Anleihen

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Schuldenschnitt: Wette auf Griechenland-Pleite zahlt sich aus

Die vom Schuldenschnitt betroffenen Anleihen Griechenlands sind kaum noch etwas wert. Wer mit Kreditausfallversicherungen auf eine Pleite spekuliert hat, ist aber fein raus. Bald fließen Milliarden als Entschädigung.

Insgesamt dürften 2,5 Milliarden Dollar an Investoren fließen, die sich mit CDS gegen eine Pleite Griechenlands abgesichert oder auf einen solchen spekuliert haben. Quelle: AFP
Insgesamt dürften 2,5 Milliarden Dollar an Investoren fließen, die sich mit CDS gegen eine Pleite Griechenlands abgesichert oder auf einen solchen spekuliert haben. Quelle: AFP

Es ist das große Reinemachen vor dem Zahltag: Banken und Großinvestoren haben in einer Auktion ermittelt, was nach dem Schuldenschnitt der Griechen übriggeblieben ist. Der Restwert der Griechen-Bonds beträgt 21,5 Prozent ihres ursprünglichen Nennwerts. Dies teilten die beiden Auktionsleiter, der Datenanbieter Markit und die auf Kreditderivate spezialisierte Handelsplattform Creditex, am Montagnachmittag mit.

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Der Ablauf dieses Auktionsverfahren lief nach einem bewährten Protokoll ab: Es trägt den technischen Titel „Auction Settlement and Restructuring CDS Protocol“, in der Derivate-Branche auch bekannt unter dem Spitznamen „Small Bang“.

Welche Banken mit CDS auf Griechenland handeln

  • Deutsche Bank

    CDS gekauft („protection buyer“): 4,324 Milliarden Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 4,420 Milliarden Euro

    Summe: - 96 Millionen Euro

    Quelle: European Banking Authority (EBA)

  • Commerzbank

    CDS gekauft („protection buyer“): 825 Millionen Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 825 Millionen Euro

    Summe: 0

  • Landesbank Baden-Württemberg

    CDS gekauft („protection buyer“): 271 Millionen Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 216 Millionen Euro

    Summe: 55 Millionen Euro

  • DZ Bank

    CDS gekauft („protection buyer“): 636 Millionen Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 806 Millionen Euro

    Summe: - 170 Millionen Euro

  • NordLB

    CDS gekauft („protection buyer“): 0

    CDS verkauft („protection seller“): 92 Millionen Euro

    Summe: - 92 Millionen Euro

  • WestLB

    CDS gekauft („protection buyer“): 326 Millionen Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 403 Millionen Euro

    Summe: - 77 Millionen Euro

  • DekaBank

    CDS gekauft („protection buyer“): 10 Millionen Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 20 Millionen Euro

    Summe: - 10 Millionen Euro

  • Österreichische Volksbank

    CDS gekauft („protection buyer“): 81 Millionen Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 35 Millionen Euro

    Summe: 46 Millionen Euro

  • Banco Santander

    CDS gekauft („protection buyer“): 214 Millionen Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 214 Millionen Euro

    Summe: 0

  • BNP Paribas

    CDS gekauft („protection buyer“): 214 Millionen Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 306 Millionen Euro

    Summe: - 92 Millionen Euro

  • Credit Agricole

    CDS gekauft („protection buyer“): 9 Millionen Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 48 Millionen Euro

    Summe: - 39 Millionen Euro

  • Societe Generale

    CDS gekauft („protection buyer“): 2,454 Milliarden Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 2,457 Milliarden Euro

    Summe: - 3 Millionen Euro

  • Royal Bank of Scotland

    CDS gekauft („protection buyer“): 3,375 Milliarden Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 3,152 Milliarden Euro

    Summe: 223 Millionen Euro

  • HSBC Holdings

    CDS gekauft („protection buyer“): 1,725 Milliarden Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 1,482 Milliarden Euro

    Summe: 243 Millionen Euro

  • Barclays

    CDS gekauft („protection buyer“): 4,372 Milliarden Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 4,451 Milliarden Euro

    Summe: - 79 Millionen Euro

  • Unicredit

    CDS gekauft („protection buyer“): 817 Millionen Euro

    CDS verkauft („protection seller“): 1,116 Milliarden Euro

    Summe: - 299 Millionen Euro

    Quelle: European Banking Authority (EBA)

Damit lässt sich der Schaden für die Investoren genau taxieren - sie haben fast 80 Prozent verloren. In einem zweiten Schritt wird nun berechnet, wie hoch die Entschädigung für diejenigen ausfällt, die mit Kreditausfallversicherungen – Credit Default Swaps (CDS) – spekuliert haben.

Mit CDS sichern sich Investoren bei anderen Investoren vor dem Zahlungsausfall eines Schuldners ab und zahlen dafür jährlich eine Prämie. Sie profitieren aber nicht nur bei einem Zahlungsausfall, sondern auch dann, wenn die CDS-Prämien steigen und sie so ihren Schutz teuer an andere Investoren weiterverkaufen können.

Das US-Abwicklungshaus DTCC beziffert das Gesamtvolumen aller Griechenland-CDS auf rund 70 Milliarden Dollar. Da viele der großen Spieler am CDS-Markt die Ausfallversicherungen aber nicht nur verkauft, sondern auch gekauft haben, liegt die Nettosumme deutlich niedriger.

Presseschau Eine Belohnung für die Zocker

Die Entscheidung des internationalen Derivateverbands zur Fälligkeit von Kreditausfallversicherungen sorgt für ein großes Medienecho. Doch das Votum bleibt umstritten. Die Presseschau.

Presseschau: Belohnung für die Zocker

Wer seine Bestände über CDS abgesichert hat, erhält von den Emittenten den Nennwert der Bonds abzüglich dem Restwert, der sogenannten "Recovery Rate". Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters sind dies insgesamt 2,5 Milliarden Dollar.

  • 21.03.2012, 10:24 UhrErnst

    @ Bastian

    Sie unterstellen somit, daß potentielle Interessenten für griechische Staatsanleihen den Wert dieser Anleihen nach den dafür abgeschlossenen Kreditausfallversicherungen bemessen - entweder weil bereits sehr viele (hohe) Versicherungssummen abgeschlossen sind oder weil man das vermutet - und daher die Anleihen nicht oder nur mit hohen Abschlägen kaufen.

    Mit einer zeitlich und sachlich rational nachvollziehbaren Wirkungskette hat das dann allerdings kaum noch etwas zu tun.

  • 20.03.2012, 11:59 UhrLe-h-r-tasche

    PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!
    "Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang." (Schiller)
    Durch geschickte Fältelung griechischer Staatspapiere läßt sich das Staatssiegel als Segel eines Schiffchens formen, was bei Regen in der Gosse ausgesetzt verfolgt werden kann, bis es letztlich im Gulli entschwindet.

    Denke, daß Göttervater Zeus so im September vom Olymp herab seinen Leutchen in Athen den Lichtschalter umlegen wird.

  • 20.03.2012, 08:15 UhrBastian

    @Ernst ... das stimmt zwar. Wenn Ihre Bank jedoch das Risiko eines Brandes Ihres Hauses an die Anzahl an Versicherungen koppelt die Ihr Haus gegen Feuer versichern so wäre Ihre Haus (aus Sicht der Bank) extrem Feuergefährdet und damit wohl nicht mehr verkäuflich. Ihr Haus wäre also nichts mehr wert (was dem Abfackeln gleichkommt) ohne dass Sie auch nur im geringsten dafür verantwortlich sind.

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