Handelsblatt: War das eine gute Idee?
Mayer: Nein, weil so die Ursprungsidee zweckentfremdet wurde. Die lautete ja nicht, marode Schuldner aus der Bredouille zu holen.
Handelsblatt: Was passiert, wenn wir den Bond bekämen?
Mayer: Der Charakter der Währungsunion änderte sich grundlegend. Wir sind bis jetzt in einer Gemeinschaft mit beschränkter Haftung, die Haftungslimits stehen. Mit Euro-Bonds bekämen wir eine Gesellschaft mit unbeschränkter Haftung. Es kann nicht sein, dass der deutsche Steuerzahler in unbegrenzter Haftung steht für fiskalpolitische Entscheidungen, die andere Länder treffen, ohne die Chance zu haben, diese Entscheidungen zu beeinflussen. Es ist ein Grundprinzip der Demokratie, dass der Bürger über das finanzielle Gebaren des Staates entscheidet. "No taxation without representation".
Handelsblatt: Sind Sie verblüfft, wie wenig Widerstand sich angesichts der Summen regt, die auf die Steuerzahler zukommen?
Mayer: Nein, weil die Zusammenhänge sehr abstrakt sind. Widerstand gegen Bahnhöfe oder Atomkraft lässt sich leichter organisieren. Mich wundert vielmehr, dass intelligente und lang gediente Politiker wie Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker nicht sehen, dass das an die Wurzeln des Demokratieverständnisses geht. Alle Reparaturen an der Währungsunion dürfen ihren Charakter als Gesellschaft mit beschränkter Haftung nicht verändern, solange wir keine Politische Union haben.
Handelsblatt: Wünschen Sie sich die denn?
Mayer: Ich halte sie schlicht für nicht möglich. Erinnern Sie sich doch, wie sich die Europäer in Abstimmungen dagegen gewährt haben, nationale Kompetenzen abzugeben.
All die kleinen Leute mit den kleinen Vermögen werden bezahlen. Eben die, die einem Artikel, in dem zwischen bonitäten diskriminiert wird und sich Europäer in Abstimmungen währen, auch nur einen Funken Vertrauen schenken. Die Falschheit der Wortwahl verbürgt den betrug, und wenn nicht ihn so die inkompetenz, was aufs gleiche hinausläuft.
mit Recht wird Juncker erwähnt, der eine treibende, für uns aber sehr nachteilige Rolle spielt. Man sollte diesem Mann endlich die Leitung der Eurogruppe entziehen!
Noch ein bis zwei Anmerkungen:
ich möchte meinen Zwei Vorrednern ausdrücklich zustimmen.
Nach wie vor scheint es hier Menschen zu geben, die glauben, dass Menschen wie Herr Meyer die Lage sachlich, objektiv einschätzen können. Vielleicht könnten sie es sogar, dürfen es aber aber von berufswegen nicht.
Zu den bösen Euro bonds: Was würde wohl passieren, wenn ein Land wie Spanien (heute las ich an anderer Stelle schon belgien,....) zahlungsunfähig wird ? Was würde mit einer Db, Commerzbank, etc. wohl passieren. Wer würde dann bezahlen, wie für die HRE, Sachsen Lb, Coba ? Doch wohl nicht etwa der Deutsche Steuerzahler, oder doch ? Dagegen war die Lehmann Pleite ein Fliegenschiss. Warum haben die USA mit 14 billionen Dollar Schulden ein Rating AAA?? Nichts hier hat mehr mit Fundamentaldaten zu tun, rein gar nichts, das weiß auch Herr Mayer, sonst käme er nicht mit dem Demokratieschwachsinn daher.
Noch ein kurzes Wort in die Schweiz (@CH):
Wenn ich in einem Land lebe, das zu einem Teil von ausländischen Geldern lebt, würde ich hier etwas vorsichtiger Schreiben. Vorteile gerne mitnehmen, aber keine Verpflichtungen eingehen, sehr schön der Herr. im Übrigen möchte mir der Herr (die Dame) doch mal die Schweizer Mentalität erklären, vor allem unter der Eidgenössischen bauernschaft. Mit einen Handstrich alle südlichen Länder als pauschal korrupt niederzuschreiben finde ich schon ein starkes Stück.





27 Kommentare
Alle Kommentare lesen