Anleihen

Diskussion: Kommentare zu: „Ich bin gegen Euro-Bonds“

Karikatur eines Community-Trolls

Liebe Leserinnen und Leser,

kennen Sie Trolle? Das sind Unholde, die nichts Gutes im Schilde führen. Internet-Trolle gibt es auch. Das sind solche, die „Beiträge verfassen und sich darin auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken“, heißt es in den einschlägigen Definitionen. Solche Provokationen würgen eine Diskussion ab. Internet-Trolle sind also Menschen, die wir in unserer Handelsblatt-Online-Community nicht brauchen. Was wir gut finden, sind Kommentatoren. Gerne solche, die auf den Punkt kommen - von uns aus kurz und schmerzhaft.
Am meisten freuen wir uns, wenn Sie zu Ihrer Meinung mit Ihrem Namen stehen. Wir möchten wissen, mit wem wir diskutieren, und Sie haben ein Recht zu wissen, mit wem Sie sich auseinandersetzen. Wir glauben, dass es zu einem fairen Umgang miteinander im Netz gehört, sich offen gegenüberzutreten.

Ihre Handelsblatt-Online-Redaktion
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  • 05.06.2012, 23:54 UhrIdiots_for_Eurobombs

    Niemand, der auch nur einen Hauch von wirtschaftlichem Grundwissen hat, befürwortet die Fortführung der Transferunion, und Ackermann gehört zu den frühen Mahnern und hat dafür von den linkslastigen deutschen Medien heftig Prügel bezogen. Ich kann mich noch gut an ein Interview mit ihm erinnern, in dem er sagte, das reformunwillige Griechenland sei nicht zu retten, und alle Unterstützungsgelder seien verbrannte Gelder, weil sie in die falschen Taschen fließen. Und er hat einen Topjob gemacht und die DB so vorzüglich durch alle Stürme gesteuert, dass die DB zu den wenigen Banken gehört, die keine Steuergelder verbrannt hat. Und wie hat man's ihm gelohnt? Mit weiteren Hetzkampagnen. Zum Glück muss er jetzt keine Rücksichten mehr auf die Politik nehmen und kann offener sagen, was er denkt. Für ein ausführliches Interview mit ihm zu möglichen Lösungsmöglichkeiten im HB wäre ich sehr dankbar.

    • 06.06.2012, 05:12 UhrMachiavelli

      Wirkung und Ursache können leicht verwechselt werden.
      Es ist offensichtlich dass bei einer Verzinsung von 6% bis 7% oder mehr, Länder die jetzt schon eine schwache Wirtschaft haben, gerade wegen der enormen Zinsbelastung, kaum eine Chance haben aus der Schuldenfalle raus zukommen.
      Das ist eine Feststellung und jeder halbwegs in Mathematik gewanderter Mensch wird es zugeben.
      Was nutzt "Druck" wenn die Tube leer ist.
      Berufsbedingt hat er viel Geld mit Staatsanleihen verdient, daher seine einseitige Kurzsichtigkeit.
      Zumutbare Haushaltedisziplin muss, darf und kann nur durch Kontrolle und nicht durch Kapitalentzug erreicht werden.
      Er Ackermann ist, denke ich, kein Idiot aber entweder Berufsbedingt unfähig das Problem zu erkennen oder seine Aussage ist ihm aus der deutsch-nationale Ecke diktiert worden, . (Perversität und Sadismus möchte ich bei Ihm ausschließen).
      Was nutzt "Druck" wenn die Tube leer ist.
      Herr Hackermann wird sich ab und zu auch die Zähen putzen ergo sollte er dies auch wissen.
      Als Bankster, hat er viel Geld mit Staatsanleihen verdient, daher seine Kurzsichtigkeit.
      Zumutbare Haushaltdiszipline muss und darf nur durch Kontrolle und nicht durch Kapitalentzug erreicht werden.
      Er Hackermann ist entweder ein Idiot oder Berufsbedingt unfähig das Problem zu erkennen. (Perversität und Sdismus möchte ich bei Ihm ausschließen).

