
ZürichAm Anfang stand ein hohes Renditeversprechen. Das Ende sind mindestens 500 geprellte Anleger und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Urkundenfälschung und Betrug. Die Rede ist vom Skandal um den Schweizer Vermögensverwalter ASE Investment. Der auf Devisenanlagen spezialisierte Vermögensverwalter wird verdächtigt, seine Kunden um einen dreistelligen Millionenbetrag geschädigt haben.
Der Fall sorgt wegen des hohen Schadenvolumens für Schlagzeilen und wirft Fragen zum Anlegerschutz in der Schweiz auf. Im Unterschied zu Deutschland unterliegen unabhängige Vermögensverwalter, die im Namen ihrer Kunden Wertpapierdepots verwalten, dort keiner Aufsicht.
Aufgeflogen ist der Fall durch eine Strafanzeige der Basler Kantonalbank. Dort liefen zahlreiche Konten, die Kunden von ASE Investment verwalten ließen. Ende März machten Kunden die Bank darauf aufmerksam, dass es Diskrepanzen gab zwischen den Kontoauszügen und den im E-Banking ausgewiesenen Kontoständen.

Egal mit welchem Geschäftsmodell, die heutige 118000 AG, vormals varetis, vorvormals GoYellow, scheint zum Scheitern verurteilt. Zwischendurch war das Unternehmen sogar profitabel - doch das hatte sich recht schnell auch wieder geändert. Seit vergangenem Oktober bleibt nur der von Daniela Katzenberger beworbene Verbindungsdienst, sowie Telefonsparprogramme. Ob allein das reicht, um als Unternehmen fortzubestehen, ist fraglich.
Kursentwicklung (1 Jahr): - 80,7 Prozent
Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) listet seit 2001 in ihrem „Schwarzbuch Börse“ jährlich börsennotierte Gesellschaften auf, die Anleger meiden sollten. Die Angaben beziehen sich auf die aktuelle Ausgabe. Dabei bewerten die Aktionärsschützer nicht allein die Kursentwicklung, sondern auch die Transparenz des Unternehmens gegenüber Anlegern und die Qualität des Managements.

Q-Cells steckt mitten im Überlebenskampf: Der hochverschuldete Solarkonzern kann eine Ende Februar fällige Anleihe über rund 200 Millionen Euro nicht bedienen. Eine Einigung über Teilrückzahlungen wurde bislang nicht erzielt. Sollte das nicht gelingen, könnten zwei weitere Anleihen über insgesamt 375 Millionen Euro fällig gestellt werden. Die Gefahr einer Insolvenz sei hoch einzustufen, sagen Experten.
Kursentwicklung (1 Jahr): - 88,5 Prozent

Seit Jahren schon laufen die Geschäfte der Baumarktkette Praktiker nicht mehr vernünftig. Die Aktie ist beinahe schon auf Pennystock-Niveau. Der neue Vorstandschef Thomas Fox plant trotzdem, die Billigstrategie des Unternehmens fortzuführen. Um die Umbaukosten zu schultern fordert er unter anderem von den Inhabern der Unternehmensanleihe einen Beitrag. Keine Überraschung, dass das am Kapitalmarkt nicht gut ankommt.
Kursentwicklung (1 Jahr): - 66,8 Prozent

Der Pflegeheimbetreiber litt lange unter dem Ruf seines Firmengründer Ulrich Marseille. Heute leidet die Marseille-Kliniken AG unter dem neuen und schon bei Karstadt erfolglosen Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff. Ein Problem sind vor allem die Kredite an das Ehepaar Marseille. Denn das Geld könnte das Unternehmen angesichts seiner hohen Verschuldung gut selber gebrauchen, so die SdK.
Kursentwicklung (1 Jahr): + 16,7 Prozent

Der Kosmetikkonzern Marbert hat schon lange mit verschiedenen Schwierigkeiten zu kämpfen. 2008 sollte es ein Abfindungsangebot für die Aktionäre geben. Das ging dann doch nicht - angeblich wegen zu knappen finanziellen Mitteln. Das war der Grund für den ersten Eintrag im „Schwarzbuch Börse“. Neue Hoffnungen wurden zwischenzeitlich immer wieder enttäuscht. Zuletzt weil ein neuer Investor sich doch wieder zurückzog. Im Mai 2011 blieb nach allem Hin und Her dann doch nur die Insolvenz.
Kursentwicklung (1 Jahr): - 88,5 Prozent

Der Werkzeughandel der Brüder Mannesmann läuft lange nicht mehr wirklich gut. Doch Vorstand Jürgen Schafstein scheint dennoch zufrieden. Etwas realitätsfern wirken auch die Vorstandspläne zur Rückzahlung des Mezzanine-Darlehens. Zudem lassen sich die Vorstandsbrüder ihre Arbeit enorm üppig vergüten - Erfolg hin oder her. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger bemängelt außerdem die unerträgliche Arroganz des Vorstandes gegenüber seinen Aktionären.
Kursentwicklung (1 Jahr): - 2 Prozent

Mit einer speziellen Beschichtungstechnologie wollte die Ropal AG groß rauskommen. Was am Anfang noch erfolgversprechend gewesen sein mag, stellte sich als völlig unrealistisch heraus. Die Verluste waren immens. Eine Lizenzvereinbarung mit Impreglon soll nun alles in Ordnung bringen. Über die Konditionen wollte man allerdings lieber nichts sagen.

