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Pimco: „Bondkönig“ Bill Gross empfiehlt Bundesanleihen

Der weltgrößte Bondinvestor Pimco hat aus Frust über die Finanzpolitik in den USA zum Kauf deutscher Staatsanleihen aufgerufen. Der Manager des größten Anleihefonds glaubt an die Schuldenbremse des Grundgesetzes. Auch die Schuldenprobleme Griechenlands wirken sich seiner Meinung nach positiv auf die Bewertung von Bundesanleihen aus.

Steht immer noch für gute Bonität: Der Bundesadler. Quelle: ap
Steht immer noch für gute Bonität: Der Bundesadler. Quelle: ap

NEW YORK. "Während wir nicht viel Auswahl zwischen den politischen Parteien haben mögen, haben wir als Investoren die Wahl", drängt Pimco-Mitgründer Bill Gross Anleger in seinem aktuellen Marktkommentar zu einer Art Abstimmung mit dem Geldbeutel. Weltweit agierende Investoren könnten dort anlegen, wo stabile Inflation und konservative Finanzpolitik verfügbar seien. "Man geht jetzt nach Deutschland", sagte er in einem Bloomberg-Interview auf die Frage, was er mit seinem weltgrößten Bondfonds Total Return mache. Wegen der grundgesetzlich verankerten Schuldenbremse,buffe die die Regierung für 2016 zu einem nahezu ausgeglichenen Haushalt zwinge, sei die Fiskalpolitik in Deutschland konservativer als in den USA, Großbritannien und Japan.

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Pimco berät die US-Behörden bei der Bewertung von Anleihen

Gross ist ein gefragter Berater auch der US-Regierung, vor allem wenn es um festverzinsliche Wertpapiere geht. So untersuchte Pimco zuletzt für die Aufsichtsbehörden, ob die US-Lebensversicherungen ausreichend Kapital für Verluste aus toxischen Hypothekenanleihen (RMBS) gebildet haben. In der Bondwelt hat sein Wort ähnliches Gewicht wie Aussagen von Investorenlegende Warren Buffett über Aktien. Die von Gross 1971 mitgegründete, heutige Allianz-Tochter Pacific Investment Management Company (Pimco) ist einer der größten Vermögensverwalter der Welt und betreut Kundengelder im Volumen von über 900 Mrd. Dollar. Derzeit entdeckt Pimco auch Aktien als Anlageklasse für sich. Dafür verpflichtete der Vermögensverwalter den früheren Chef des staatlichen Bankenrettungsprogramms Tarp, Neel Kashkari.

In der Finanzkrise hatte Gross den Kauf von US-Staatsanleihen empfohlen, weil diese seiner Ansicht nach in unsicheren Zeiten die risikoärmste Anlageform waren. Nun sei es Zeit darüber nachzudenken, mit welcher Regierung man sich einlassen wolle, schreibt er.

Er argumentiert, dass das 2009er Haushaltsdefizit von 1,5 Bio. Dollar der USA zu großen Teilen durch die US-Notenbank mit frisch gedruckten Geld finanziert worden sei. Nur vordergründig habe die Fed sich auf den Kauf von Hypothekenpapieren konzentriert, erklärt er unter Verweis auf das 1,25 Bio. Dollar schwere Aufkaufprogramm der Fed. Diese Hypothekenpapiere seien der Notenbank aber weitgehend von privaten Investoren angedient worden, die mit den Erlösen dann US-Staatspapiere erworben hätten. Damit sei ein Haushaltsdefizit von zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) also mittelbar weitgehend von der Fed finanziert worden. Dies führe auf Sicht zu höheren Zinsen und damit zu schlechteren Anleihekursen, verwies er auf Analysen der Fed und des Internationalen Währungsfonds. In Großbritannien und Japan sei die Lage vergleichbar. In Deutschland habe das Defizit 2009 nur gut vier Prozent des BIP betragen und zudem gebe es die grundgesetzlich verankerte Schuldenbremse, die für 2016 einen nahezu ausgeglichenen Haushalt erzwinge. "Wir haben also ein Land, das großartig aussieht und zwei die das nicht tun", sagte er in dem Interview.

Probleme Griechenlands positiv für Bundesanleihen

Kritiker halten Gross jedoch vor, die Haushaltprobleme Griechenlands könnten Anlagen in derselben Währung entwerten. "Meine Hauptfrage an die "Go to Germany"-Strategie ist: Was passiert, wenn der Euro fällt", schreibt Fondsmanager John Boyd in seinem Blog. Gross lässt sich dadurch nicht beirren. "Im Moment profitiert Deutschland davon, und wenn es nur eine Flucht derAnleger in sichere Euro-Staatsanleihen ist", sagte er. Langfristig könnten sich Investoren gegen Devisenrisiken am Kapitalmarkt absichern.

  • 07.01.2010, 11:15 UhrAnonymer Benutzer: Manfred

    Ohne Vorwarnug
    Die USA und UK ( besser die Hochfinanz im Hintergrund ) wollten schon letztes Jahr diesen Coup starten. Den Dollar und das Pfund abschmieren lassen.
    Allerdings haben sich China und Russland DAGEGEN ausgesprochen - sonst wäre es schon passiert !
    Siehe bilderberger und G20 Meetings.....
    Alle Vorbereitungen für ein neues Währungssystem sind abgeschlossen, es hapert nur an der Einigkeit.
    USA könnte auch den Alleingang wagen. Dazu würde reichen z.b. in Florida den bankrott zu erklären. die Lawine würde sich sehr schnell ausbreiten.
    Und es gibt noch sehr viele andere Möglichkeiten um die Welt über Nacht ins Chaos zu stürzen !!!
    Aber demnächst bekommen wir wohl erstmal neue "Terroranschläge" hausgemacht von CiA, Mossad und Co.

  • 07.01.2010, 10:43 UhrAnonymer Benutzer: Muh

    Ohne Vorwahnungszeichen?
    So wie in Korea letzten Monat?

    Eine Hyperinflation mit anschließender Reform hat es bisher nicht innerhalb eines Jahres gegeben. Und bei dem Wechsel von DM auf EURO war es ja bekannt.

    Falls der Dollar reformiert wird, was auch weitere 5 Jahre dauern kann, (bis der Vorhang endgültig fällt) ist mir klar das der Euro sowie auch weitere Währungen platt sind.

    Allerdings hätte ich gern gewusst wie eine "Leitwährung" ohne Vorwahrnung reformiert werden kann.
    Die Gerüchte über einen Amero sind ja bekannt, aber von heut auf morgen?

  • 07.01.2010, 10:22 UhrAnonymer Benutzer: H. Bröselmeyer

    Aufgrund der Schuldenbremse in der Deutschen Verfassung sind Deutsche Staatsanleihen sicherlich besser als US Anleihen. Allerdings werden auch Deutsche Staatsanleihen sehr schnell an Wert verlierern.Die in fast allen Staaten rasant anwachsende Staatsverschuldung wird so schnell nicht zu bremsen sein und eine Rückführung der Staatsverschuldung wird letztendlich nur durch eine inflation möglich sein. Eine Währungsreform ist deshalb nicht unwahrscheinlich. Zudem wird China nicht mehr lange den US Dollar als Leitwährung akzeptieren. ein Umbruch steht bevor.

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