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Kampf um Investoren: Finanzkrise erschwert Pfandbrief-Emissionen

Im Zuge der Finanzkrise ist es für Banken schwieriger geworden, selbst ausfallsichere Pfandbriefe bei Investoren unterzubringen. "Der deutsche Markt funktioniert noch am besten, doch die Investoren kaufen bei Emissionen jetzt weniger Anteile als vor der Subprime-Krise", sagt Christian Haller, der bei Dresdner Kleinwort das Covered Bond Geschäft leitet.

FRANKFURT. Pfandbriefe sind mit Hypotheken oder Staatskrediten gedeckte Bankenanleihen und international unter dem Namen Covered Bonds bekannt. Allein der Markt für großvolumige Jumbo-Covered-Bonds hat ein Volumen von rund 850 Mrd. Euro. Deutschland hat daran einen Marktanteil von gut einem Drittel.

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Früher hätten Investoren oft 50 Mill. oder 100 Mill. Euro von einer Emission gekauft, so Haller, heute seien es oft nur zehn Mill. bis 20 Mill. Euro. Auffällig sei zudem, dass ausländische Investoren sich zurückhielten. Entsprechend können Banken mit Jumbos nicht mehr ganz so viel Geld aufnehmen. In diesem Jahr hat sich die durchschnittliche Jumbo-Größe laut Haller auf eine bis 1,25 Mrd. von zuvor zwei Mrd. Euro reduziert. Die meisten Jumbos hätten zudem nur noch eine Laufzeit von zwei bis drei Jahren.

Gerade deutsche Emittenten könnten sich trotzdem noch gut über Jumbos refinanzieren, weil sie bei heimischen Investoren eine konstante Basis hätten, meint Haller. Inzwischen gehen nach Berechnungen von Dresdner Kleinwort im Schnitt über 70 Prozent eines deutschen Jumbos an deutsche Investoren. Vor der Krise lag der Anteil unter 50 Prozent. "Deutsche Investoren, die Pfandbriefe schon lange kennen, sind inzwischen der wichtigste Träger des Marktes", sagt auch Caren Arp-Wiese, die bei der Commerzbank deutsche Pfandbrief-Emittenten betreut. Ein größerer Teil der deutschen Emissionen als früher geht zudem inzwischen an Banken. Das liegt vor allem daran, dass die Banken noch das meiste Geld anzulegen haben.

Deutsche Jumbo-Pfandbriefe profitieren auch davon, dass Investoren sie laut einer Umfrage der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) auch jetzt noch für besser handelbar halten als Jumbos aus anderen Ländern. Dabei ist die Handelbarkeit für knapp 70 von 100 Investoren, die die LBBW befragt hat, ein entscheidendes Investitionskriterium. Sollte sich die Liquidität nicht verbessern, wollen viele Investoren ihre Jumbo-Bestände reduzieren oder sogar ganz abbauen. "Das zeigt, wie wichtig es ist, die aktuelle Lage zu verbessern", sagt Florian Eichert, Covered-Bond-Analyst bei der LBBW.

Einen Vorstoß in diese Richtung wagt der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP). Auf sein Drängen werden ab Montag die Konsortialbanken deutscher Jumbos das sogenannte Market Making im Interbankenhandel wieder aufnehmen, also sich gegenseitig An- und Verkaufsspannen in engen Spannen stellen. "Wenn der deutsche Vorstoß erfolgreich ist, könnten Emittenten aus Ländern wie zum Beispiel Frankreich oder Skandinavien nachziehen", meint Haller von Dresdner Kleinwort. Seit Mitte März haben die Konsortialbanken das Market Making stillschweigend eingestellt. Zu groß war ihnen die Gefahr aufgrund der im Zuge der Finanzkrise erhöhten Volatilität vor allem mit ausländischen Jumbos Verluste zu machen. Deren Risikoprämien sind wesentlich deutlicher gestiegen als die von deutschen Papieren.

Spannend wird nach allgemeiner Einschätzung, ob die Risikoaufschläge im Sekundärmarkt nach Aufnahme des Market Makings steigen. "Die derzeitigen Risikoprämien im Sekundärmarkt spiegeln nicht zwingend den Markt wider", meint auch Haller. Dies zeigt sich auch daran, dass neue Jumbos meist deutlich höhere Aufschläge als ausstehende Papiere bieten.

Kurz vor der Wiederaufnahme des Market Makings haben zuletzt Eurohypo , die Bayerische Landesbank und die Münchener Hypothekenbank neue Jumbos über je eine Mrd. Euro platziert. Mit insgesamt 1,8 Mrd. Euro war die Emission der Münchener Hyp am deutlichsten überzeichnet. Zudem lag das Interesse ausländischer Investoren bei über 50 Prozent. Die Münchener hatten ihren Jumbo schon vor Wochen angekündigt und entsprechend viel Werbung bei Investoren gemacht. Das hat sich laut Arp-Wiese von der Commerzbank bezahlt gemacht: "Investoren mögen derzeit keine Schnellschüsse."

Market Making

Das Market Making ist bei Jumbos - den mit Hypotheken oder Staatskrediten gedeckten deutschen Pfandbriefen oder internationalen Covered Bonds über mindestens eine Mrd. Euro - laut interner Regeln verpflichtend. Dabei stellen die Konsortialbanken einer Emission den Investoren und sich selbst gegenseitig verbindliche An- und Verkaufskurse in engen Spannen. Dadurch soll gesichert werden, dass jederzeit Jumbos in beliebigem Volumen gehandelt werden können.

Im Zuge der Subprime-Krise funktionierte das aber immer schlechter. Die Konsortialbanken wollten viele Jumbos nicht und reichten sie weiter wie heiße Kartoffeln. Das verstärkte den Druck auf die Kurse und ließ die Risikoprämien steigen, obwohl die Handelsspannen erweitert wurden. Seit März liegt das Market Making de facto auf Eis. Bei deutschen Jumbos wird es ab Montag explizit zu den dreifachen der üblichen Spannen wieder aufgenommen.

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