Anleihen

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Standard & Poor’s: „Ratingfirmen fressen sich gegenseitig auf“

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. So lautet ein Sprichwort. Auf die Ratingagenturen scheint das nicht zuzutreffen. Die stufen sich gegenseitig herunter. In der Finanzwelt wird das nicht ohne Häme kommentiert.

Zentrale von Standard and Poor's in New York. Das US-Justizministerium verklagt die Ratingagentur auf Schadenersatz. Quelle: Reuters
Zentrale von Standard and Poor's in New York. Das US-Justizministerium verklagt die Ratingagentur auf Schadenersatz. Quelle: Reuters

Wird ein Unternehmen von einer Ratingagentur heruntergestuft, kann das unangenehme Folgen haben. Was aber passiert, wenn eine Ratingagentur selbst heruntergestuft wird? Dann ist die Schadenfreude groß.

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Das muss jetzt Standard & Poor’s, die weltgrößte Ratingagentur, erfahren. Der Konkurrent Moody‘s stufte die Kreditwürdigkeit von McGraw-Hill, der Muttergesellschaft von S&P, am späten Donnerstag von „A3“ auf „Baa2“ herunter.  Gleichzeitig drohte Moody's  eine weitere Senkung an. Die neue Bewertung liegt um zwei Stufen unterhalb der alten Bonitätsnote und zwei Stufen oberhalb der Kategorie „Ramsch“.

Vor einer Woche war der S&P-Mutterkonzern McGraw-Hill bereits von Fitch heruntergestuft worden, von „A-„ auf „BBB+“. Zugleich setzte Fitch den Ausblick auf „Watch Negative“.

Ein Grund für die Herunterstufung: Das US-Justizministerium hat eine Schadenersatzklage gegen S&P eingereicht. Die Regierung wirft S&P vor, die Risiken von Hypothekenanleihen, die als Mitauslöser der Kreditkrise gelten, bewusst falsch bewertet zu haben. Durch zu gute Noten für Hypothekenpapiere habe S&P die Investoren betrogen. Als der Markt zusammenbrach verloren Investoren Milliarden mit den angeblich so sicheren Wertpapieren. Washington will bis zu fünf Milliarden Dollar erstreiten.

Ratings der größten Volkswirtschaften der Welt

  • USA

    S&P Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA

    Ausblick: Negativ

  • China

    S&P Rating: AA-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aa3
    Ausblick: Positiv

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Japan

    S&P Rating: AA-
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Aa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Negativ

  • Deutschland

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Frankreich

    S&P Rating: AA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aa1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

  • Vereinigtes Königreich

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Aa1
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

  • Brasilien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Baa2
    Ausblick: Positiv

    Fitch Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

  • Italien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Baa2
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

  • Russland

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Baa1
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

  • Indien

    S&P Rating: BBB-
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Baa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: BBB-
    Ausblick: Stabil

  • Kanada

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Australien

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Spanien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Baa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

  • Schweiz

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

„Ratingagenturen haben ihre Marken 2008 beschädigt, und das hat jetzt Konsequenzen“, kommentierte Mat McCrum, Investmentdirektor bei Omega Global Investors. „Sie versuchten, mit ihrer Marke so viel Cashflow wie möglich zu erzielen und schadeten damit auf lange Sicht dem Wert ihrer Marke.“

S&P bestreitet jegliches Fehlverhalten. Die Klage des US-Justizministeriums entbehre „jeglicher faktischen oder juristischen Grundlage“, erklärte der Mutterkonzern McGraw-Hill. S&P zeigte sich überzeugt, den Fall gewinnen zu können und verwies auf 41 ähnliche Klagen in der Vergangenheit, die entweder vor Gericht verworfen oder zurückgezogen worden seien.

  • 15.02.2013, 16:50 Uhrscharfschuetze

    Warum die überhaupt existieren, habeich mich schon immer gefragt.
    Mein Vorschlag: Alle drei auf "TripleX" setzen, und zumachen.
    Denn diese Figuren braucht die Welt nicht.

  • 15.02.2013, 17:39 Uhrsieg-fried

    Die haben sich aufgrund von Inkompetenz, Ignoranz und Misstrauen mittlerweile selber obsolet gemacht. Einfach lachhaft.

    Des weiteren stehen diese Leute ja nicht mal mehr für ihre eigene Arbeit ein.

    Das ist so, als wenn ein Berater berät und gleichzeitig darauf hinweist, daß SEIN Gutachten von ihm nicht unterschrieben wird. Wer kauft dem Heini noch etwas ab?

    Profis machen mittlerweile genau das Gegenteil, was diese Agenturen empfehlen - es sei denn, daß es so offensichtlich ist, daß es auch ein Affe oder eine Krake Paul bescheinigen könnte.

  • 15.02.2013, 19:21 UhrRatingagenturen

    Man kann nur hoffen, daß der Konkurrenzkampf bei den Ratingagenturen wahrhaftig existiert und nicht nur vorgespielt wird. Die Macht der Ratingagenturen ist nicht im Sinne der sozialen Marktwirtschaft, sondern sie kann Staaten zerstören. Dagegen müssen sich Staat und Bürger wehren.

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