Der Autozulieferer W.E.T. war schon einmal zu Gast im Schwarzbuch Börse. Nun ist der Produzent aus Odelzhausen wieder dabei. Der Grund: Eine zweifelhafte Übernahme, bei der die Chefs kräftig abkassieren, und hochriskante Nebengeschäfte, die gar keine waren. Die Aktionärsschützer bezeichnen das Unternehmen als "Selbstbedienungsladen".
Kursentwicklung (1 Jahr): + 90 Prozent

Die Druckmaschinenindustrie steckt in einer anhaltenden Krise. Allen voran die Heidelberger Druckmaschinen AG, die den Weg aus den roten Zahlen nicht mehr findet. 2011 sollte alles besser laufen - doch Fehlanzeige: die Umsätze sanken sogar wieder leicht. Die Konsequenz des Managements: Ein rigoroser Umbau. Die SdK fordert stattdessen unter anderem personelle Änderungen, damit nicht das gleiche geschieht wie bei Manroland.
Kursentwicklung (1 Jahr): - 57,1 Prozent

Auch die Aktionäre von Air Berlin sollen derzeit nicht viel Grund zur Freude haben. Die Schulden des Unternehmens sind gestiegen, das Vertrauen an der Börse gesunken. Ein Grund sei der ehemalige Vorstandsvorsitzende Joachim Hunold, so heißt es im „Schwarzbuch Börse“. Ex-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn soll es nun richten. Für einen Skandal sorgte 2011 das „Markenbotschafterprogramm“ - mehrere Prominente flogen mit der Fluggesellschaft völlig umsonst, angeblich als Werbung. Doch deren Namen wollte Air Berlin nicht offenlegen. Bleibt die Frage, inwiefern es sich dann um Werbung handelt.
Kursentwicklung (1 Jahr): - 33,8 Prozent
Egal mit welchem Geschäftsmodell, die heutige 118000 AG, vormals varetis, vorvormals GoYellow, scheint zum Scheitern verurteilt. Zwischendurch war das Unternehmen sogar profitabel - doch das hatte sich recht schnell auch wieder geändert. Seit vergangenem Oktober bleibt nur der von Daniela Katzenberger beworbene Verbindungsdienst, sowie Telefonsparprogramme. Ob allein das reicht, um als Unternehmen fortzubestehen, ist fraglich.
Kursentwicklung (1 Jahr): - 80,7 Prozent
Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) listet seit 2001 in ihrem „Schwarzbuch Börse“ jährlich börsennotierte Gesellschaften auf, die Anleger meiden sollten. Die Angaben beziehen sich auf die aktuelle Ausgabe. Dabei bewerten die Aktionärsschützer nicht allein die Kursentwicklung, sondern auch die Transparenz des Unternehmens gegenüber Anlegern und die Qualität des Managements.
Die zuständige Staatsanwaltschaft Aargau buchtete daraufhin den Geschäftsführer von ASE Investment, Martin S., wegen Flucht und Verdunklungsgefahr sofort ein. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die ASE-Verantwortlichen mit den gefälschten Bankdokumenten Verluste vor ihren Kunden verbergen wollten.
Doch nach eigenen Angaben schließen die Ermittler keine Arbeitshypothese aus; also auch nicht jene, dass es sich im Fall von ASE Investment um eine Pyramidenstruktur à la Madoff handeln könnte, bei der die Rendite der ersten Generation der Anleger mit den Investments der zweiten Generation bezahlt wird.
Nun geht die Suche nach den Verantwortlichen los. Die Aufsicht Finma will „bis vor drei Wochen keine Anzeichen für widerrechtliches Verhalten" erhalten haben. Zudem ist die Finma für unabhängige Verwalter wie ASE Investment gar nicht zuständig. Diese Regulierungslücke stört die Finma selbst, sie fordert daher, auch diese Anbieter unter Aufsicht zu stellen. Anwälte der Opfer sehen nun die Depotbanken wie die Basler Kantonalbank in der Pflicht. „Die Bank kann sich jetzt nicht einfach aus der Verantwortung stehlen", meint der Züricher Wirtschaftsanwalt Daniel Fischer. Viele Kunden hätten es als Qualitätssiegel angesehen, dass die Konten von ASE Investment bei der Basler Kantonalbank geführt wurden.
Die Bank weist dagegen jede Verantwortung von sich. Die Kunden hätten Vollmachten unterschrieben, die von „jeglicher Beratungs- und Aufklärungspflicht" entbinde". Zudem habe die Bank den Fall erst ins Rollen gebracht. Dennoch haben einige ASE-Opfer nun auch Anzeige gegen die Basler Kantonalbank eingereicht.

Es ist ja klar erwiesen, dass die EBK als Vorgängerfirma seit August 2007 klare Hinweise darauf hatte, dass ASE Investment AG bezw. Martin Schlegel in dubiose Geschäfte mit der CYCLON CAPITAL, INC. bezw. Max Entertainment Group AG, Baar ZG hatte. Die "teflonbeschichten" und absolut "wahrheitsgeschmeidigen" Pressesprecher und Verantwortlichen der Schweizer Finanzmarktaufsicht verstehen es blendend, eigene Fehler zu kaschieren. Und sich selbst immer wieder als unschuldigst hinzustellen. Wie die EBK früher: Die FINMA ist in der heutigen Art einer der unnötigsten Behörden der Schweiz. Sie ist insofern kontraproduktiv, als der Durchschnitts-Investor daran glaubt, der Schweizer Finanzmarkt sei überwacht. Das mag vielleicht bei den Grossbanken so sein, wo auch die Nationalbank bezw. das Eidg. Finanzdepartement gewisse Funktionen mit wahrnehmen. Den Rest kann man vergessen. FINMA ist eine Superbehörde, die daran ist, sich laufend neu zu organisieren und zu verwalten. Man darf fast behaupten, niemand hat von nichts keine Ahnung. Böse Worte, ich weiss. Aber leider die Wahrheit.






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