_

Schuldenkrise in Europa: Anleger stoßen Portugals Anleihen ab

Während Italien erfolgreich Geld einsammelt und die EU-Granden um den Schuldenschnitt Griechenlands ringen, wetten Investoren bereits auf die nächste Staatspleite. Für Portugal wird die Luft dünner.

Portugiesische Landesfahne: Die Rendite für Bonds ist auf dem höchsten Stand seit Einführung des Euros. Quelle: dpa
Portugiesische Landesfahne: Die Rendite für Bonds ist auf dem höchsten Stand seit Einführung des Euros. Quelle: dpa

FrankfurtGriechenland braucht dringend neue Kredite, sonst droht der unmittelbare Bankrott. Außerdem sollen die Gläubiger einem Schuldenerlass zustimmen. Das südeuropäische Land beherrscht so sehr die Schlagzeilen, dass für die anderen Schauplätze der Euro-Krise kaum Platz bleibt. Dabei haben die Investoren schon den nächsten Pleitekandidaten ausgeguckt. „Nicht nur Griechenland, auch andere Staaten sind insolvent“, sagte der Ökonom Nouriel Roubini am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Anzeige

Was im Getöse um Griechenland fast unterging: In den vergangenen Tagen sind die Renditen portugiesischer Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit Einführung des Euro geklettert. Die Renditen der fünf- und zehnjährigen Papiere stiegen auf 23 beziehungsweise 17 Prozent. Händler meinten, die Europäische Zentralbank habe versucht, portugiesische Anleihen zu stützen, dennoch fielen die Kurse weiter.

Kreditversicherungen Welchen Staaten die Investoren misstrauen

  • Kreditversicherungen: Welchen Staaten die Investoren misstrauen
  • Kreditversicherungen: Welchen Staaten die Investoren misstrauen
  • Kreditversicherungen: Welchen Staaten die Investoren misstrauen
  • Kreditversicherungen: Welchen Staaten die Investoren misstrauen

Die Risikoprämie der portugiesischen Bonds zeige, dass die Situation ebenso gefährlich wie die griechische sei, sagte Peter Dixon von der Commerzbank in einem Interview mit Bloomberg Television.

Auch die Kosten für Ausfallversicherungen erreichen bedrohliche Ausmaße. Die sogenannten Credit Default Swaps (CDS) stiegen auf 4250 Basispunkte – ebenfalls ein neues Allzeithoch. Übersetzt heißt das: Wer zehn Millionen für fünf Jahre versichern will, muss dafür im Voraus 4,25 Millionen Euro bezahlen. So hohe Kosten verlangt der Markt eigentlich nur, wenn ein Schuldner als akut pleitegefährdet gilt.

Zentrale Fragen zum Euro-Rettungsschirm

  • Was ist die EFSF?

    Die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (European Financial Stability Facility, EFSF) wurde am 10. Mai 2010 als vorläufiger Euro-Rettungsschirm von einem EU-Gipfel ins Leben gerufen. Sie wird Mitte 2013 vom dauerhaften Rettungsschirms ESM abgelöst, der über dieselben Möglichkeiten verfügen soll. Die EFSF wird von dem deutschen Beamten Klaus Regling geführt.

  • Was müssen die Hilfeempfänger leisten?

    Geholfen wird in jedem Fall nur, wenn ein hilfesuchendes Land Auflagen erfüllt. Erhält es EFSF-Kredite oder kommt es zu Anleihenkäufen, muss es sich einem vollen Reformprogramm unterziehen. Bei einer vorsorglichen Kreditlinie sind weniger strikte Auflagen vorgesehen. Hilfskredite für die Banken eines Landes werden an Reformen im Finanzsektor des Landes geknüpft. Die EFSF-Gelder werden außerdem verzinst. Beschlüsse über Hilfsersuchen müssen die Euro-Regierungen einstimmig fällen.

  • Welche neuen Instrumente bekommt die EFSF?

    Die Euro-Staaten haben am 21. Juli die Garantie-Aufstockung und vier neue Instrumente für die EFSF beschlossen und dazu ihren EFSF-Rahmenvertrag angepasst. Die vier Instrumente sind: - Anleihenkäufe am Primärmarkt: Die EFSF kann künftig bei den Regierungen direkt neu ausgegebene Staatsanleihen kaufen. - Anleihen am Sekundärmarkt: Auch Anleihenkäufe an den Börsen sind möglich, aber nur im Ausnahmefall. - Vorsorgliche Kreditlinien: Euro-Länder können sich von der EFSF eine Kreditlinie zusichern lassen, die sie aber nicht nutzen müssen. Dies soll die Finanzmärkte beruhigen. - Die EFSF kann Ländern künftig besondere Kredite geben, damit sie ihre Banken rekapitalisieren können.

