
FRANKFURT. Die Erleichterung in Griechenland war groß. Die erste Anleihe, die das hoch verschuldete Land in diesem Jahr auf den Markt brachte, traf am Markt auf überraschend viel Interesse. Insgesamt gingen Angebote über rund 25 Mrd. Euro ein. Damit war die Nachfrage mehr als dreimal so hoch wie das Angebot.
Das Interesse der Anleger kommt allerdings nicht von ungefähr. Denn die Griechen boten ihren Bond mit einer sehr attraktiven Rendite an. Der Aufschlag zu deutschen Staatsanleihen mit gleicher Laufzeit liegt bei 3,8 Prozentpunkten. Auch im Vergleich zu anderen angeschlagenen Euro-Ländern wie Portugal liegt der Renditeaufschlag mit knapp drei Prozent extrem hoch.
Dass Griechenland einen so hohen Preis für seine Staatsschuld zahlen muss, liegt an einem massiven Überangebot auf dem Bondmarkt. Die Staaten weltweit brauchen so viel Geld wie nie zuvor. Banken rechnen damit, dass allein die Länder im Euro-Raum in diesem Jahr Anleihen über rund eine Billion Euro begeben wollen. Die massiven Konjunktur- und Bankenrettungspakete gepaart mit sinkenden Steuereinnahmen in der wirtschaftlichen Krise machen die massive Kreditaufnahme nötig. Das Problem: Auch die Investoren wissen, dass viele Staaten zu kämpfen haben. Deshalb wird es für die Staaten schwieriger, Abnehmer für ihre Anleihen zu finden.
Um dennoch den Weg zu den Investoren zu finden, schalten immer mehr Länder sogenannte Bankenkonsortien ein, wenn sie neue Bonds platzieren wollen. Dabei wählen die Länder zunächst eine Reihe von Banken - meist sind es drei bis fünf - aus. Die sammeln dann Kaufaufträge von institutionellen Anlegern wie andere Banken, Fonds, Versicherer, Zentralbanken und Pensionskassen. Sie fragen die Investoren, ob sie Interesse an den neuen Bonds haben und wenn ja zu welchem Preis. Dann geben die Banken - in Absprache mit dem jeweiligen Land, das die Bonds platzieren will - eine Preisspanne vor und verkaufen die Anleihen anschließend an die Investoren.
Auf diese Weise platzieren auch Unternehmen und Banken ihre Anleihen. Große Staaten dagegen platzierten bis vor der Finanzkrise ihre Bonds dagegen überwiegend in Auktionen. Dabei geben um die 30 vom jeweiligen Land ausgewählten Banken zu einem bestimmten Zeitpunkt Gebote ab, zu welchem Preis sie die Anleihen ersteigern wollen. Die Banken nehmen die Bonds zunächst in ihre eigenen Bücher und verkaufen sie erst später an Investoren. Das erhöht das Risiko, dass die Länder auf ihren neuen Anleihen sitzen bleiben. Dafür sind die Auktionen für die Staaten günstiger, weil sie so die Gebühren für die Konsortialbanken sparen.
Im vergangenen Jahr platzierten im Euro-Raum lediglich Deutschland und Frankreich alle Anleihen über Auktionen. Beide Länder gelten als sehr gute Schuldner und deutsche und französische Anleihen sind zudem besonders liquide, also gut handelbar. Das ist Anlegern wichtig, die auch Staatsanleihen im Zweifelsfall schnell verkaufen wollen. Es reduziert das Risiko, dass die Schuldner auf ihren Papieren sitzen bleiben, erheblich.
Das einzige Land im Euro-Raum, das 2009 alle neuen Anleihen und Aufstockungen mit Hilfe von Konsortialbanken begab, war Griechenland. Andere Länder wählen zumindest zum Teil Auktionen, bei denen Banken an einem Tag um eine bestimmte Uhrzeit Gebote abgeben müssen, um die Bonds zu ersteigern. "Das war Griechenland aber offensichtlich zu riskant", sagt David Schnautz, Zinsstratege bei der Commerzbank. Dass sich das 2010 nicht geändert hat, ist wenig überraschend.
Schade, dass man nichts von den Käufern dieser Schund- und Schrott-Anleihen erfährt. Wird doch wohl keine Käufer aus dem außereuropäischen oder gar asiatischen Raum sein? Wäre ja glatt gefährlich für die gesamte EU.





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