
MadridTrotz der Herabstufung seiner Bonitätsnote kann Spanien Investoren bei der Kreditaufnahme mit niedrigeren Renditen ködern als zuletzt. Das hoch verschuldete Land verkaufte am Dienstag Anleihen über insgesamt rund 4,9 Milliarden Euro. Dabei sank die Durchschnittsrendite von 18-Monats-Papieren leicht auf 3,022 Prozent von zuvor 3,072 Prozent. Die Rendite für einjährige Papiere fiel auf 2,823 Prozent nach 2,835 Prozent bei einer vorigen Emission.
Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte die Kreditwürdigkeit Spaniens vorige Woche um zwei Stufen auf BBB-Minus gesenkt. Am Dienstag bewerteten die Experten nun auch die Bonität von 15 Banken des Landes schlechter. Die Ratings der beiden größten spanischen Banken Santander und BBVA versah die Agentur je mit einem negativen Ausblick und begründete dies mit der schlechteren Bewertung Spaniens.
Die Euro-Zone rechnet nach den Worten ranghoher Vertreter im November mit einem Antrag Spaniens auf Hilfen durch den Euro-Rettungsschirm ESM. Dies verlautete am Wochenende beim Gipfel von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF). "Ich bin sicher, dass es dann passieren wird - im November", hatte ein mit der Sache vertrauter Vertreter der Euro-Zone in Tokio gesagt.
Barclays (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro
Deutsche Bank (Deutschland) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro
Royal Bank of Scotland (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,6 Milliarden Euro
UBS (Schweiz) - Marktkapitalisierung (2011): 41,3 Milliarden Euro
BNP Paribas (Frankreich) - Marktkapitalisierung (2011): 45,4 Milliarden Euro
Standard Chartered (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 45,5 Milliarden Euro
Allied Irish Banks (Irland) - Marktkapitalisierung (2011): 48,8 Milliarden Euro
Banco Santander (Spanien) - Marktkapitalisierung (2011): 54,3 Milliarden Euro
Sberbank (Russland) - Marktkapitalisierung (2011): 55,9 Milliarden Euro
HSBC Holdings (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 120,8 Milliarden Euro
Zu den betroffenen Banken zählen die Branchengrößen Santander und BBVA, wie S&P am Dienstag mitteilte. Die beiden Banken hatten dank ihres stabilen Auslandsgeschäfts die Probleme auf dem Heimatmarkt bislang vergleichsweise gut weggesteckt, mussten aber zuletzt wegen der Immobilienkrise viel Geld zurücklegen.
S&P wertete sie nun wie zuvor den spanischen Staat um zwei Stufen ab. Die Ratingagentur begründete ihren Schritt damit, dass das Risiko für die Banken von der Lage Spaniens abhänge. Eine deutlich höhere Bewertung für die Banken als für den Staat sei nicht gerechtfertigt. Die Bonitätsnote des Landes hatte S&P in der vergangenen Woche von „BBB+“ auf „BBB-“ reduziert. Damit befindet sich die Kreditwürdigkeit nur noch eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau. Der Ausblick bleibt zudem negativ. Es droht also eine weitere Herabstufung.
Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.
Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.
Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.
Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.
Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.
Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.
Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.
Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.
„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.
Santander notiert nun noch bei „BBB“ - zwei Stufen über Ramschniveau. BBVA steht bei „BBB-“ und damit nur noch eine Stufe vor dem Abstieg in die Kategorie der spekulativen Anlagen. Der Ausblick ist bei beiden negativ. Weitere neun Banken mussten ebenfalls Federn lassen.
Eine Überraschung ist die Abwertung der Banken nicht. Die Ratingagenturen hatten in der Schuldenkrise nach einer Abstufung der Kreditwürdigkeit eines Staates auch immer kurze Zeit später den Daumen über den Banken des Landes gesenkt. Ein schwächeres Rating führt in der Regel dazu, dass die Zinsen für geliehenes Geld steigen.

Vielleicht sollte gar keine Geld "geschaffen", sondern Werte mal ERARBEITET werden?

Vielleicht haben inzwischen halt alle gemerkt, was US-Ratings wert sind: Gar nix!






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