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Nach dem Machtwechsel: Spanien muss weiter hohe Renditen bieten

Der Machtwechsel bringt Spanien bisher keine Vorteile an den Finanzmärkten. Für Staatsanleihen werden weiter hohe Renditen verlangt. Die Ratingagentur fordert die Regierung zu weiteren Sparmaßnahmen auf.

Ein Broker telefoniert auf dem Parkett der Madrider Börse. Quelle: dapd
Ein Broker telefoniert auf dem Parkett der Madrider Börse. Quelle: dapd

MadridDas hoch verschuldete Spanien bleibt auch nach dem Machtwechsel im Visier der Finanzmärkte. Die Regierung in Madrid konnte sich am Dienstag nur für die höchsten Renditen seit 14 Jahren frisches Geld besorgen. Bei der ersten Auktion seit dem Erdrutschsieg der konservativen Partei PP am Sonntag musste Spanien den Anlegern extrem hohe Zinsen von mehr als fünf Prozent zahlen.

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Das Interesse der Investoren an den Anleihen mit drei- und sechsmonatiger Laufzeit war allerdings sehr hoch. Die Auktion zeigt, dass die neue spanische Regierung unter Manuel Rajoy keine Einarbeitungszeit in der Schuldenkrise erhält. Die Märkte verlangen schnelle Schritte, um die Schulden abzubauen und die Wirtschaft des vor einer Rezession stehenden Landes anzukurbeln. Rajoy übernimmt allerdings erst um den 20. Dezember die Amtsgeschäfte des scheidenden Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero.

In diese Kerbe schlug auch die Ratingagentur Fitch. Sie bekräftigte ihre Haltung, dass die neue Regierung zusätzliche Maßnahmen einleiten müsse, damit Spanien seine Ziele beim Defizitabbau erfüllen könne. Das starke Mandat für die PP verschaffe „Spielraum“ dafür.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann verwies darauf, dass sich Schuldenstaaten wie Spanien aber nicht auf die EZB als Helfer in der Not verlassen dürften. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfe keine Staatshaushalte finanzieren. Mit einem Bekenntnis zu einer 'Lender-of-last-Resort-Rolle' für hoch verschuldete Mitgliedstaaten würde sie ihr Mandat überdehnen und die Legitimation ihrer Unabhängigkeit infrage stellen, warnte Weidmann. Angesichts der Marktturbulenzen hatte die EZB im August wieder damit begonnen, Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder wie Italien und Spanien zu kaufen und dadurch die Zinskosten für diese Staaten zu drücken.

Zinskosten für Drei-Monats-Papiere verdoppeln sich

„Die Zinskosten stechen ins Auge“, fasste Analystin Jo Tomkins von 4Cast die Situation so zusammen. Es sei bezeichnend, dass die Parlamentswahl keine Erleichterung gebracht hätten. Dazu trug vor allem auch die Weigerung Rajoys bei, noch vor Amtsantritt Einblick in seine Sparpläne zu geben. Das habe die Märkte enttäuscht, erklärten Händler. Deswegen seien die spanischen Zinsen auch immer in der Nähe der kritischen Marke von sieben Prozent, die als Obergrenze für eine auf Dauer tragfähige Refinanzierung an den Kapitalmärkten gilt.

Bereits vor der Abstimmung am Sonntag hatte Rajoy die Finanzmärkte aufgefordert, ihm mehr „Zeit als eine halbe Stunde“ einzuräumen, um sein Kabinett und sein Programm aufzustellen. Im Wahlkampf hatte sich der 56-Jährige zu seinen Plänen nur sehr vage geäußert. Spanien kämpft mit einer Arbeitslosenquote von mehr als 21 Prozent - der höchsten in der Europäischen Union. Nach Informationen der Zeitung „Expansion“ will Rajoy beim ersten Kabinettstreffen am 23. Dezember drei Reformen auf den Weg bringen.

Bei der Platzierung von Staatsanleihen mit dreimonatiger Laufzeit im Volumen von 2,01 Milliarden Euro wurde eine durchschnittliche Rendite von 5,11 Prozent fällig. Das ist mehr als doppelt so viel wie bei der vorherigen Auktion, als Spanien 2,29 Prozent auf den Tisch legen musste. Für Papiere mit einer sechsmonatigen Laufzeit und einem Volumen von 0,97 Milliarden Euro musste Spanien die Anleger mit 5,227 Prozent ködern, nach zuvor 3,30 Prozent.

Die Nachfrage übertraf allerdings das Angebot fast um das Fünffache. Die gestiegenen Renditen spiegeln die Nervosität an den Märkten wider. Zuletzt mussten sich neben den Schuldenländern am Rand der Euro-Zone auch Staaten aus dem harten Kern wie Frankreich und Österreich mit steigenden Zinsen für ihre Anleihen auseinandersetzen.

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