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Credit Default Swaps: Justiz nimmt Kreditderivate ins Visier

Nicht nur die US-Aufsichtsbehörden schauen derzeit genauer bei sogenannten Credit Default Swaps (CDS) hin, auch die Justizbehörden nehmen sich des Themas an. Das Ministerium in Washington geht Hinweisen auf unlautere Praktiken bei einigen wichtigen Akteuren für die Finanzinstrumente nach.

Haben Banken wie JP Morgan Chase, Bank of America, Royal Bank of Scotland und Goldman Sachs Informationsvorsprünge zum eigenen Vorteil genutzt? Quelle: Reuters
Haben Banken wie JP Morgan Chase, Bank of America, Royal Bank of Scotland und Goldman Sachs Informationsvorsprünge zum eigenen Vorteil genutzt? Quelle: Reuters

FRANKFURT. Bereits im Mai hatte die Wertpapieraufsichtsbehörde SEC in mehr als 50 Fällen Derivatehändler von Banken und Hedge-Fonds-Manager wegen möglichen Insider-Handels mit CDS unter die Lupe genommen.

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Jetzt geht das Justizministerium Hinweisen nach, große Akteure dieses Marktes könnten Informations-Vorsprünge zum eigenen Vorteil genutzt haben. Die Markit Group – mit rund 1 500 Abnehmern größter Lieferant von Informationen und Daten am CDS-Markt – hat Untersuchungen des Justizministeriums bereits bestätigt. Das ist umso brisanter, weil die größten Anteilseigner der Markit Group Banken wie JP Morgan Chase, Bank of America, Royal Bank of Scotland und Goldman Sachs sind. Hinzu kommt, dass die von der Markit Group errechneten CDS-Indizes die weltweit am häufigsten genutzten Kreditderivate-Indizes sind.

Mit solchen CDS können sich Investoren gegen Kreditausfälle – im Extremfall gegen die Insolvenz eines Schuldners – absichern. Noch Ende 2007 hatte der Markt für diese Kreditderivate ein Volumen von bis zu 62 Billionen US-Dollar; im Zuge der Weltwirtschaftskrise allerdings schmolz das Volumen auf zuletzt rund 28 Billionen US-Dollar. Kreditderivate und strukturierte Kreditprodukte waren von Fachleuten zuletzt immer wieder als Auslöser der Finanzkrise kritisiert worden. Der bekannte Hedge-Fonds-Manager George Soros forderte zuletzt sogar ein Verbot dieser Instrumente. „Je mehr ich über diese Finanzinstrumente lerne, je mehr gelange ich zu der Überzeugung, dass es sich um toxische Papiere handelt“, sagt Soros.

Kritiker sehen das größte Problem in der fehlenden Transparenz dieser wenig regulierten OTC-Märkte. Denn das Gros der Geschäfte wurde und wird – von Öffentlichkeit und Aufsichtsbehörden weitgehend unbemerkt – direkt zwischen den großen Banken und Finanzhäusern abgewickelt. Schwächen zeigten sich vor allem im Clearing, also in der Abwicklung und Abrechnung. So entstanden als Folge der Lehman-Pleite am CDS-Markt riesige Verluste. Aufsichtsbehörden in den USA und in Europa fordern deshalb, die Abwicklung künftig auf die Clearing-Plattformen von Börsen oder speziellen Dienstleistern zu heben. Als zentrale Clearingstelle in den USA haben sich neben der bereits aktiven Intercontinental Exchange (ICE) auch die Chicago Mercantile Exchange (CME) und die Nyse Euronext beworben. In Europa wollen Eurex und LCH Clearnet solche Dienstleistungen bieten.

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