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Pimco-Chef El-Erian: Was die Weltwirtschaft bedroht

exklusiv Die Gefahren für die Weltwirtschaft steigen. Mohamed El-Erian, Chef des weltgrößten Anleihehändlers Pimco, erklärt, welche Folgen die US-Schuldenmisere haben kann und welche weiteren Risiken drohen.

Mohamed El-Erian ist Chef des weltgrößten Anleihehändlers Pimco, Tochter des Allianz-Konzerns. Sie erreichen ihn unter: gastautor@handelsblatt.com Quelle: Reuters
Mohamed El-Erian ist Chef des weltgrößten Anleihehändlers Pimco, Tochter des Allianz-Konzerns. Sie erreichen ihn unter: gastautor@handelsblatt.com Quelle: Reuters

Sollen wir auf die allmähliche Erholung in den hochentwickelten Ländern und das solide Wachstum in den Schwellenländern vertrauen? Oder sollen wir uns gegen hohe Ölpreise, Erschütterungen im Nahen Osten, die nukleare Unsicherheit in Japan und nicht zuletzt gegen die Haushaltsrisiken in den USA wappnen? Insbesondere die Kreditwarnung der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) zeigt, welche Gefahren die allgemeine Verschlechterung der Bonität führender Volkswirtschaften für die globale Wirtschaft birgt.

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Mir fallen an dieser Stelle insgesamt vier größere Risiken für die Welt ein, die an Bedeutung zunehmen und immer bedrohlicher werden. Zunächst muss die Welt als Ganzes die wirtschaftlichen Folgen der Unruhen im Nahen Osten und der Tragödien in Japan erst noch bewältigen. Diese Ereignisse haben ihre zerstörerischen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft noch nicht voll entfaltet. Es kommt nicht oft vor, dass sich die Welt dem stagflatorischen Risiko einer gleichzeitigen Verringerung von Nachfrage und Angebot ausgesetzt sieht. Noch ungewöhnlicher ist es, dass zwei separate Entwicklungen zu einem derartigen Resultat führen.

Die Aufstände im Nahen Osten haben die Ölpreise in die Höhe gedrückt, damit gleichzeitig einen Teil der Kaufkraft der Verbraucher abgeschöpft und für viele Hersteller die Faktorpreise erhöht. Zugleich hat sich die Katastrophe in Japan vernichtend auf das Verbrauchervertrauen ausgewirkt und die grenzübergreifenden Produktionsketten gestört.

Das zweite große globale Risiko kommt aus Europa, wo Deutschlands starke Entwicklung mit einer Schuldenkrise an der EU-Peripherie zusammenfällt. Letzte Woche hat nach Griechenland und Irland nun Portugal formell Rettungsgelder beantragt, um einen Zahlungsausfall zu vermeiden. Im Austausch für Notkredite haben alle drei Länder massive Sparprogramme eingeleitet. Doch trotz der enormen gesellschaftlichen Schmerzen, die dieser Ansatz verursacht, wird er auf ihren weiter steigenden Schuldenüberhang keine merklichen Auswirkungen haben.

Zugleich ist auf dem Häusermarkt in den USA erneut eine Abschwächung zu verzeichnen – das dritte große globale Risiko. Trotz bereits steil gefallener Häuserpreise hat es bisher keine substanzielle Erholung gegeben. Tatsächlich stehen die Preise in einigen Gegenden erneut unter Druck, was sich, falls es schwieriger werden sollte, Hypotheken zu bekommen, noch verschlimmern könnte. Da der Häusermarkt entscheidenden Einfluss auf das Konsumverhalten in Amerika hat, wird jeder weitere größere Rückgang der Eigenheimpreise das Vertrauen der Verbraucher schwächen und die Ausgaben senken. Zugleich wird ein derartiger Rückschlag es den Amerikanern weiter erschweren, für ihre Jobsuche in bestimmte Teile des Landes umzuziehen, was das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit verstärkt.

  • 20.04.2011, 18:08 Uhrk.h.a.

    Gute Analyse, nicht neu, Tagesgespräch unter Analytikern der fundamentalen Denke, die sich allerdings recht selten in den Medien äußern (dürfen). Zu ergänzen wäre: die Fed- Gelddruckerei als bald einzige Finanzierung der steigenden Staatsschulden (einzig verbliebene Möglichkeit die niederen Zinsen noch zu "drücken") führt zusätzlich zu Geldvermehrungen bei Banken und Investoren (zu Umsonst) und einem wohl einzigartigen Carry-Trade in andere Währungen, welche mehr Zins, billige Assets und Rohstoffe bieten. Daraus folgt dort Preissteigerung (die in USA rückwirkt durch Importe), Währungsteuerung, Ausverkauf. Alles Mist und vor allem beim Rückdrehen - wohl im Mai/Juni, es sei Ben gibt QE 3 - verursacht es überall eine Riesenkatastrophe. Nebenbei: es gehen Gerüchte, Pimco sei wieder long bei UST. Könnte stimmen.

  • 20.04.2011, 17:43 UhrAnonymer Benutzer: Nikolaus

    die warnung von S&P kommt nicht "gerade rechtzeitig" sondern lächerlich spät. der ganze artikel ist ziemlich spätes, bekanntes blabla.

  • 20.04.2011, 16:03 UhrAnonymer Benutzer: WPPJ

    Wir Reden hier andauernd ueber die USA und den Aufschwung.
    Ist allen klar das wir einen weiteren Player haben und der heisst China.
    Wo wuerde die heutige Automobilindustrie stehen wenn China nicht wie ein Staubsauger funktionieren wuerde. Wir muessen im Moment doch jedem Chinesen dankbar sein ein Q7 gekauft zu haben.
    Wohnungspreise, dann schauen sie mal nach Spanien was da gerade abgeht, dazu bracht man nicht die USA.
    Das Gesundheitswesen Kollabiert gerade mit Steichungen in Millionen Hoehen in Catalynien. Wehe dem der in Barcelona einen Unfall hat der verblutet auf der Strasse, da unzaehlige Operationssaele geschlossen worden sind.
    Die Krise zeigt zeitversetzt jetzt ihre Wirkung, es ist kein Geld mehr da. Aus und vorbei

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