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Umschuldung: Dubai muss Teile seines Tafelsilbers verkaufen

Das Emirat will die Schulden seiner Staatsholding in Höhe von 14 Milliarden Dollar vollständig zurückzahlen. Experten gehen davon aus, dass sich Dubai World von einem Teil seines Vermögens trennen muss, um die Mittel aufzubringen.

Investoren auf dem Börsenparkett in Dubai: Die Staatsholding Dubai World soll restrukturiert werden. Quelle: Reuters
Investoren auf dem Börsenparkett in Dubai: Die Staatsholding Dubai World soll restrukturiert werden. Quelle: Reuters

LONDON. Mit einer Kapitalspritze von 9,5 Mrd. Dollar will das Golfeemirat Dubai ein für alle Mal die Schuldenkrise der in Finanznot geratenen Staatsholding Dubai World lösen. Einige der größten Gläubiger haben bereits ihre Zustimmung für die geplante Umschuldung signalisiert. Allerdings wachsen an den Finanzmärkten die Zweifel, dass das Emirat seinen Anteil an der Restrukturierung aus eigener Kraft stemmen kann. Analysten erwarten, dass die Scheichs sich von einem Teil ihres Tafelsilbers trennen müssen. Auf der Verkaufsliste könnten Kaufhäuser, Luxus-Dampfer aber auch Anteile an westlichen Banken stehen.

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Dubai World hatte Investoren und Kreditgeber Ende 2009 mit der Bitte um ein sechsmonatiges Schuldenmoratorium geschockt. Das Staatskonglomerat, zu dem auch der Immobilienentwickler Nakheel gehört, hatte während der Finanzkrise hohe Schulden angehäuft. Als die Turbulenzen an den Kapitalmärkten die Immobilienblase am Golf zum Platzen brachten, bekamen Dubai World und Nakheel plötzlich Probleme, ihre Kredite zu bedienen. Der reiche Nachbar Abu Dhabi musste Dubai mit Milliarden unter die Arme greifen.

Der Umschuldungsplan sieht vor, dass das Emirat die 14 Mrd. Dollar, die Dubai World Banken und anderen privaten Gläubigern schuldet, vollständig zurückzahlt. Dafür müssten die Investoren neue Anleihen akzeptieren, die fünf bis acht Jahre lang laufen. Mit der Royal Bank of Scotland und HSBC haben zwei der größten Gläubiger den Umschuldungsplan in den vergangenen Tagen begrüßt. "Wir sind zufrieden mit dem Vorschlag", sagte Stuart Gulliver, der Leiter des Investment-Bankings von HSBC. Auch die Ratingagentur Moody?s lobte den Plan als das "beste Ergebnis, das man sich erhoffen konnte".

Trotz dieser positiven Reaktionen stiegen zuletzt allerdings die Risikoprämien für Kreditderivate, mit denen sich Anleger gegen einen Zahlungsausfall von Dubai absichern können. Unmittelbar nach dem Dubai seinen Vorschlag präsentiert hatte, lag die Risikoprämie für die sogenannten Credit Default Swaps für Anleihen des Emirats bei rund 360 Basispunkten. In der vergangenen Woche kletterte die Prämie auf 433 Basispunkte. Grund für den Anstieg sind Sorgen um die Finanzierung der Umschuldung.

5,7 Mrd. Dollar der Kapitalspritze stammen aus einem noch nicht ausgeschöpften Kredit des reichen Nachbaremirats Abu Dhabi. Der Rest soll aus "internen Mitteln der Regierung Dubais" kommen. "Viele Anleger fragen sich wie Dubai seinen Anteil von 3,8 Mrd.Dollar finanzieren will", sagt ein Londoner Banker, und die Analysten der Royal Bank of Scotland rechnen vor, dass der Betrag rund 40 Prozent der Einnahmen des Emirats im vergangenen Jahr entspricht.

Experten gehen deshalb davon aus, dass sich Dubai World von einem Teil seines Vermögens trennen muss, um die Mittel aufzubringen. "Wir werden nur verkaufen, wenn Zeitpunkt und Preis stimmen", kündigte Aidan Birkett an, verantwortlich für die Restrukturierung der Staatsholding. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hat Istithmar, der Investmentarm von Dubai World, allerdings bereits Inchcape, den Dienstleister für die Schifffahrtsindustrie zum Verkauf angeboten und strebt einen Preis von 700 Mio. Dollar an.

Dubai World gehören außerdem 77 Prozent am viertgrößten Hafenbetreiber der Welt, DP World, der auf einen Marktwert von insgesamt acht Mrd. Dollar kommt. Darüber hinaus ist das Emirat beteiligt an der New Yorker Luxus-Kaufhauskette Barney's, am Casinobetreiber MGM Mirage und am kanadischen Zirkus Cirque du Soleil. Auch der Luxus-Liner Queen Elisabeth 2 gehört zum Reich von Dubai World. Darüber hinaus besitzt die Tochter Istithmar einen Anteil von 2,7 Prozent an der britischen Großbank Standard Chartered, der derzeit rund eine Mrd. Dollar wert ist.

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