    • 06.06.2012, 10:26 UhrStubi

      @Machiavelli

      "Wirkung und Ursache können leicht verwechselt werden.
      Es ist offensichtlich dass bei einer Verzinsung von 6% bis 7% oder mehr, Länder die jetzt schon eine schwache Wirtschaft haben, gerade wegen der enormen Zinsbelastung, kaum eine Chance haben aus der Schuldenfalle raus zukommen."

      Der hohe Zinssatz hat doch einen Grund. Kein Anleger moechte ohne angemessene Rendite ein hoeheres Risiko eingehen. Auch wenn ein Unternehmen finanziell schwach aufgestellt ist, dann wird es schwierig, bei Banken Kredite zu erhalten. Also nichts Ungewoehnliches. Liegt die Schuld bei den Geldgebern?

  • 06.06.2012, 04:34 Uhrso_what

    Naja, in dieser Sicht der Dinge liegt er wirklich richtig.


    Nur, eine reine Weste hat die Deutsche Bank unter seiner Führung nun wahrlich nicht, hat diese doch auch maßgeblich an der Verteilung der Schrott-Verbriefungen aus USA mitgewirkt (Klagen von dort stehen an)

    Und Tricks haben die auch aktuell ganz schön drauf:

    Die Deutsche Bank hat sich Medienberichten zufolge 9 Milliarden Euro von der EZB über ihre ausländischen Tochtergesellschaften in Spanien und Italien besorgt.

    Wie unter anderem die „Welt“ und Bloomberg am Montagabend berichteten, zeigten Jahresberichte der Deutschen Bank SA Espanola und der Deutschen Bank SpA, dass einige Milliarden aus der zweiten Tranche des langfristigen Refinanzierungsgeschäfts (LTRO) nach Frankfurt flossen.

    Zuvor hatte der Dax-Konzern erklärt, lediglich eine kleine Summe aufgenommen zu haben. Doch nun kommt heraus, dass von der spanischen Tochter 5,5 Milliarden und von der italienischen Tochter 3,5 Milliarden aus dem Dreijahrestender der deutschen Mutter zu Gute kamen.

    Was sagte gestern Seehofer im Bayern-TV:

    Der Austritt Griechenlands muß möglich sein.
    Und: er trete für mehr Mitwirkung der Bürger ein, auch für Volksbefragungen.

    Hallo, tritt da jemand gegen Schäuble an?

    Dann auch bitte über den ESM und die totale Fiskalunion abstimmen lassen, das wäre konsequent.

    • 06.06.2012, 05:24 UhrMachiavelli

      Wirkung und Ursache können leicht verwechselt werden.
      Es ist offensichtlich dass bei einer Verzinsung von 6% bis 7% oder mehr, Länder die jetzt schon eine schwache Wirtschaft haben, gerade wegen der enormen Zinsbelastung, kaum eine Chance haben aus der Schuldenfalle raus zukommen.
      Das ist eine Feststellung und jeder halbwegs in Mathematik gewanderter Mensch wird es zugeben.
      Was nutzt "Druck" wenn die Tube leer ist.
      Zumutbare Haushaltedisziplin muss, darf und kann nur durch Kontrolle und nicht durch Kapitalentzug erreicht werden (hier die Betonung auf Zumutbare).
      Er Ackermann ist, denke ich, kein Idiot aber entweder Berufsbedingt unfähig das Problem zu erkennen oder, eher wahrscheinlich, seine Aussage ist ihm aus der deutsch-nationalen Ecke diktiert worden. Viele intelligente Menschen haben damals auch den Nationalsozialismus aus Kurzsichtigkeit befürwortet (u.a. Graf von Stauffenberg) . (Perversität und Sadismus möchte ich bei Ackermann ausschließen).

    • 06.06.2012, 10:35 UhrDerBernd

      @ Machiavelli
      Sie liegen richtig meine ich. Viele unserer Führungskräfte sind 'Betriebsblind' und aus ideologischen Gründen nicht in der Lage das Problem sachlich zu analysieren.

      Schulden 2.070 Mrd. (lt. Schuldenuhr). Reguläre Zinsen betrügen bei 6% ca. 124 Mrd. Alle wollen Deutschland Geld leihen, einige zum Null-Tarif. Die Hälfte der Zinsen einzusparen brächte schon 62 Mrd. Ob wir nun Zinsen sparen und Subventionen zahlen oder mehr Zinsen (Euro-Bonds) und weniger Subventionen ist ziemlich 'Jacke wie Hose'.

