicht begreifen, daß weder er noch die deutsche Regierung so wichtig sind, wie sie es gern hätten.

    Das gilt um so mehr, als der Rest der Welt nicht bereit ist, ihre verbohrten Vorstellungen eigener Bedeutung hinzunehmen.

    Diese unsachlich betriebene Panik vor angeblichen Systemrisiken - da hat er mal was gehört - soll dazu dienen, den unausgegorenen Blödsinn aus Berlin salonfähig zu machen. Im eigenen Volk und draußen. Dort weiß man es jedoch besser.

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