
FRANKFURT. Die Nachfrage nach der neuen portugiesischen Anleihe hält sich am ersten Handelstag in Grenzen. Auf dem Handelssystem Bloomberg boten Banken an, die Anleihe zu Kursen zwischen 97,84 und 99,8 Prozent zu kaufen.
Lissabon hatte die neue in fünf Jahren fällige Anleihe, die sich mit einem jährlichen Kupon von 6,4 Prozent verzinst, zu einem Kurs von 99,762 Prozent platziert. Dabei ergab sich eine Emissionsrendite von 6,457 Prozent, was einem hohen Renditeaufschlag von mehr als vier Prozentpunkten zur fünfjährigen deutschen Bundesanleihe entsprach. Gleichzeitig bot die Anleihe einen Aufschlag von knapp 0,2 Prozentpunkten über vergleichbaren portugiesischen Anleihen und ist von daher für Investoren attraktiv.
Dauerhaft könne Lissabon so hohe Zinszahlungen nicht stemmen, meint Norbert Aul, Zinsstratege bei der Royal Bank of Canada. Immerhin verschaffe die neue Anleihe Portugal aber etwas Luft. Mitte April muss Lissabon Anleihen im Wet von 4,5 Milliarden Euro zurückzahlen, zusätzlich werden Zinsen über 700 Millionen Euro fällig.
Die Anleihe könnte Portugal helfen, Irlands Schicksal zu vermeiden, sagt David Schnautz, Zinsstratege bei der Commerzbank. Irland hatte als erstes Land im November Kredithilfen aus dem Europäischen Rettungspaket in Anspruch nehmen müssen. Allerdings hatte die Regierung in Dublin zu diesem Zeitpunkt betont, dass sie bis Mitte 2011 kein frisches Geld von den Anleiheinvestoren brauche und durchfinanziert sei. Irland wurde aber von europäischen Politikern und der Europäischen Zentralbank dazu gedrängt, die Kredithilfen in Anspruch zu nehmen. Nach Angaben von Portugals Finanzsstaatssekretär Carlos Pina hat Lissabon bereits ein Drittel seines für dieses Jahr anstehenden Finanzbedarfs gedeckt.
Für die neue Anleihe Portugals im Volumen von 3,5 Milliarden Euro hatten die mit der Platzierung beauftragen Banken von Investoren Kaufaufträge nach eigenen Angaben über mehr als sieben Milliarden Euro bekommen. Die Konsortialführer waren Deutsche Bank, Barclays, BNP Paribas, Caixa Banco Investimento HSBC und Morgan Stanley.
Die größten Investorengruppen waren Banken, Fonds und Vermögensverwalter sowie Versicherer und Pensionskassen. An sie gingen jeweils rund 30 Prozent der Anleihe. Hedge-Fonds bekamen dagegen nur drei Prozent der neuen Portugal-Anleihe, auch Zentralbanken und staatsnahe Institute gingen nur acht Prozent.
Regional wurde die Anleihe vorwiegend an europäische Anleger verkauft: 31 Prozent der Emission gingen an Investoren in Portugal, 23 Prozent an Investoren in Großbritannien, zwölf Prozent an Investoren in Frankreich und acht Prozent an Investoren in Deutschland und Österreich. Anleger in Asien - vorwiegend Zentralbanken und staatsnahe Institutionen - kauften nur sieben Prozent des Portugal-Bonds. Zum Vergleich: Die Anleihen, die EU-Kommission und der Europäische Rettungsfonds EFSF aufgelegt hatten, um einen Teil der Kredite an Irland zu finanzieren, gingen zu 21,5 Prozent und 38,5 Prozent an asiatische Anleger.




