Anleihen

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Unternehmensbonds: Firmenanleihen locken mit hohen Renditen

Die Unternehmen haben den Anleihemarkt wieder entdeckt. Im Januar erreichte die Emissionstätigkeit Rekordwerte. Für Anleger sind Zinspapiere von Unternehmen einen Blick wert. Wegen deutlich gestiegener Risikoaufschläge sind se nicht nur im Vergleich zu sicheren Staatanleihen attraktiv. Einige Experten halten Firmenanleihen für aussichtsreicher als Aktien.

FRANKFURT. Die im Zuge der Finanzkrise deutlich gesunkenen Renditen von sicheren Bundesanleihen lassen Investoren wieder eher zu Anleihen von Unternehmen greifen. Die Renditen der Bonds von Unternehmen der Industrie und der Finanzbranche sind entsprechend ebenso gesunken, aber nicht so deutlich wie die von ausfallsicheren Bundesbonds. In der Folge sind die Risikoprämien - also die Renditeabstände zwischen den beiden Anlageklassen - mit gut vier Prozentpunkten nach wie vor historisch hoch.

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Auch die tatsächlichen Renditen von im Schnitt 6,3 Prozent für Unternehmensanleihen mit Ratings im vergleichsweise soliden Investment-Grade findet Jeff Amato, Leiter der europäischen Kreditstrategie bei Goldman Sachs, noch attraktiv. Immerhin mussten sich Anleger vor dem Ausbruch der Subprime-Krise im Frühjahr 2007 noch mit durchschnittlichen Renditen von 4,5 Prozent begnügen.

Den großen Run auf Firmenbonds gibt es aber bislang nur bei Anleihen, die neu auf den Markt kommen. Gerade in den vergangenen zwei Wochen gab es eine wahre Emissionsflut, die inzwischen etwas abebbt. Neue Anleihen begeben die Unternehmen mit ordentlichen Aufschlägen im Vergleich zu ausstehenden Papieren. Das lockt auch die Großanleger.

Insgesamt halten sich die Investoren aber noch zurück, wie sich auch an den laut Händlern nach wie vor geringen Umsätzen mit schon länger ausstehenden Firmenbonds zeigt. "Viele Investoren halten Unternehmensanleihen für attraktiv bewertet, ihr Risikoappetit ist aber immer noch relativ gering, zum Teil auch weil Unternehmensanleihen den Investoren im vergangenen Jahr teils herbe Verluste beschert haben", erklärt dazu Amato. Im Verlauf des Jahres erwartet er aber "zumindest moderate Umschichtungen von Aktien hin zu Unternehmensanleihen, weil viele Investment-Grade-Firmenbonds vom Chance-Risiko-Verhältnis derzeit attraktiver sind als Aktien."

Unternehmensanleihen sind auch nach Meinung der Strategen von Axa Investment Managers "unbestreitbar günstig", aber unbestreitbar ist eben auch die Gefahr, dass die Kurse der Anleihen fallen. Gründe für diese Ängste gibt es angesichts des gefährlichen Cocktails aus drohender Kreditklemme und Rezession zuhauf. Franz Wenzel, Chefstratege von Axa Investment, meint deshalb, dass vor allem "langfristig orientierte Investoren, denen auch ein rauer Seegang wenig anhaben kann", vorsichtig bei Unternehmensbonds einsteigen sollten.

Amato von Goldman Sachs ist ebenfalls noch vorsichtig und sieht im ersten Halbjahr die größten Chancen bei Anleihen von großen Unternehmen in defensiven Branchen, etwa aus den Bereichen Telekom, Versorger und Öl- und Gas. Aus diesen Branchen kamen zuletzt neue Anleihen von Firmen wie Deutsche Telekom, Eon, GDF Suez oder Total auf den Markt.

Mit Blick auf die staatlichen Stützungsmaßnahmen hält Amato zudem vorrangige Anleihen von großen Banken und auch Versicherern für attraktiv. Aus diesem Bereich gibt es jedoch nur wenige Papiere, die mit Mindestanlagesummen von 1 000 Euro auch für Kleinanleger erschwinglich sind. Auch Neuemissionen aus der Finanzbranche waren bis auf niedrig verzinste Bankenanleihen mit staatlicher Garantie rar gesät.

Besonders vorsichtig sind Strategen noch bei sogenannten Junk-Bonds, also Anleihen von Unternehmen, deren Ratings im unsicheren Bereich Non-Investment-Grade liegt. Bei europäischen Junk-Bonds rechnet die Ratingagentur Moody's in den kommenden zwölf Monaten mit einer Ausfallrate von gut 18 Prozent.

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