
DüsseldorfRaumtemperatur und Stimmung sind auf Eisschrank-Niveau, als Jürgen Rüttgers kurz vor elf seinen Platz im Tagungsraum des Dortmunder Hotels Pullman einnimmt. Der Ex-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen lehnt sich zurück, blickt gedankenverloren in den Raum, seine Mundwinkel hängen tief.
Ein bitterer Tag: Als Aufsichtsrat der CFC Industriebeteiligungen AG muss Rüttgers eine außerordentliche Hauptversammlung (HV) abhalten. CFC musste für einige seiner Töchter Insolvenz anmelden, die frustrierten Aktionäre - die CFC-Aktie hat binnen eines Jahres 85 Prozent an Wert verloren - stellen eine Menge unangenehmer Fragen.
Dirk Müller: „Dass sich die Politiker gerne mal die Hucke voll lügen, dürfte hinlänglich bekannt sein. [...] Ich darf daran erinnern, dass der damalige Finanzminister Steinbrück noch im Sommer 2008 eine deutsche Rezession für vollkommen ausgeschlossen hielt und diesbezügliche Meinungen als 'typisch deutsche Schwarzmalerei' abtat? Wohl dem, der seine Investitionen nicht darauf gebaut hat...“
Dirk Müller: „Die Wirtschaftsweisen müssen es doch wissen, sollte man meinen. Immerhin beraten sie die Regierung. [...] Weit gefehlt. Unsere führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben noch im Herbst 2008 eine Rezession für Deutschland und die USA für unwahrscheinlich erklärt. Wir wissen heute, dass die Rezession in den USA offiziell vom Dezember 2007 bis Juni 2009 dauerte. Das bedeutet: Unsere führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erkennen eine Rezession noch nicht einmal dann, wenn sie bereits seit einem halben Jahr tobt.“
Dirk Müller: „Ja, es macht Sinn, sie zu lesen, aber bleiben Sie kritisch. Glauben Sie nichts, was nicht mit Ihrer Wahrnehmung der Dinge übereinstimmt, und hinterfragen Sie alles. Stellen Sie sich vor allem die Frage: Von wem kommt diese Information und wem nützt sie.“
Dirk Müller: „Es gibt einige gute, fundierte und seriöse Börsenbriefe, aber die Mehrzahl ist reine Geldmacherei. Besonders vorsichtig sollten Sie sein, wenn Sie kostenlose Börsenbriefe im Briefkasten oder im Maileingang finden. Was glauben Sie, warum sich der Herausgeber diese Mühe macht? Er sucht Dumme.“
Dirk Müller: „Der Bankverkäufer ist keineswegs der neutrale Notar, oder gar ihr guter Freund, der nur Ihr Wohl vor Augen hat. [...] Warum das so ist, erkennen wir, wenn wir uns mit seinem Arbeitgeber, der Bank, beschäftigen. Welche Aufgabe hat diese Bank? Ihre einzige Aufgabe besteht darin, Gewinn zu erwirtschaften. Gewinn für ihre Eigentümer und Aktionäre. Sie hat weder die Aufgabe, Gutes für die Gesellschaft zu tun, noch ist sie eine neutrale und staatlich finanzierte Beratungsgesellschaft für Leute, die keinen Plan von Finanzen haben. [...] Begegnen Sie ihm [dem Bankverkäufer] genauso, wie sie einem Autoverkäufer begegnen würden. Freundlich, informiert und in dem Bewusstsein, dass der nette Kerle, der Ihnen einen Kaffee anbietet, Ihnen im nächsten Moment verkauft, was vom Hof muss.“
„... sind Sie selbst und Ihr Bauchgefühl. Kaufen Sie nichts, was Sie nicht wirklich verstanden haben. Hinterfragen Sie stets alles, und vertrauen Sie auf Ihre Lebenserfahrung und Ihren gesunden Menschenverstand, dann sind Sie besser dran als mit allen Expertentipps.“
Dirk Müller, „Cashkurs: So machen Sie das Beste aus Ihrem Geld: Aktien, Versicherungen, Immobilien“, erschienen am 12. September 2011 bei Droemer.
CFC (Eigenwerbung: „Companion for Companies“) gehörte lange zur Angermayer, Brumm und Lange Gruppe (ABL), also zum Reich des Christian Angermayer. Kurz vor der Schreckens-HV stiegen seine Unternehmen im Februar bei CFC aus.