  • Was wird an der EFSF geändert?

    Die EFSF borgt sich das Geld selbst am Kapitalmarkt. Dafür stellen die Euro-Länder Garantien zur Verfügung, bisher 440 Milliarden Euro. Faktisch kann die EFSF bisher aber nur 260 Milliarden Euro aufnehmen. Denn um selbst ein Spitzenrating zu erhalten, müssen die von der EFSF aufgenommenen Kredite übersichert sein, weil nicht alle Euro-Länder wie Deutschland oder Frankreich ein AAA-Rating haben. Deshalb wird bei der EFSF 2.0 der Garantierahmen auf 780 Milliarden Euro erhöht. Für Deutschland steigt der Anteil von 123 auf 211 Milliarden Euro.

  • Was sind die Aufgaben der EFSF?

    Bisher kann die EFSF nur Kredite an Euro-Länder geben, die am Kapitalmarkt wegen ihrer hohen Verschuldung keine Kredite mehr zu tragbaren Zinsen aufnehmen können. Unter dem Schirm stehen derzeit Portugal und Irland. Die vor der EFSF-Gründung vereinbarten Hilfen für Griechenland werden auf Basis gesonderter Beschlüsse der Euro-Länder geleistet. Das bereits vereinbarte zweite Griechenland-Hilfspaket wird von der EFSF übernommen. Die EFSF kann 440 Milliarden Euro bereitstellen.

Vom Kapitalmarkt ist Portugal ohnehin schon abgeschnitten - und das dürfte für längere Zeit auch so bleiben. Derzeit wird das Land mit Mitteln des Rettungsfonds EFSF finanziert. Nur kurz laufende Papiere können die Portugiesen noch an den Mann bringen – am Mittwoch steht die nächste Auktion an.

  • 01.02.2012, 08:20 UhrAnonymer Benutzer: Columbus

    richtig , die Chinesen gehen ins Casino - und zwar in Portugal.
    Über die Anleihekäufe wird das zuviel an Dollarreserven abgestoßen.
    Ausserdem ist eine chinesische Kolonie in Europa durchaus langfristig interessant .
    Sind eben clevere Leute , genau wie sie sagen.

  • 31.01.2012, 18:54 UhrAnonymer Benutzer: Achillesienne

    Ohne genaue Quellenangabe ist das Zitat von Juncker unseriös. Also?

  • 31.01.2012, 18:42 UhrAnonymer Benutzer: Achillesienne

    Die Chinesen sind doch eigentlich clevere Leute.
    Kann mir nicht vorstellen, dass China Schrottanleihen aufkauft. Zu welchem Zweck? Um sie 30 Jahre zu halten ohne Aussicht auf ordentliche Gewinne? Dann gehe ich doch lieber ins Casino, da habe ich wenigstens eine Chance.

Ratgeber Geldanlage

Die beste Strategie für das eigene Vermögen: Der Ratgeber von Handelsblatt Online erklärt Grundlagen, Chancen und Risiken von Investments in Aktien, Fonds, Anleihen, Zertifikaten und Zinskonten. Anleger erfahren, wie sie die passenden Produkte auswählen und unkalkulierbare Risiken vermeiden. Mehr…

  • Depot-Contest
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 30 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

  • Video

Börsen-News Börse Frankfurt am Abend

Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenausklang eine Achterbahnfahrt hingelegt. Neue Probleme im hoch verschuldeten Spanien wirkten sich belastend auf das Handelsgeschehen aus.

  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Bausparrechner

    Der Bausparberater hilft den passenden Bausparvertrag zu finden.

  • Finanzierungsplanung

    Der Kassensturz zeigt, wie viel Kredit sich Immobilienkäufer leisten können.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Notar- und Grundbuchrechner

    Die Nebenkosten machen beim Immobilienkauf einige tausend Euro aus. Wie viel Sie zahlen müssen.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Zinsentscheidung

    Immobilienbesitzer können ausrechnen, ob sie Kredite kurz- oder langfristig festschreiben sollten.

  • Angebotsvergleich

    Niedrige Zinsen sind nicht alles. Vergleichen Sie die Baugeld-Offerten von mehreren Banken.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Renten-Rechner

    Welches Vermögen und welche Sparraten Sie aufbringen müssen, um eine Rentenlücke zu decken.

  • Ratgeber Versicherungen

    Rundum geschützt: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie sich optimal gegen Risiken absichern

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Immobilien-Wertfinder

    Finden Sie Miete- und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße mit einem interaktivem Tool.

  • Ratgeber Altersvorsorge

    Clever sparen für den Ruhestand: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine solide Altersvorsorge planen.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Auto-Versicherungsvergleich

    Mit dem Auto-Versicherungsvergleich können günstige Versicherungen suchen aund damit ihre Kosten reduzieren.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen