
NEW YORK. So etwas hat die Wall Street noch nicht erlebt: Die Aktien des führenden US-Beratungskonzerns Accenture, Umsatz 21,6 Milliarden Dollar, 175.000 Mitarbeiter, werden auf dem Bildschirm kurze Zeit als wertlos angezeigt. Der weltgrößte Konsumgüterkonzern Procter & Gamble, ein rezessions-erprobtes Schwergewicht im Dow Jones-Index, verliert innerhalb zwei Minuten 35 Prozent seines Marktwerts. Es ist 14.40 Uhr in den Räumen der New York Stock Exchange: Erfahrene Aktienhändler schreien entnervt durch die Gegend, Panik greift um sich, selbst Amerikas Überflieger Apple und Google gehen an der Börse in den Sturzflug über.
Es folgt der mit 998 Punkten stärkste Intraday-Kurssturz in der Geschichte der Wall Street, gefolgt von einer ebenso rasanten Aufwärtsbewegung. Sie hebt den Dow Jones zwar bis Börsenschluss wieder über die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten, aber der Schaden ist angerichtet. Das Vertrauen der Investoren ist weg, die Angst vor einem Crash zurück. Ist das System wirklich stabil, wenn neuerdings schon fehlgeleitete Computer die Finanzwelt aus den Angeln heben? Geht der Euro an Griechenland zugrunde - und die Börse gleich mit? Alle raus aus Aktien?
Die Panik ist nachvollziehbar, aber kein guter Ratgeber. Fünf gute Gründe sprechen gegen einen Crash an den Weltbörsen:
1.) Der gestrige Handelstag in den USA erinnerte nur phasenweise an den Ausverkauf nach dem Konkurs der Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Entscheidend beschleunigt wurde der Einbruch durch den Hochfrequenz-Handel professioneller Investoren und (möglicherweise) durch einen System- oder Eingabefehler. Grundsätzlich hat der Siegeszug der IT-Plattformen im Börsenhandel den Trend verstärkt, dass Finanzmärkte rasant ins Rutschen geraten, sobald wichtige Marken und Unterstützungslinien nach unten durchbrochen werden. Das gilt freilich auch in die andere Richtung: Innerhalb weniger Minuten drehten die US-Börsen gestern wieder steil nach oben und machten bis zum Börsenschluss mehr als 500 Punkte gut. Das spricht dafür, dass viele Investoren die Tausend-Punkte-Talfahrt für überzogen hielten und sich nach der "Computer-Panne" wieder mit Aktien eindeckten.
2.) Die Finanzmärkte waren nach einem mehr als 70prozentigen Anstieg des Dow Jones seit März 2009 überfällig für eine Korrektur. Die Börsen-Historie zeigt, dass Erholungs-Rallys als Folge schwerer Finanzkrisen nach etwa zwölf bis 14 Monaten die Luft ausgeht. Diese Zeitspanne ist bereits überschritten. Offenbar warteten Investoren nur auf einen Auslöser, den Griechenland mit der Eskalation der Schuldenkrise lieferte. Der schärfste Kursrückgang fiel gestern genau in die Phase, als Börsenhändler in New York auf Fernsehbilder von neuen Zusammenstößen in Athen schauten. Im Finanz-Jargon gilt ein Börsenverlust zwischen zehn und 20 Prozent als "Korrektur". In einigen US-Sektoren (Finanzen, Auto, Halbleiter) ist zumindest die Zehn-Prozent-Marke bereits erreicht oder überschritten.
@ Loros
Übrigens, Unternehmer kommt von etwas unternehmen. Viele haben das heute vergessen und wollen alles vom Staat subventioniert haben. Die Agrarunternehmen schreien wenn die Ernte zu gut oder zu schlecht ist, die Solarunternehmen wenn die Förderung gekürzt wird (Wird sie übrigens gar nicht - sie wird erhöht), die Autokonzerne schreien nach Unterstützung beim Elektroauto, Energieversorger wenns um ihre Netze geht usw. Das nur zum Nachdenken, wenn Arbeitnehmer zum dienen angeregt werden. Dann bitte auch Unternehmer dazu etwas zu unternehmen.
Zurück zum Thema. interessant wäre doch, wer nach dem Fast-Crash nun die Eigentümer der betreffenden Unternehmen sind. Es ist naheliegend, daß es auch die waren, die den Crash verursacht haben.
@Klaus:
Arbeitnehmer = Diener.
Diener sollen keine Fragen stellen. Wähle deine LiNKE aber müll hier nicht alles mit deiner Systemkritik voll! Für deinen Lebensfrust gibts bessere Foren.
ich lese immer öfter, das eine schwächere Währung den Unternehmen hilft.
So langsam stinkt mir diese Aussage gewaltig.
Was ist eigentlich mit den Durchschnittsarbeitnehmern oder Arbeitslosen?
Wir AN wurden von den Unternehmen seit Jahren um Lohn- und Gehaltssteigerungen betrogen. Durch unseren Lohnverzicht generierten Sie ihre Exportüberschüße. Gleichzeitig wurden in den letzten Jahren unsere Arbeitsplätze wurden zum Zwecke der Gewinnmaximierung nach Osteuropa und Asien verlagert. Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld wurde bei vielen AN komplett gestrichen. Meine Kaufkraft hat sich seit Euroeinführung um ca. 40 % verringert. Mir persönlich hat der Euro wirtschaftlich nur geschadet.





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