
London, DüsseldorfEin wenig unheimlich ist sie schon, die Rally: Seit Wochen klettern an den großen Börsenplätzen dieser Welt die Aktienkurse. In Frankfurt, in London, an der New Yorker Wall Street oder in Tokio. Der Dax notiert deutlich oberhalb der Marke von 7.000 Punkten; der altehrwürdige Dow Jones Index hat die Hürde von 13.000 Zählern längst überschritten. Dabei warnen Volkswirte, dass der Weltwirtschaft die nächste Rezession drohe. Und die Euro-Krise noch lange nicht ausgestanden sei. Eigentlich müssten die Aktienkurse fallen, nicht steigen. Jim Rogers, der weltbekannte Rohstoffspekulant empfiehlt vorsorglich, sich einen Bauernhof in Asien zu kaufen.
Vielen Großinvestoren ist deshalb ein wenig mulmig zumute. Irgendetwas stimmt nicht mit dieser Rally. Die Gründe für den wundersamen Kursanstieg sind zwar bekannt: billiges Geld und die Angst der Investoren vor Inflation. Allerdings weiß niemand so recht, ob die laxe Geldpolitik der Währungshüter erfolgreich sein wird. Ob die Weltkonjunktur wieder anspringt und die Eurokrise sich irgendwann verflüchtigen wird.
Viele institutionelle Investoren gehen deshalb davon aus, dass der schöne Schein trügt. Dass es nochmal krachen wird an den Börsen - und zwar so richtig. So fürchten mehr als zwei Drittel der Großanleger, dass in den kommenden zwölf Monaten eine Katastrophe vom Ausmaß der Lehman-Pleite die Märkte erschüttert.
Rund 71 Prozent der Anleger hält ein solches Extremszenario für wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich. Das Dumme daran: Nur ein geringer Teil der Investoren glaubt, er sei gut genug gegen ein solches Beben an den Märkten abgesichert. Viele würde ein neuerlicher Börsencrash hart treffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Vermögensverwalters State Street.
Beim größten Crash der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987 - als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index um 23 Prozent einbrechen ließen - hatte es den Dax noch nicht gegeben. Der deutsche Index, in dem die 30 börsennotierten Top-Unternehmen abgebildet sind, wurde erst am 1. Juli 1988 eingeführt. Auf Dax-Basis zurückberechnet hatten sich die Verluste an diesem Tag in Frankfurt aber auf gut neun Prozent belaufen.
Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten beim Kauf der US-Fluggesellschaft UAL einen Ausverkauf auslösten.
In Reaktion auf den später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow verliert der Dax gut neun Prozent.
Im Sog der Asienkrise verliert der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent und schließt mit 3.567 Punkten acht Prozent niedriger.
Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.
Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.
US-Rezessionsängste drücken den Dax um 5,7 beziehungsweise 5,8 Prozent in die Tiefe. Darüber hinaus sorgt die Unsicherheit über die Lage im Irak für Aktienverkäufe.
Wenige Tage nach Beginn des Irak-Krieges wachsen die Zweifel an den Finanzmärkten. Viele Anleger fürchten, der Krieg könnte sehr viel länger als von den USA erwartet dauern. Der Dax stürzt um 6,1 Prozent ab.
Angst vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6.790 Punkte ins Minus.
Die Pleite von Lehman drückt den Dax um moderate 2,7 Prozent.
Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.
Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.
Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.
Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.
Konjunktursorgen lassen den Dax um rund sechs Prozent fallen.
Vier Tage nach der Erdbebenkatastrophe flüchten die Anleger weltweit aus den Aktienmärkten. Die Kernschmelzen in Fukushima erschüttern das Vertrauen zusätzlich: Der Nikkei-Index schließt 10,6 Prozent im Minus, der Dax verliert zeitweise 5,6 Prozent.
Die USA verlieren am Wochenende bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer. Obwohl dies keine Überraschung ist, reagieren die Anleger mit Aktienverkäufen in großem Stil. Als an der Wall Street der Dow-Jones-Index 3,4 Prozent abstürzt, beschleunigt der Dax seine Talfahrt und verliert bis zu 5,2 Prozent auf 5921 Punkte.
Enttäuschend ausgefallene US-Konjunkturdaten schüren Rezessionsängste und lassen den Dax zeitweise um bis zu sieben Prozent abstürzen.
Dabei hat das Management von Extremereignissen spätestens mit der Finanzmarktkrise an Bedeutung gewonnen. "Tail Risks" nennen die Angelsachsen Ereignisse dieser Art; sie treten selten auf, entfalten aber eine extrem zerstörerische Wirkung. Die Lehman-Pleite war ein solcher Fall. Billionen Dollar wurden nach dem Zusammenbruch der einst so stolzen Investment-Bank rund um den Globus vernichtet.

