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Moody's senkt Rating: Die Zweifel an Griechenland wachsen

Griechenland wurde einmal mehr von Moody's herabgestuft. Immer mehr Gläubiger fragen sich, wie lange das Land die ständig steigenden Finanzierungskosten noch tragen kann. Eine Umschuldung wird wahrscheinlicher.

Griechische, portugiesische, spanische und irische Euro-Münzen: Die Schuldenkrise ist längst noch nicht ausgestanden. Quelle: dapd
Griechische, portugiesische, spanische und irische Euro-Münzen: Die Schuldenkrise ist längst noch nicht ausgestanden. Quelle: dapd

Die Ratingagentur Moody's hegt große Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Griechenlands. Sie senkte  deshalb am Montag ihre Bonitätsnote für das hoch verschuldete  Euro-Land gleich um drei Stufen von Ba1 auf B1. Griechische  Staatsanleihen gelten damit als „hoch spekulativ“ - selbst das  politisch instabile Ägypten wird besser bewertet. Die Agentur  behält sich noch weitere Herabstufungen vor, weil sie ein  Scheitern des ambitionierten griechischen Sparprogramms  befürchtet und geringere Staatseinnahmen befürchtet.

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Möglicherweise komme das Land nicht um eine Umschuldung herum,  bei der die Gläubiger auf einem Teil ihrer Forderungen  sitzenblieben. Die griechische Regierung bezeichnete die  Herabstufung dagegen als „völlig ungerechtfertigt“.   „In Zeiten einer schwachen Weltwirtschaft und nervöser  Märkte kann eine unausgewogene und ungerechtfertigte  Entscheidung wie die von Moody's heute zu einer zerstörerischen,  sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden“, kritisierte das  Finanzministerium in Athen. Das Vorgehen zeige, dass  Rating-Agenturen stärker kontrolliert werden müssten. Analysten  halten die Entscheidung von Moody's dagegen für gerechtfertigt.  „Das wird nicht die letzte Herabstufung Griechenlands sein“,  sagte Commerzbank-Experte Christoph Weil. „Die Märkte haben  längst eingepreist, dass Griechenland nicht um eine Umschuldung  herumkommt - die Ratingagenturen laufen den Märkten nur  hinterher.“

Global Markets Es wird ernst für Griechenland

Die Ratingagentur Moody's hat Griechenland gleich um drei Stufen von Ba1 auf B1 herabgesetzt. Die Griechen schäumen vor Wut - verständlich. Denn sie haben den Eindruck, dass ihre Bemühungen um eine Stabilisierung der Staatsfinanzen gar nicht honoriert werden. Aber vielleicht ist der wirkliche

Global Markets: Es wird ernst für Griechenland

Mit der schlechteren Bonitätsnote wird es für Griechenland  noch schwieriger, sich aus dem Schuldensumpf zu ziehen. Je  schlechter die Kreditwürdigkeit und je größer damit das  Ausfallrisiko eingestuft wird, desto höhere Zinsen verlangen  Investoren im Gegenzug für ihr Geld. Der Zinsabstand für  zehnjährige griechische Staatsanleihen gegenüber der deutschen  Bundesanleihe erhöhte sich nach der Moody's-Entscheidung um acht  Basispunkte auf 9,13 Prozent. Auch Kreditausfallversicherungen  für fünfjährige Anleihen wurden teurer - nicht nur für  griechische Papiere, sondern auch für Bonds aus anderen hoch  verschuldeten Euro-Ländern wie Portugal und Spanien.

