Börse Inside

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Aktien: Die Chinesen kommen

Bald dürfen die Chinesen ihr Geld im Ausland investieren. Das Vermögen beträgt knapp 2,5 Billionen Euro. Milliardeninvestitionen aus dem Reich der Mitte könnten die Aktienmärkte kräftig durcheinanderwirbeln.

Bald haben Privatanleger freie Bahn in China. Bislang können Chinesen nur mit heimischen Titeln spekulieren. Quelle: ap
Bald haben Privatanleger freie Bahn in China. Bislang können Chinesen nur mit heimischen Titeln spekulieren. Quelle: ap

PekingDie weltweite Geldanlage-Landschaft könnte kräftig in Bewegung geraten: China will seine Bürger künftig auch im Ausland investieren lassen. „Wir bereiten ein Pilotprogramm zur Zulassung von lizenzierten einheimischen Investoren vor“, heißt es im Protokoll einer richtungsweisenden Konferenz der chinesischen Zentralbank, das seit Montagmorgen online steht.

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Chinas Privathaushalte haben geschätzte 20 Billionen Yuan (2,5 Billionen Euro) auf der hohen Kante. Sie sind begierig, ihre Vermögen divers anzulegen: Die Guthabenzinsen sind in China real negativ, der örtliche Aktienmarkt gleicht einem Kasino und der Immobilienmarkt ist schon zu teuer. Doch das kommunistische China lässt bisher keine Investments jenseits der Landesgrenze zu.

Der Schwächste gewinnt Währung als Waffe

Weltweit setzen Regierungen und Notenbanken alles daran, ihre Währung zu schwächen.

China schottet sich mit diesen Kapitalmauern von den Turbulenzen der weltweiten Finanzmärkte ab, was Experten in der derzeitigen Entwicklungsstufe für sinnvoll halten. Doch andererseits gehen dem aufstrebenden Land damit Chancen verloren. Durch die Eigenbrötlerei kann es seinen Reichtum nicht nutzen, um seinen Einfluss weltweit auszuweiten. Auch gestreute, renditeträchtige Auslandsanlagen für die Bürger sind nicht möglich.

Chinesen kaufen zunehmend deutsche Firmen

  • Übernahmen

    Auf den Einkaufszetteln chinesischer Unternehmen stehen immer mehr deutsche Firmen und ihre Technologien. Eine Auswahl an Übernahmen, Einstiegen und Kooperationen des Jahres 2012.

  • Putzmeister

    Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar das schwäbische Unternehmen. Die 1200 Arbeitsplätze in Deutschland sind bis Ende 2020 gesichert.

  • Sunways

    Ein Drittel der Aktienanteile an dem Konstanzer Photovoltaik-Konzern sichert sich im Februar LDK Solar.

  • Rhenus Midgard

    Im Februar wird bekannt, dass das deutsche Logistikunternehmen in Kooperation mit der Jade Werke GmbH die Marinestadt Wilhelmshaven zu einem Offshore-Standort ausbaut. Jade Werke ist eine hundertprozentige Tochter der chinesischen Schiffbau- und Investmentgruppe Jiangsu Hantong Heavy Industry Group.

  • Kiekert

    Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt im März den nordrhein-westfälischen Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme.

  • Schwing

    Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers.

  • Solibro

    Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

  • Tailored Blanks

    Laut einem Medienbericht steht der Stahlkonzern ThyssenKrupp Ende August vor dem Verkauf seiner auf Karosseriebleche spezialisierten Tochterfirma an Wuhan Iron and Steel (Wisco). Das Essener Unternehmens bestätigt bislang lediglich, dass Verkaufsgespräche geführt würden, nennt aber nicht den oder die Verhandlungspartner.

  • Kion

    Ende August bestätigt der Baumaschinenhersteller Shandong Heavy Industry sein Interesse an dem Wiesbadener Gabelstaplerproduzenten.

Das könnte sich nun ändern. Ende vergangener Woche hat sich Zentralbankchef Zhou Xiaochuan mit seinem Top-Personal und Abgesandten der Regierung auf die wichtigsten Ziele für das Jahr 2013 verständigt. Das Protokoll findet sich hier auf der Website der Peoples Bank of China.

Die Weichenstellungen sehen wie erwartet eine weitere Öffnung des chinesischen Finanzmarktes für internationale Banken vor – doch etwas überraschend findet sich dort auch der Vorstoß in die umgekehrte Richtung: Der Start eines Programmes mit dem kryptisch anmutenden Namen „QDII“. Die Abkürzung steht für „Qualified Domestic Individual Investors“. Gemeint ist damit: Ausgewählte Banken können das Geld von Privatanlegern im Rahmen eines Pilotprojekts an ausländischen Börsen anlegen.

Club zur Unterwanderung des wirtschaftlichen Sachverstands Chinas rekordschnelle Überinvestition

China hat in diesen Tagen die weltweit längste Strecke für Hochgeschwindigkeitszüge eröffnet. Der vermeintliche Triumph der Technik zeigt jedoch zugleich den großen Hinkefuß des chinesischen Wirtschaftswunders.

Solchen Testprojekte führen in China erfahrungsgemäß innerhalb weniger Jahre in den Praxiseinsatz. Im streng quotierten Versuchsbetrieb sammeln die Institutionen Erfahrungen, auf deren Basis dann die Regulierung erfolgt. Chinas Privatinvestoren könnte also schon 2014 die Welt offen stehen.

  • 15.01.2013, 08:08 Uhrvandale

    Die Deutsche Regierung saugt den Wohlstand der Bevölkerung ab um einen gewaltigen Sozialkomplex zu nähren und mittlerweile auch um überschuldete Südeuropäische Staaten zu alimentieren - und wird für Letzteres von den Empfängern beschimpft. Die Amerikanische Regierung nutzt den Wohlstand des Volkes und dessen Kreditwürdigkeit für einen grossen militärisch-indstriellen Komplex. Die Chinesische Regierung nutzt die Schaffenskraft des Volkes um überall in der Welt Firmen zu kaufen.

    Am besten gefällt mir da die Schweizerische Politik. Dort belässt man den Menschen die Erträge ihres Schaffens. Das ist auch eines der wenigen Länder in denen Demokratie einen Stellenwert in der Gesellschaft hat.

    Vandale

  • 15.01.2013, 08:21 Uhrvandale

    Im Artikel ging es mehr darum dass die chinesische Regierung ihren Bürgern künftig private Ivestments im Ausland zu gestatten gedenkt. Das spricht sehr für die chinesische Regierung die damit den Menschen erlaubt selbst Investitionsentscheidungen zu treffen.

    In D ist dies zwar aktuell noch unbeschränkt erlaubt. Allerdings werden immer mehr Schrauben angzogen um die Sparer in staatliche Anleihen zu drängen. Lebensversicherer müssen die Anlagen in Europäische Staatsanleihen nicht mit Kapital unterlegen. Bei Akten versteuert man die Kursgewinne, grösstenteils Inflation womit der Steuersatz über 100% beträgt.

    Vandale

  • 15.01.2013, 09:38 Uhrbabsack69

    "Die Deutsche Regierung saugt den Wohlstand der Bevölkerung ab um einen gewaltigen Sozialkomplex zu nähren..."
    Falsch!Sie saugt den Wohlstand der Mittel-und Unterschicht ab um ihn umzuverteilen,nämlich in Richtung der großen Vermögen.Die deutsche Regierung ist hierbei nur Handlanger der Banken.Und Ackermann ist deren "graue Eminenz".

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