Anleihen

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Pimco-Chef El-Erian: „Die Situation in den USA ist kein Problem, sondern eine Krise"

Mohamed El-Erian, der Chef des weltgrößten Anleihehändlers Pimco, erwartet, dass die großen Notenbanken noch sehr viel mehr Geld in die Märkte pumpen werden. Anders seien die Herausforderungen nicht zu stemmen.

Pimco-Chef El-Erian: "Kein Problem, eine Krise" Quelle: Reuters
Pimco-Chef El-Erian: "Kein Problem, eine Krise" Quelle: Reuters

FrankfurtDer weltgrößte Anleihenhändler Pimco geht davon aus, dass die wichtigsten Notenbanken der Welt zur Ankurbelung der schwächelnden Volkswirtschaften noch kräftig nachlegen werden. Diese Zentralbanken seien derzeit nicht nur hyperaktiv, sie würden auch noch bis zu einer Erholung überaktiv bleiben, sagte Pimco-Chef Mohamed El-Erian auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt.

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Die US-Notenbank Federal Reserve, die Europäische Zentralbank (EZB) und die japanische Notenbank (BoJ) seien dazu gezwungen, große Mengen Geld in die Wirtschaft zu pumpen, um die vor ihnen liegenden Herausforderungen zu bewältigen. Sie würden sich immer tiefer in noch unbekanntes Gebiet vorarbeiten. Pimco verwaltet Vermögen im Wert von rund 1,4 Billionen Dollar und ist eine weitgehend autonome Tochter des Münchener Allianz -Konzerns.

So bewertet S&P die Euro-Länder

  • Belgien

    Aktuelles Rating: AA

    Ausblick: negativ

  • Deutschland

    Aktuelles Rating: AAA

    Ausblick: stabil

  • Estland

    Aktuelles Rating: AA-

    Ausblick: negativ

  • Finnland

    Aktuelles Rating: AAA

    Ausblick: negativ

  • Frankreich

    Aktuelles Rating: AA+

    Ausblick: negativ

  • Irland

    Aktuelles Rating: BBB+

    Ausblick: negativ

  • Italien

    Aktuelles Rating: BBB+

    Ausblick: negativ

  • Luxemburg

    Aktuelles Rating: AAA

    Ausblick: negativ

  • Malta

    Aktuelles Rating: A-

    Ausblick: negativ

  • Niederlande

    Aktuelles Rating: AAA

    Ausblick: negativ

  • Österreich

    Aktuelles Rating: AA+

    Ausblick: negativ

  • Portugal

    Aktuelles Rating: BB

    Ausblick: negativ

  • Slowakei

    Aktuelles Rating: A

    Ausblick: stabil

  • Slowenien

    Aktuelles Rating: A+

    Ausblick: negativ

  • Spanien

    Aktuelles Rating: A

    Ausblick: negativ

  • Zypern

    Aktuelles Rating: BB+

    Ausblick: negativ

Die Sorgen der Federal Reserve um die hohe Arbeitslosenquote in der weltgrößten Volkswirtschaft seien berechtigt, sagte El-Erian. "Die Situation auf dem US-Arbeitsmarkt ist kein Problem sondern eine Krise." Für die nächsten zwölf Monate gehe er von einem Wirtschaftswachstum in den USA von einem bis 1,5 Prozent aus, während in Europa die Wirtschaftsleistung um ein bis 1,5 Prozent schrumpfen sollte. China dürfte seiner Einschätzung nach um 6,5 bis sieben Prozent und die Weltwirtschaft um zwei bis 2,5 Prozent zulegen.

In Europa hat sich die Situation zuletzt ein wenig entspannt. Portugal hat am Mittwoch erfolgreich einen weiteren Testlauf für seine Rückkehr an die Kapitalmärkte absolviert, Spanien hatte schon am Vortag rund 4,6 Milliarden Euro Anleihen am Kapitalmarkt platziert und der Euro behauptet sich gegenüber dem Dollar.

Prognosen der Börsenprofis „Dieses Mal wird es noch schlimmer“

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Ob der Aufwärtstrend von Dauer sein wird, ist allerdings völlig ungewiss, denn er dürfte auch stark von dem jüngst verkündeten Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) gestützt sein. Trotzdem ist insbesondere Portugals Auktion kurzfristiger Staatsanleihen ein Zeichen dafür, dass die Anleger wieder Vertrauen in das von der Euro-Krise geplagte Land setzen.

Bei Auktionen von Schuldtiteln mit sechsmonatiger und anderthalbjähriger Laufzeit nahm Portugal am Mittwoch zwei Milliarden Euro Kapital auf. Damit übertraf es das selbst gesteckte Ziel von 1,75 Milliarden Euro klar. Auch die Renditen waren niedriger als zuletzt. Für die 18-Monatspapiere wurden 2,9 Prozent Zinsen fällig, im April waren es noch 4,5 Prozent. Die sechsmonatigen Geldmarktpapiere rentierten mit 1,7 Prozent, im Juli lagen sie noch bei 2,2 Prozent. Die Nachfrage nach den 18-Monatsanleihen sei doppelt so hoch gewesen wie das Angebot, teilte das portugiesische Schatzamt mit, die sechsmonatigen waren sogar dreifach überzeichnet.