      Wenn der EURO ein ernsthaftes Projekt bleibt, führt an einer gemeinsamen Verantwortung für Schulden, die den Euro belasten kein Weg vorbei. Euro-Bonds sind dafür ein klarer unkomplizierte Weg.

      Zur Wirkung von Druck, den Ackermann ausüben möchte, sagt Ihr Beispiel mit der leeren Tube alles. Mit Druck treibt man Griechenland und andere nur in eine politisch zweifelhafte Zukunft.

    • 06.06.2012, 10:43 UhrHenry

      Mit den Euro-Bonds entlasten wir die Südländer von ihrer Pflicht, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Die Wirtschaft kann sich allerdings nur unter einer schwächeren Währung erholen.

      Dazu müssen die einzelnen nationalen Währungen nicht ausgegraben werden. Mir schwebt die Vorstellung einer südländischen Gemeinschaftswährung vor. Griechenland, Portugal, Spanien, Italien und Frankreich bilden eine eigene Währungsunion mit der Gemeinschaftswährung dem „Südeuro“. Was nützt das dem Resteuropa, wenn die Menschen in den aufgeführten Ländern ohne Arbeit da stehen und keine neuen Produkte kaufen können. Davor haben die Politiker und Ökonomen höllische Angst. Fest steht, mit der harten Währung können die Südländer nicht klarkommen.

      Diese Länder haben ihre Wirtschaftsstruktur auf den Tourismus konzentriert. Und damit kommen die fehlenden Milliarden nicht rein. Eine Umstrukturierung ist unbezahlbar und würde viel zu lange dauern. Also weg mit der harten Euro-Währung.

      Deutschland hat über „2 Billionen € Staatsschulden“ und ist nicht mehr länger in der Lage die Schulden anderer Länder auch noch zu übernehmen.

    • 06.06.2012, 10:56 UhrDerBernd

      Klarstellung zum Druck

      Druck - auf Griechenland - ist natürlich nötig und richtig. Aber zuviel Druck ist sehr, sehr schädlich. Wenn man zwei Teile beim Kleben so fest aneiander presst, dass sie zerstört werden, kann man sich das Kleben sparen!

      Und außerdem, wo bleibt der Druck auf die Banken? Gibt es - aber deutlich zu wenig. Neben der Politik sind sie die Hauptverursacher der Kriese, wegen vergebener ungedeckte Kredite. Für Aktien und Börsenpapiere, für Immobilien und 'Staatskonsum', ja, für Spekulationen aller Art wurde Geld bereit gestellt. Und dann fehlt, durch den Eingriff der Politik, die 'wundersame Hand des Marktes', wie Adam Smith es beschrieb.

      Es fehlt Marktwirtschaft, weil die Politik eingriff, um Banken zu retten.

    • 06.06.2012, 19:28 Uhrtobi59

      @DerBernd,
      es sind ja nicht die Zinsen bei den Eurobond die mir Sorgen machen vielmehr ist es die Haftung die Deutschland übernehmen muss wenn die anderen Ihren Schulden nicht mehr bezahlen. Wir könnten ja noch einmal darüber reden wenn die EU alles angleicht, das Rentenalter für alle einheitlich auf 60 oder 67 festsetzt, alle die gleichen Steuern zahlen oder nicht zahlen, alle das gleiche Gesundheitswesen nutzen dürfen und jeder die Kontrolle über Frankreichs Atomwaffen bekommt, dann ja dann können wir auch über die Vergemeinschaftung von Schulden reden.

  • 06.06.2012, 05:56 UhrKoboldo

    Ackermann hat vollkommen recht, Griechenland hat Unterstützungen in den letzten 11 Jahren in einem noch nie dagewesenen Umfang erhalten, nämlich ca 50.000,- Euro je Einwohner, und wo sind nun diese Gelder? Sie sind nicht beim Volk, sondern in der Oberschicht Griechenlands angekommen, die ihrerseits Strukturreformen regelrecht verhindert haben. Es ist abstrus zu glauben, man könnte so weitermachen. Griechenland muss raus aus dem Euro, damit sich die Griechen selbst helfen können.

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