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Betrügereien: Die größten Börsenskandale

Erfundene Umsätze, gefälschte Konten und zweifelhafte Insiderdeals. Nicht erst seit den jüngsten Betrügereien von Raj Rajaratnam oder Bernie Madoff wird an der Börse so manches krumme Ding gedreht. Auch deutsche Manager haben einiges auf dem Kerbholz. Welche Skandale die Finanzmärkte erschüttert haben - ein Blick zurück.

von Ralf Drescher, Jörg Hackhausen und Christian Panster

Nick Leeson Zu Berühmtheit gelangt Nick Leeson in den 90er-Jahren. Der britische Devisenhändler geht 1990 für die altehrwürdige Barings Bank nach Hongkong, wo er zunächst in der Buchhaltung tätig ist. Wenig später wird er nach Singapur versetzt. Dort ist er für die Abwicklung der Handelsgeschäfte verantwortlich. Leeson ist Kontrolleur und Händler zugleich, eigentlich unmöglich in der Investmentbranche. Er beginnt riskante Spekulationsgeschäfte auf den japanischen Leitindex Nikkei. Leeson steigt zum Startrader auf. Doch der Erfolg hält nicht lange. Leeson verzockt sich, fälscht darauf in seiner Funktion als Kontrolleur die Handelsbilanzen und besorgt sich immer mehr Geld von der Zentrale in London. Als der Schwindel auffliegt, hat die Barings Bank Verluste in Milliardenhöhe angehäuft. Das Ende des traditionsreichen Instituts ist nicht abzuwenden. Leesons Fehlspekulationen führen zu einer weltweiten Devisenkrise, weil das britische Pfund abrutscht. Es dauert fast ein Jahr, bis die Finanzmärkte sich halbwegs erholen. Leeson wandert für mehre Jahre ins Gefängnis, wird aber wegen einer Krebserkrankung frühzeitig aus der Haft entlassen. In Singapur ist er heute unerwünscht. Seine Geschichte wird verfilmt und läuft 1999 in den Kinos. "High Speed Money" ist der Titel.