Stimmen zur Schuldenkrise

  • Barack Obama, US-Präsident

    „So lange Europa keinen konkreten Plan für den Kampf gegen die Krise hat, halten die Turbulenzen an den Finanzmärkten an.“

  • Mohamed El-Erian, Chef von Pimco

    „Das, was wir in Griechenland im Schnelldurchlauf erleben, könnte eines Tages auch die USA erfassen, wenn sich die dortige Politik nicht ändert“

  • George Soros, Investor

    „Die derzeitigen Maßnahmen sind nicht ausreichend, kommen zu spät und lösen weltweit Verwerfungen auf den Finanzmärkten aus“

  • Charles Plosser, Fed-Gouverneur

    „Möglicherweise besitzen wir nicht die richtigen geldpolitischen Instrumente, um die Erkrankungen zu heilen, an denen das System leidet.“

  • Jose Manuel Barroso, EU-Kommissionspräsident

    „Wir sind jetzt wirklich mit einer wahrhaft systemischen Krise konfrontiert“

  • Nicolas Sarkozy, französischer Staatspräsident

    "Diejenigen, die den Euro zerstören, werden die Verantwortung dafür tragen, dass Konflikt und Trennung auf unserem Kontinent wieder auferstehen."

  • Angela Merkel, Bundeskanzlerin

    „Europa ist heute in einer der schwersten Stunde, vielleicht der schwersten Stunde seit dem Zweiten Weltkrieg.“

  • Hans-Werner Sinn, Chef des Ifo-Instituts

    „Es wird für die Politiker immer schwerer, einen Kurswechsel durchzusetzen. Sie werfen immer mehr gutes Geld dem schlechten hinterher und überlassen das Problem der jeweils nachfolgenden Politikergeneration. […] Es kommen noch große Lasten auf Deutschland zu.“

  • Dirk Müller, Börsenhändler und Buchautor

    "Wir haben nichts aus dem ersten Teil der Finanzkrise gelernt, es geht so weiter wie vorher."

  • Max Otte, Investor und Ökonom

    „Die Schuldenberge, die wir aufgetürmt haben, lassen sich nur durch Inflation beseitigen. Alles andere wäre fatal. Wenn dagegen so etwas passiert wie 1929, also eine Phase extremer Deflation bis hin zur Depression, dann gute Nacht.“

  • Bert Flossbach, Vermögensverwalter

    „Die Banken haben das Vertrauen, auf das sie mehr als jede andere Branche angewiesen sind, verspielt. Kein Wunder, dass der Kapitalmarkt kaum noch bereit ist, ihnen Geld zu leihen. Aufgeblähte Bilanzen, zu wenig Eigenkapital, falsche Anreizsysteme, komplexe Geschäfte und zunehmende Risiken machen Großbanken zu unkalkulierbaren Risiken für ihre Aktionäre, den Staat und damit die ganze Gesellschaft.“

  • Jürgen Heraeus, Unternehmer

    „Ich bin besorgt, aber ich bin vor allem realistisch. Wir werden eine Abwertung bekommen, wir werden vielleicht sogar eine Inflation bekommen. Ich möchte das Wort Währungsreform nicht in den Mund nehmen, aber irgendwo müssen diese riesigen Schulden bleiben.“

  • Thorsten Polleit, Chefvolkswirt Barclays Capital Deutschland

    „Die westlichen Länder stecken in der Wirtschafts- und Finanzkrise, einer Verschuldungskrise. Wie immer bei hoher Verschuldung ist die Gefahr groß, dass die Politik des Gelddruckens als das kleinste Übel angesehen wird. Ich lebe in ständiger Inflationssorge.“

  • Hans Olaf Henkel, Ex-BDI-Präsident

    „Es gibt eine Alternative zur ‚alternativlosen’ Euro-Politik: den gemeinsamen Austritt Deutschlands, Hollands, Österreichs und Finnlands aus der Euro-Zone.“

  • 20.09.2012, 11:09 UhrIn_Deckung

    Wenn ich an die ganze Gelddruckerei denke, fällt mir spontan mein Bäcker ein.

    Schon mal drüber nachgedacht, was passiert, wenn man zu viel Hefe nimmt?

    Und BUMM hat’s gemacht …

  • 20.09.2012, 11:01 UhrMJM1605

    Hier wird mal wieder deutlichst veranschaulicht dass die Herren, wie Herr El-Erian mit ihrer Auffassung die durch die Zentralbanken zur Verfügung gestellten Mittel würden der Wirtschaft zugute kommen, völlig den Überblick für die Realität verloren haben. Nur ein ganz kleiner Teil dieser Mittel erreichen die Wirtschaft und werden dem Konsum (der durch immer höhere Steuerbelastungen immer stärker abgewürgt wird) nicht stimulieren. Der größte Teil dieser Mittel wird wieder einmal die erreichen, die überhaupt die Ursache der Probleme sind in denen wir uns befinden. Die Finanzwelt. Und diese werden, immer mit Blick auf hohe Renditen und von Gier getrieben, diese frischen Mittel wieder dafür verwenden Spekulationsblasen zu bilden (mit denen man bis zum Platzen sehr viel mehr Geld verdient). So wird auf der einen Seite die Geldmenge exponential erhöht, auf der anderen Seite die Weltwirtschaftsleistung immer weiter herab gesetzt. Die Hyperinflation, dieses Mal weltweit, ist vorprogrammiert. Statt eine Medizin gegen die Infektion zu verabreichen um den geschädigten Körper zur, zugegeben schmerzhaften, Genesung zu verhelfen, wird die Infektion auch noch unterstützt sich weiter auszubreiten.

  • 20.09.2012, 10:05 Uhrr-tiroch@t-online.de

    dem Pimco Chef muß die Düse gehen, denn er sitzt auf dem größten Giftmüllberg der Welt.

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