 Durch die Entscheidung von Moody's wächst der Druck auf die  europäischen Staats- und Regierungschefs, dem Land im Kampf  gegen die Schuldenkrise weiter entgegen zu kommen. Sie beraten  Ende der Woche bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel über ihr  Vorgehen. Vor allem Deutschland lehnt weitere Hilfen strikt ab -  etwa den Kauf von Staatsanleihen. Griechenland hatte im Mai 2010  Hilfsgelder in Höhe von 110 Milliarden Euro von Europäischer  Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) erhalten, musste  sich im Gegenzug aber zu harten Sparmaßnahmen verpflichten. Sie  reichen von Steuererhöhungen bis hin zu Lohnkürzungen im  öffentlichen Dienst. Dadurch droht dem Land eine neue Rezession. Trotz des Sparpakets dürfte der Schuldenberg bis 2013 auf gut  das Anderthalbfache der jährlichen Wirtschaftsleistung  anschwellen. Die meisten Experten halten das Niveau für nicht  tragfähig. 

  • 07.03.2011, 15:23 Uhribmisout

    Läuft doch alles bestens. Die Bonis fließen wieder, der Rest ist doch Scheiß Egal

  • 07.03.2011, 12:41 UhrAnonymer Benutzer: Oliver

    Die Umschuldung ist unausweichlich. Ein Land, dass aufgrund seiner nachteiligen wirtschaftlichen Infrastruktur nun durch radikale Sparprogramme zu einer Stabilisierung zurückfinden soll, ist purer Zionismus!

    Ich gebe fach-kompetenten Kritikern wie Prof.Dr.Hankel und Prof.Dr.Bernd Senf vollkommen recht mit der Behauptung, dass es zwingend nötig ist, dass Griechenland aus dem EURO freiwillig austritt, um durch eine eigene Währung die eindeutigen Nachteile durch den Wechselkursmechanismus auszugleichen (mit der Drachme). Andernfalls wird der gesamte Euroraum stets für Griechenlands Defizite gerade stehen.

    Und wie wir alle wissen, wird Griechenland kein Einzelfall sein und bleiben!

  • 07.03.2011, 11:09 UhrSiggi40

    „Die europäische Schuldenkrise ist längst noch nicht ausgestanden“
    ... und die der USA auch nicht, der Vollständigkeit halber.

    Eigentlich nichts Neues, trotzdem bemerkenswert, dass die Ökonomen schon bemerkt haben, dass kein Problem gelöst wird, wenn man die Schulden von einer Tasche in die andere steckt.
    In den letzten 2 Jahren haben die Staaten weltweit ca. 30 Billionen Dollar zur Rettung der Bankster und zur Ankurbelung der Wirtschaft aufgewendet, um einen selbsttragenden Aufschwung einzuleiten. Natürlich alles auf Pump, aber das is ja sowieso klar, gell?

    Beides ist gründlich schief gegangen. Die Bankster sind immer noch genau so pleite wie 2007, sogar noch mehr. Zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 genehmigte die Europäische Kommission nach eigenen Angaben Hilfen der 27 Mitgliedstaaten für den Finanzsektor im Umfang von insgesamt 4589 Milliarden Euro! Kein Schreibfehler, leider.
    18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken, berichtete diePresse.com, das sind 44% ihrer gesamten Vermögensanlagen.

    Und 2. sind sämtliche Konjunkturstrohfeuerpakete wirkungslos verpufft, ohne einen selbstragenden Aufschwung auszulösen. Der einzige Unterschied zwischen 2008 und 2011 ist der, dass jetzt fast alle westliche Industriestaaten pleite sind.
    Wegbrechende Steuereinnahmen und explodierende Ausgaben für Soziales und Zinsen bergen den Sprengstoff für schon längst überfällige innere Unruhen.
    Nach 2010 bricht auch 2011 der Welthandel immer weiter ein. http://www.investmenttools.com/futures/bdi_baltic_dry_index.htm

    Wir benötigen ein Reset im Finanzsystem und der Aufteilung von Geschäfts- und Zockerbanken.
    Dies wäre die Grundvoraussetzung für einen wirtschaftlichen Aufschwung in den westlichen Industrieländern.
    Da sind uns die Araber schon um Welten voraus!!

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