Der 34-jährige Angermayer galt lange Zeit als einer der aufstrebenden Sterne am Frankfurter Finanzhimmel. Allzu gern umgab er sich mit Prominenten, die ihm Aufmerksamkeit verschafften und die nötige Seriosität verliehen, um an Investoren für seine Projekte zu kommen.
Prominente Freunde
In die Kategorie „Aufmerksamkeit“ fallen Showgrößen wie Stargeiger David Garrett, mit dem Angermayer gut bekannt ist, aber auch Moderatorin Sonya Kraus oder Filmstar Uma Thurman. „Seriosität“ bietet neben Rüttgers bei CFC auch Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, der bis vor Kurzem im Aufsichtsrat der ABL-Firma Heliad saß. Seit 2008 berät Angermayer Ruandas Präsidenten Paul Kagame, zeitweise zusammen mit dem britischen Ex-Premier Tony Blair, dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, dem früheren Weltbank-Präsidenten Paul Wolfowitz und Management-Guru Michael Porter. Mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dem CDU-Politiker Philipp Mißfelder saß er bis 2011 im Kuratorium des Quadriga-Preises.
Eine Bank, die keine ist
Sein mit Abstand wichtigster Promi-Kontakt aber ist Golo Quandt. Ihm hat Angermayer zu verdanken, dass er sein Investmenthaus nach Golos Mutter benennen durfte. Die Silvia Quandt & Cie. AG, die den Namen der bekannten Industrie-Dynastie nutzt, ist ein Kernstück von ABL. Ein Investmenthaus ist eine Bank, die sich so nicht nennen darf, weil sie keine Lizenz hat, aber alle möglichen Geschäfte einer Bank macht: Kapital besorgen, Aktienanalysen schreiben, Unternehmen beim Verkauf von Beteiligungen beraten. Sie braucht dafür nur einen Partner mit Lizenz. Bei Silvia Quandt ist dies die biw Bank aus Willich.
Das vor 13 Jahren von Angermayer und den Kaufleuten Peter Brumm und Andreas Lange gegründete Finanzkonglomerat ABL besteht aus mehr als 40 Gesellschaften. An der Spitze steht der Vermögensverwalter Altira mit der Beteiligungsgesellschaft Heliad. Zweite wichtige Beteiligung ist die Aragon AG, unter deren Dach sich diverse Finanzvertriebe tummeln, deren 22.000 Berater Versicherungen, Fonds und dergleichen verkaufen.
Das Angermayer-Reich, dem Kunden 2011 noch mehr als fünf Milliarden Euro anvertraut haben, wird jetzt erschüttert von Glaubwürdigkeitsverlusten und Ärger über massive Interessenkonflikte. Aragon, Altira und Heliad, die Mitte 2007 an der Börse noch über 600 Millionen Euro kosteten, haben heute nur noch gut 50 Millionen Euro Marktwert. Verlierer dürften oft die Anleger sein.

Hallo die Herrn,
schauen Sie sich folgendes an
http://www.youtube.com/watch?v=FZbY3s8jNtY
http://www.youtube.com/watch?v=c6hCxdHSlK8
Wer glaubt das diese Herrn seriös sind, die sind lebst schuld!
Dieser nicht Akademiker erklärt den menschen, wie heute modernes und verantwortungsvolles Banking funktioniert! Und das er nebenbei als Überflieger noch einen auf Ökonom macht und die internationalen Finanzmärkte erklärt! Finde ich toll! Der fünfte Mann für die Wirtschaftsweisen!
Nun zu den Fakten, die für Analysen und Bewertungen und Seriöse Aussagen zur Hilfe genommen werden, um eine Entscheidung zu treffen!
Im Grunde die Sprache der Finanzwirtschaft!
Also:
1. Die ABL-Gruppe hat in relativ kurze Zeit große Erfolgsstorys
2. Die Beteiligungen der ABL-Gruppe sind am Beginn sehr vielversprechend
3. Durch die Beteiligung an der Altira AG und dem bekannten Namen Quandt ist ein schneller und Erfolgreicher weg eingeschlagen und strategisch ein genialer Schachzug gelungen
4. Große Namen und Investoren erzeugen ein herdenverhalten und damit eine selbsterfüllende Prophezeiung
5. Kurzfristig führt dies zu einem Strohfeuereffekt und großer Aporie
VORSICHT NUR KURZUFRISTIG!!
