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Schuldensstaaten: Pimco hält europäische Anleihen für Schrott

Die Schuldenkrise wird Europa nicht so schnell loslassen. Für Italien oder Spanien dürfte es nicht leicht werden, Anleihen zu platzieren. Der weltgrößte Anleihe-Investor vergleicht die Bonds mit Subprime-Papieren.

Für Krisenländer wie Spanien, Italien, Portugal und Irland könnten Staatsanleihenplatzierungen auch im neuen Jahr zu Zitterpartien werden. Quelle: dpa
Für Krisenländer wie Spanien, Italien, Portugal und Irland könnten Staatsanleihenplatzierungen auch im neuen Jahr zu Zitterpartien werden. Quelle: dpa

FrankfurtDie gute Nachricht vorweg: Die meisten Strategen erwarten, dass der Euro das Schicksalsjahr 2012 überleben wird. Die schlechte Nachricht: Bis dahin ist es ein weiter Weg. Für die angeschlagenen großen Euro-Länder Italien und auch Spanien dürften die nächsten Platzierungen von Staatsanleihen zur Zitterpartie werden.

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Ein Manager des weltgrößten Anleihe-Investors Pimco kommt sogar zu dem Schluss, europäische Staatsanleihen hätten denselben Status wie Subprime-Hypothekenpapiere auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. "Es ist fast so wie 2008, als die US-Banken und Investoren nicht mit Beständen an Subprime-Hypotheken oder anderen so genannten faulen Anlagen gesehen werden wollten", sagte Anthony Crescenzi, Executive Vice President der amerikanischen Gesellschaft in einem Interview mit Bloomberg Radio.

"Was Europa versucht, ist eine Union, eine Eheschließung, eine Finanzgemeinschaft innerhalb eines Jahre zu formen", sagte Crescenzi weiter. "Man könnte sagen, sie schließen gerade einen Ehevertrag. Es gibt aber immer noch Unklarheit in der Frage, ob sie nun tatsächlich vor den Altar treten und Ja sagen werden."

Analysten-Prognose für 2012 (Jahresendstand)

  • Baader Bank

    Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

    Quelle: Handelsblatt-Kapitalmarkt-Umfrage vom 29.12.2011

  • Bank Julius Bär

    Dax: 6.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,46 $

  • Bank Sarasin

    Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

  • Bankhaus Lampe

    Dax: 7.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,38 $

  • Bayerische Landesbank

    Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,45 $

  • Berenberg Bank

    Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,2%; Euro/Dollar: 1,40 $

  • Bethmann Bank

    Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,35 $

  • BHF-Bank

    Dax: 6.350; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

  • BNP Paribas

    Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,40 $

  • Citi

    Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,5%; Euro/Dollar: 1,26 $

  • Commerzbank

    Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

  • DekaBank

    Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,40 $

  • Deutsche Bank

    Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

  • DZ Bank

    Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,40 $

  • Ellwanger & Geiger

    Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,85%; Euro/Dollar: 1,23 $

  • Fürst Fugger Privatbank

    Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,65%; Euro/Dollar: 1,22 $

  • Haspa

    Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,30 $

  • Hauck & Aufhäuser

    Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,35 $

  • Helaba

    Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,45 $

  • HSBC Trinkaus

    Dax: 5.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,44 $

  • JP Morgan

    Dax: 6.850; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,38 $

  • LBBW

    Dax: 7.500 (vorher: 6.500); Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

  • M.M.WArburg & Co.

    Dax: 6.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

  • National Bank

    Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

  • Natixis

    Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,2%; Euro/Dollar: 1,35 $

  • Nomura

    Dax: 7.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: k.A.; Euro/Dollar: 1,25 $

  • NordLB

    Dax: 6.100; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,25 $

  • Postbank

    Dax: 7.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

  • Royal Bank of Scotland

    Dax: 7.380; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,6%; Euro/Dollar: 1,37 $

  • Santander Cons. Bank

    Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,35 $

  • Société Générale

    Dax: 5.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,1%; Euro/Dollar: 1,30 $

  • Syz & Co.

    Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

  • UBS

    Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

  • VP Bank

    Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,35%; Euro/Dollar: 1,30 $

  • West LB

    Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,40 $

  • WGZ-Bank

    Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,3%; Euro/Dollar: 1,30 $

In diesem Jahr haben die Politiker und Notenbanker in Italien, Portugal und Griechenland es nicht geschafft, die Anleger zu überzeugen. Im Gegenteil: In Griechenland ist ein Schuldenschnitt für private Gläubiger auf freiwilliger Basis ausgemachte Sache – entsprechend stürzten die Kurse der Bonds weiter ab. Auch portugiesische und italienische Anleihen machten Anlegern wenig Freude. In Spanien wird die Lage inzwischen wieder etwas besser gesehen – mit Spanien-Bonds erzielten Anleger unter dem Strich sogar leichte Gewinne. Ein Hoffnungszeichen für die Euro-Krisenländer ist Irland: Die Bonds des Landes, das vor gut einem Jahr unter den Rettungsschirm flüchtete, sind seit dem Sommer im Handel wieder gefragt.

Zeitbomben: Fällige Staatsanleihen

Quelle: Information Research

„Da das Vertrauen in die Politik fehlt, werden die Finanzmärkte den Staaten zur Erledigung ihrer Hausaufgaben auch weiterhin nicht die notwendige Zeit geben“, sagt Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. Von daher sei der nächste Gang ins „wirtschaftspolitische Waffenarsenal“ wohl nur eine Frage der Zeit. Auch andere Experten sind überzeugt, dass es ohne weitere Hilfen der Politik nicht geht. Mittelfristig erwarten Investoren wie Detlev Kleis von UBS Global Asset Management aber, dass durch „Maßnahmen wie Strukturreformen auf EU-Ebene bis hin zu weiteren Staatsanleihekäufen durch die Europäische Zentralbank das Vertrauen der Anleger zurückgewonnen werden kann“.

Die Allianz sieht keine Probleme mit Anleihen der Schuldenstaaten. Der designierte Allianz-Finanzvorstand Maximilian Zimmerer sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, der Anteil italienischer Staatsanleihen an den Kapitalanlagen der Allianz Lebensversicherung liege bei über zwei Prozent. „Hier sehe ich aber kein Ausfallrisiko. Ich halte die Zinsen sogar für hochattraktiv“, sagte Zimmerer.

  • 31.12.2011, 12:05 UhrAnonymer Benutzer: Moika

    Was soll das? Hatte nicht die gleiche Gesellschaft vor sieben Monaten sämtliche US-Bonds mit dem gleichen Argument verkauft - und gingen danach in Bonds short? Als sie dann merkten, wie daneben sie lagen (minus 17%), änderte man einfach wieder die Strategie....

    Dummes Geschwätz, auch wenn es vom Größten der Branche kommt, bleibt einfach dummes Geschwätz.

  • 31.12.2011, 07:35 UhrAnonymer Benutzer: Arminius

    @ k.h.a.,

    dieser Zustand "Geschäft betreiben, jeder, wie er kann und möchte mit allen seinen guten und weniger guten Eigenschaften und Möglichkeiten" haben wir doch auch z.Z.
    Gerade da liegt das Problem,
    Wenn die Verträge nicht in dem Sinn geändert werden dass die Interesse der Währungsunion und EU insgesamt vorrangig vor den nationalen Interessen gestellt werden, ist Europa schon jetzt als gescheitert zu betrachten und daher sind Euro-Anleihen wirklich als Schrott zu betrachten.

  • 31.12.2011, 07:28 UhrAnonymer Benutzer: Arminius

    Zusätzlich zu den ungleichen Ausgangsvoraussetzungen und Standortvorteile erschwert die deutsch-französische Interessengemeinschaft eine Harmonisierung der Wirtschaften innerhalb der Eurozone.
    Die heutige EU-Regeln, das Gesetzt des Stärkeren oder Eigene Verantwortung, können langfristig nur zum Scheitern der EU führen.
    Wenn die Verträge nicht in dem Sinn geändert werden dass die Interesse der Währungsunion und EU insgesamt vorrangig vor den nationalen Interessen gestellt werden, ist Europa schon jetzt als gescheitert zu betrachten.

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