
HB DÜSSELDORF. Die niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten machen es möglich: Katastrophen-Anleihen, die von Versicherern an den Markt gebracht werden, erfreuen sich wegen ihren hohen Renditen immer größerer Beliebtheit. Gestern noch ein absolutes Nischenprodukt für risikofreudige Anleger, locken die „Cat-Bonds“ mittlerweile institutionelle Investoren wie Pensionskassen an.
Denn auch diese risikoscheuen Anleger begeben sich auf der Suche nach der Rendite in weniger sicheres Fahrwasser. Schließlich sind die Erträge aus Staatsanleihen Deutschlands, der Schweiz oder den USA weiter niedrig und die Papiere schuldengeplagter Staaten weit risikoreicher als noch in der Vergangenheit.
Cat-Bonds bergen - das ist die Kehrseite der potenziell hohen Renditen - große Risiken: Falls ein Wirbelsturm oder ein Erdbeben in der vorher festgelegten Zeit und zu den definierten Kriterien eintritt, muss der Investor für den Versicherer einspringen und kann seinen kompletten Einsatz verlieren. Der Markt für Anleihen auf Naturkatastrophenrisiken dürfte 2011 deutlich wachsen. Vor allem die Rückversicherer, die Versicherer normaler Versicherer, erfreut dies.
Die drei größten Firmen der Zunft - die Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück - sind besonders aktiv, aber auch die Allianz mischt kräftig mit. Sie alle können durch die Ausgabe der Anleihen ihre eigenen Risiken besser steuern und übermäßige Belastungen in bestimmten Bereichen, etwa Hurrikanen in Florida, vermeiden. Wegen stetig steigender Schäden und des Klimawandels ist dies für die Assekuranz ein wichtiges Instrument.




