HB FRANKFURT. Wie abhängig sich die europäischen Aktienmärkte derzeit von der US-Konjunktur machen, zeigte der Freitag. Am frühen Nachmittag notierte der Dax im Minus - Anleger fürchteten die anstehenden Arbeitslosenzahlen aus den USA. Als sich zeigte, dass die Arbeitslosenquote überraschend gesunken ist, schoss der deutsche Leitindex nach oben bis an die von Charttechnikern beachtete Widerstandslinie von 5 850 Punkten.
So könnte es in der kommenden Woche weitergehen, glauben nun viele Experten. "Die Optimisten sind zurück, und bislang haben sie Recht behalten", sagt NordLB-Stratege Tobias Basse. Allerdings geht der Markt allgemein davon aus, dass die Kursschwankungen anhalten. Auch dies zeigten die zurückliegenden Tage. Der Dubai-Schock machte einmal mehr deutlich, wie schnell Störfeuer die Prognosen alt aussehen lassen können. In der abgelaufenen Woche fehlte dem Dax denn auch die Kraft, das Jahreshoch von 5 888 Punkten nachhaltig zu überspringen.
Wie schätzen nun Aktienstrategen die Lage ein? Arnim E. Kogge vom Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger warnt: "Ein Aufatmen der Anleger könnte verfrüht sein." Die Krise im Golfstaat zeige wieder einmal einen Schwachpunkt des Aufschwungs auf: die Banken. "Eine Bereinigung sämtlicher Risiken scheint in dieser Branche nach wie vor nicht möglich."
Kogge sieht darin Gefahren für die Börse. Weil viel Geld auf den Markt drängt, steigen derzeit die Kurse. Dieser von der Liquidität getriebene Aufschwung könne "in den letzten Zügen stecken", meint der Experte. Trotz aller Turbulenzen sei aber eine Jahresendrally durchaus nicht auszuschließen.