In der mittleren und langen Sicht, kommt genau das was jetzt passiert!
Den Rest können Sie sich bestimmt selbst denken!
Sie sind ja alle Akademiker und selbstbewusst und strotzen vor Selbstvertrauen!
Das zeigen Sie ja jeden Tag im Job! Immer motiviert, voller Selbstvertrauen und eine hands on mentalität!!!
Auf dieser Grundlage würde ich persönlich sagen:
schaffen Sie Ihr Geld da raus!
Vergessen sie diese Illusion, die Ihnen dieser Mann und die ganze Gruppe zu verkaufen versucht! Den das sind nur Verkäufer!
Geliefert haben Sie noch nie! keine großen Dividenden, keine Aktienkurssteigerung, kein shareholder value!!
Selbst schuld!

Mir ist Andreas Lange seit meinem Studium bekannt. Ich glaube nicht, dass er vorsätzlich oder grob fahrlässig krumme Sachen macht.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wenn Du Dich an Unternehmern beteiligst oder solche neu gründest, wirst Du halt in 80% Misserfolge haben. Man muss mit den verbleibenden 20% die Verluste überkompensieren. Das ist möglich, war in den letzten 13 Jahren aber börsenbedingt schwer. In allem einen Betrug zu sehen ist verfolgungswahnig. Viele Beteiliguungsgesellschaften hatten Probleme.
Ebenso wird man zahlreiche Misserfolge prognostizieren, wenn man im Reaserch tätig ist. Klar ist, dass es eine Chinese Wall geben muss und der Kurs nicht manipuliert wird. Die Interessensverpflchtungen sind anzugegen. Dazu schriebt der Autor nichts, was dafür spricht, dass dies gemacht wurde.
Die gemachten Vorwürfe lassen sich so für jeden änderen integtrierten Finanzkonzern auch finden.
Es ist deutsch für Gewinne sich selbst zu loben und für verluste Dritte bzw. den Berater verantwortlich zu machen. Solche Leute sollte ihr Geld lieber mit Staatsanleihen verlieren, so wie Gabor Steingart z.B. Grichenlandanleihen empfiehlt.
In alle dem obigen Text ist nüchtern betrachtet kein Fakt nachweisbar, wo Unregelmäßigkeiten nachgewiesen werden können. Wo ghobelt wird, fallen Späne sind in der Branche üblich. Auch wenn ich die Hand dafür nicht ins Feuer lege.
Z.B. Solarbranche: Das Geschäftsmodell hieß EEG-Subventionen abzocken. Dass muss ein Ende finden, daher pleitieren in diesem Jahr schon ca. 15 Unternehmen. Das ist gut so. Da würde ich ABL keinen Strick draus drehen.
Eines ist aber auch klar:
Das was ABL geschaffen hat, muss man erst einmal erreichen. Das verdient Respekt. Ein guter Verkäufer ist Angermayer allemal. ABL ist jedenfalls keine Schein-Bude, die von vornherein auf Täuschung angelegt ist.

Leider war in der Finanzbranche schon lange klar, dass es irgendwann richtig knallen wird. Durch die vielen verschiedenen Gesellschaften wurden die scheinbaren Werte und Kurse hoch gehalten. Aber irgendwann platz die Blase. Durch die vielen "kleinen Insolvenzen" hört man den Knall fast nicht. Das ist schade, da es in der Masse der Meldungen untergeht.
Aber nach Angermayer gibt es ja schon wieder ein Unternehmen, die versucht eine ähnliche Show abzuziehen. Von den einen hochgelobt, von den anderen gefürchtet wächst die S&K-Gruppe von Stephan Schäfer und Jonas Köller rasant. Die Vertriebspower explodiert, indem man sich in Finanzvertriebe einkauf, diesen Gelder fürs Wachstum zur Verfügung stellt, usw.; Zudem wird viel Geld in Medien gesteckt. Da kann es schonmal sein, dass Inhaberinnen von Branchenblättern Luxuswagen gestellt bekommen. Dafür stimmt die Lobeshymne. Hoffentlich kommen nicht wieder so viele ehrliche Anleger zu Schaden...
Diese Truppe wäre auch eine ausführliche Reportage wert, in der aufgezeigt wird, wo die Gelder herkommen und was tatsächlich damit passiert. Dann das haben viel noch nicht kapiert.






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