Anleihen

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Schlechtes Rating: S&P watscht Spanien ab

Rückschlag für Spanien: Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des krisengeschüttelten Euro-Schwergewichts gesenkt. Jetzt liegt sie nur noch eine Stufe über Ramschniveau. Und der Ausblick ist negativ.

Die spanische Flagge am Plaza de Cibeles in Madrid. Quelle: AFP
Die spanische Flagge am Plaza de Cibeles in Madrid. Quelle: AFP

Washington/LondonDie Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit Spaniens gleich um zwei Stufen von „BBB+“ auf „BBB-“ gesenkt. Damit befindet sich die Kreditwürdigkeit der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone nur noch eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau. Auch der Ausblick bleibe negativ, teilte S&P am Mittwochabend mit. Es droht also eine weitere Herabstufung.

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Ratingagenturen

Die verschärfte Rezession beschränke die Handlungsmöglichkeiten der Regierung, schreibt S&P. Die steigende Arbeitslosigkeit und Ausgabenkürzungen würden die soziale Unzufriedenheit schüren und die Spannungen zwischen der Zentralregierung und den Regionen verschärfen." Die sich vertiefende Rezession begrenzt die Politikmöglichkeiten der spanischen Regierung", erklärte Standard & Poor's. Die steigende Arbeitslosigkeit und die Einschränkungen bei den Staatsausgaben vergrößerten die soziale Unzufriedenheit und führten zu Spannungen zwischen der Regierung in Madrid und den Regionen. Außerdem gebe es Zweifel am Willen einiger Mitgliedsstaaten der Euro-Zone, die Kosten für eine Rekapitalisierung der spanischen Banken auf alle Schultern zu verteilen.

Staatspleiten sind die Regel

  • Argentinien

    Jahr der Unabhängigkeit: 1816

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit* 1800: 32,5 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 7

    *Die Berechnungen der Länder, die vor 1800 unabhängig wurden, sind von 1800-2006.

    Quellen: Berechnungen von Flossbach und Vorndran (2012), sowie Standard & Poor's, Purcell und Kaufmann (1991), Reinhart, Rogoff und Savastano (2003) und darin zitierte Quellen.

  • Australien

    Jahr der Unabhängigkeit: 1901

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 0,0 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: keine

  • Brasilien

    Jahr der Unabhängigkeit: 1822

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 25,2 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 9

  • Deutschland

    Jahr der Unabhängigkeit: 1618

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 13 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 8

  • Finnland

    Jahr der Unabhängigkeit: 1917

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 0,0 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: keine

  • Frankreich

    Jahr der Unabhängigkeit: 943

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit 1800: 0,0 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 8

  • Griechenland

    Jahr der Unabhängigkeit: 1829

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit 1800: 50,6 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 5

  • Großbritannien

    Jahr der Unabhängigkeit: 1066

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 0,0 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: keine

  • Italien

    Jahr der Unabhängigkeit: 1569

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 3,4 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 1

  • Kolumbien

    Jahr der Unabhängigkeit: 1819

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 36,2 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 7

  • Mexiko

    Jahr der Unabhängigkeit: 1821

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 44,6 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 8

  • Niederlande

    Jahr der Unabhängigkeit: 1581

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 6,3 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 1

  • Norwegen

    Jahr der Unabhängigkeit: 1581

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 0,0 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: keine

  • Österreich

    Jahr der Unabhängigkeit: 1282

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 17,4 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 7

  • Portugal

    Jahr der Unabhängigkeit: 1139

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit 1800: 10,6 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 3

  • Russland

    Jahr der Unabhängigkeit: 1457

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 39,1 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 5

  • Schweden

    Jahr der Unabhängigkeit: 1523

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 0,0 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: keine

  • Spanien

    Jahr der Unabhängigkeit: 1476

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 23,7 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 13

  • Türkei

    Jahr der Unabhängigkeit: 1453

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 15,5 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 6

  • USA

    Jahr der Unabhängigkeit: 1783

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 0,0 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: keine

  • Venezuela

    Jahr der Unabhängigkeit: 1830

    Anteil der Jahre in Umschuldung oder Staatsbankrott seit Unabhängigkeit 1800: 38,4 Prozent

    Zahl der Umschuldungen oder Staatsbankrotte: 10

Der negative Ausblick bedeutet, dass Standard & Poor's die Bonität Spaniens noch weiter auf BB+ senken könnte. Damit hätten spanische Staatsanleihen dann Ramschstatus. Der Ratingagentur zufolge droht eine erneute Herabstufung, sollten die politische Unterstützung für die von der Regierung vorangetriebenen Reformen schwächer werden sowie Spaniens Zinsen an den Kapitalmärkten wegen mangelnder Unterstützung durch die anderen Länder der Euro-Zone über ein tragbares Niveau hinaus ansteigen.

Spanien

Spanien kämpft seit geraumer Zeit mit massiven wirtschaftlichen Problemen, die Arbeitslosenquote beträgt fast 25 Prozent. Für die Rettung der spanischen Banken haben die internationalen Geldgeber bereits bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt. Die Krise hat in den vergangenen Wochen zudem zu vermehrten Überlegungen spanischer Regionen zur Abspaltung von Madrid geführt.

  • 11.10.2012, 17:47 Uhrfjv2

    ich würde Spanien auch für 10% kein Geld mehr leihen...
    6-7% sind viel zu billig, wenn man das Risiko betrachtet...

  • 11.10.2012, 11:19 UhrDr.NorbertLeineweber

    Wer das nicht verhergesehen hat, war schlichtweg zu unbedarft.Durch den Euro, eine überbewertete Inlandswährung haben wir wir eine Anomalie, die so noch nie vorgekommen ist: Die Risikoprämien schrumpfen nicht mehr zusammen, sondern verharrren auf hohem Niveau. Refinanzierungen bleiben extrem teuer, z.B. 6% für Spanien. Die Nullzinspolitik führt nicht mehr die gesamte Zinslandschaft nach unten. Die Risiken werden nicht mehr ausgepreist. Sie bleiben und bleiben und werden bleiben.Die faulen Kartoffeln gammeln bis zum ESM vor sich hin. Das Misstrauen ist größer als früher bei Unternehmensanleihen, das ist der wahre Krisengrund.

    Was also den maroden Unternehmen nach Rezessionen regelmäßig gelang, gelingt bei den Staatspapieren nicht mehr. Die strukturellen Verwerfungen sind so groß, dass ein Abschmelzen der Zinsspreads nicht möglich ist. Und die hohen Zinsen werden z.B. an Spanien so lange nagen, bis der Vollbankrott eingetreten ist, vgl. fortunanetz. Wäre Lehman nicht gewesen, wäre es nicht anders gekommen, der Brandbeschleuniger ist hausgemacht, Marke Euro

  • 11.10.2012, 10:51 UhrRot

    Natürlich haben die Ratingagenturen Schuld koruppte Regierungen in die Pleite fühhren. Die Spekulanten haben herrliche Gewinne im DAX gemacht. Das hatte Herr Steinbrück doch erwartet, wenn wir Griechenland keine Zeit und kein Geld mehr geben. Kein Wunder , dass Ex-Politiker wie Schröder, Riester usw. nur bei zweifelhaften Firmen hoch bezahlten Beraterstatus erlangen. Jedes andere Unternehmen mit solchen Führungskräften würde in die Insolvenz gehen. Siehe die ganzen Gewerkschaftunternehmen.

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