Hallo Guzzi_Cali2,
Achtung, wo viel Geld verdient wird, werden auch hohe Steuern gezahlt, die der Staat mit vollen Händen – auch für Sozialprojekte – ausgibt.
Rheinland-Pfalz hat mit Steuergeldern sogar Freizeitprojekte wie den Nürburgring etc. auf die Beine gestellt. Leider haben die reichen Bundesländer zu wenige Ausgleichsgelder zur Verfügung gestellt und das Projekt ging in die Hosen.
In Berlin beschäftigt man extrem viele Arbeitskräfte mit dem Neubau eines tollten neuen Großflughafens. Die Steuergelder für vorgenannte Projekte stammen mit Sicherheit nicht aus den Steuereinnahmen von Hartz-4-Geldbeziehern oder von Leuten, die sich mit kleinem Einkommen ein bescheidenes Leben leisten können.
Wer viel Geld hat, gibt auch viel (unnötiges) Geld aus, welches die Wirtschaft ankurbelt. Wird das Investmentbanking eingeschränkt, steigen die Arbeitslosenzahlen nicht nur im Investmentbanking, sondern zum „Beispiel“ bei den Autohändlern, Autoherstellern.
Bleiben wir nur mal beim Autohändler, dort sind in der Werkstatt viele Leute beschäftigt, die sehr gut von dem Geld aus der Fahrzeugwartung leben können. Fährt der Investmentbänker demnächst eine alte „Reisschüssel“ wird der Werkstattmitarbeiter genau so arbeitslos wie der Investmentbänker. Dann sind alle wieder auf gleicher Einkommenshöhe und das nennt sich gelebter Sozialismus. Dieses System hat schon die DDR in den Ruin getrieben.
Diese dümmliche Neiddebatte schadet dem kleinen Bürger mehr als dem Investmentbanker, der mit Sicherheit vorgesorgt hat und nicht auf ein Leben in Europa angewiesen ist. Wandert der Investmentbanker mit seinem Familienanhang aus, ist der Schaden groß (siehe auch Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus Deutschland, Abzug der Agrar-Forschung der BASF). Dies sind Verluste für den Fiskus u. Gewerbetreibende aller Art, die die derzeitigen, ungelernten Sozialeinwanderer nicht ausgleichen können.

bei Crash ist die Frage in welcher Währung...
Mit diesem Euro werden wir sicherlich keinen großen Crash der Aktien mehr sehen.
Ich sehe 10000, 20000 .... Punkte in der nicht so fernen Zukunft.
Wenn man die Märkte in einer stabilen Währung wie Gold betrachtet, sieht alles etwas anders aus.
Da kann schon noch mächtig abwärts gehen...

Zumindest für Europa gilt: Der Wirtschaftscrash ist unvermeidlich.= hohe Arbeitslosigkeit= insolvente Firmen= kein Export= kaputtes Deutschland=keine Binnennachfrage weil kaputtes Europa. Liebe Börsengurus und dann erklären Sie mir bitte, wie ein vernünftiger Mensch auch nur eine Aktie besitzen kann, die den Wert bankrotter Firmen bestimmt.






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