HB FRANKFURT. Am Freitag drückte der Dax zunächst nochmals kräftig nach oben. Die positive Stimmung in der deutschen Wirtschaft gab dem Aktienmarkt ebenso Impulse wie Quartalszahlen von US-Unternehmen, die besser als erwartet ausfielen. Außerdem sorgte der so genannte Hexensabbat für Bewegung. An den Terminbörsen verfielen sowohl Optionen als auch Terminkontrakte auf Indizes und auf Aktien.
Ob die Dynamik noch für eine Mini-Jahresendrally reicht, wird am Markt eher als fraglich angesehen, und die spätere Entwicklung am Freitag gab Skeptikern Recht. Für die verbleibenden Handelstage des Jahres rechnen Marktbeobachter nun mit ruhigen Geschäften und mit einer Seitwärtsbewegung des Dax. "Die Luft ist (zunächst) raus", schreibt Postbank-Analyst Heinz-Gerd Sonnenschein in einer Studie. Als Ursachen sieht der Aktienstratege zum Beispiel die Diskussionen über die Zahlungsprobleme Dubais und Griechenlands. "Außerdem zieht eine größer werdende Zahl von Investoren auch Gewinnmitnahmen ins Kalkül. Sie hinterfragen die in den letzten Wochen veröffentlichten Unternehmens- beziehungsweise Konjunkturnachrichten kritischer als noch im Sommerhalbjahr."
Ähnlich argumentiert Arnim E. Kogge vom Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger: "Die letzten Tage bis Jahresende werden sicherlich weiter von widersprüchlichen Konjunkturmeldungen gekennzeichnet sein. Auf der einen Seite eine leichte Verbesserung der Unternehmensdaten und auf der anderen Seite unverändert Meldungen über drohende Staatsbankrotte."
Die Optimisten halten hingegen durchaus noch einen Sprung des Dax über 6 000 Punkte für möglich. Vor dem Jahreswechsel sind die Börsenumsätze traditionell dünn, da können auch kleinere Orders Großes bewirken. "Diese Marke hat zwar psychologisch durchaus Bedeutung", betont Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. "Fundamental betrachtet spielt sie dagegen keine Rolle."
Im Rückblick hat der deutsche Leitindex die Anleger durchaus zufriedengestellt. Allein in der abgelaufenen Woche hat der Dax gut zwei Prozent zugelegt, im Vergleich zu seinem Jahrestief vom März sogar rund 65 Prozent. Dies ist mehr als in seinen bisher stärksten Boomjahren 1997 und 1993. Im Vergleich zum Schlusskurs 2008 liegt das Plus bei gut 22 Prozent. So stark war er in etwa auch 2007 geklettert.
Nun geht der Blick bereits ins neue Jahr. Anleger nutzen die Zeit, um sich ihre Strategie für 2010 zurechtzulegen. Gleich in den ersten Börsentagen kann es spannend werden. "Denn mit dem US-Einkaufsmanagerindex und den Arbeitsmarktdaten haben wir in der ersten vollen Januar-Woche gleich schon ein Highlight", betont Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. "Schließlich bleibt der Aktienmarkt eine Wette auf die US-Konjunktur."
Was Anleger und Analysten für 2010 erwarten
Auf das anstehende Börsenjahr 2010 blicken Börsianer mit verhaltenem Optimismus. "Eine Geschäftsbelebung ist bei vielen Firmen spürbar", sagt Postbank-Analyst Sonnenschein. "Sie wird nach unserer Einschätzung aber nicht so dynamisch verlaufen, wie viele Optimisten zurzeit erwarten." Die Agentur Reuters hat Analysten befragt; sie sehen mehrheitlich den Dax Mitte 2010 bei knapp 6 100 Punkten - das wäre im Vergleich zum aktuellen Stand ein Anstieg um magere 3,3 Prozent.
Virginie Maisonneuve, Leiterin globale und internationale Aktien beim Brokerhaus Schroders, ist optimistischer. Liquidität im Überfluss und in vielen Fällen historisch niedrige Zinsen böten zumindest kurzfristig ein günstiges Umfeld für den Aktienmarkt. "Auch die jüngsten Unternehmensergebnisse spornen an", fügt sie hinzu. Da die Firmen in den vergangenen Monaten ihre Kosten drastisch gesenkt hätten, könnten sie von einer Erholung der Nachfrage stark profitieren. Außerdem hätten viele Anleger trotz der Aktienkursrally der vergangenen Monate noch großen Spielraum für Käufe.
Einige Analysten haben ihre Ergebnisschätzungen für die Unternehmensgewinne im kommenden Jahr angehoben. "Wir glauben allerdings, dass die aktuellen Aktienkurse schon einen großen Teil dieser Erwartungen eingepreist haben", warnt Jens Herdack von der Weberbank, "außerdem halten wir die Schätzungen der Analysten für sehr ambitioniert". Für die Dax-Unternehmen werde im Schnitt ein 40-prozentiger Gewinnanstieg für das nächste Kalenderjahr prognostiziert. "Das birgt Enttäuschungspotential", sagt Herdack. Für 2010 erwartet er eine "eher durchwachsene Kursentwicklung".
Ellwanger & Geiger-Experte Kogge erinnert an die ZEW-Prognose. Sie habe für Deutschland klargestellt, dass die Wirtschaft zwar weiter auf einem Erholungsweg sei, aber keinen Aufschwung erleben werde. "Das heißt, die konjunkturelle Lage in Deutschland bessert sich nur extrem langsam", folgert Kogge. Die geringe Geschwindigkeit zeige sich auch an den Aktienmärkten: "Es ist eine gewisse Pattsituation entstanden zwischen Bullen und Bären. Der Dax liegt in einem Seitwärtskanal zwischen 5 850 und 5 600 Punkten." Den konnte der Dax am Freitag nach oben durchbrechen. Nun muss sich allerdings zeigen, ob die Entwicklung nachhaltig ist.
Zum Start ins neue Jahr erwartet Kogge indes eine "unverändert hohe Volatilität". Besseren Unternehmensdaten stünden die Schwierigkeiten verschiedener Staaten gegenüber. Wenn die Weltkonjunktur Rückenwind erhalte, dann "werden sich die Aktienmärkte aufgrund der hohen Liquiditätsbestände sehr schnell nach oben bewegen", prognostiziert Kogge. Den Dax in Richtung 6 250 Punkte marschieren. Aber: "Je schneller dieser Anstieg kommt, desto stärker wird der Rückschlag ausfallen, der durchaus wieder in Richtung 5 200 Punkte gehen könnte." So stark könnten die Kurse in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 schwanken, vermutet Kogge.
Weitere Stimmen
"Die große systemische Finanzmarktkrise ist überwunden, aber die Nachwehen bleiben bestehen", sagt Klaus Wiener, Chefvolkswirt von Generali Investments. Er blickt "verhalten optimistisch" ins Jahr 2010: "Trotz aller Risiken: Es sieht heute wesentlich besser aus als man inmitten der Krise zu hoffen gewagt hätte." Für europäische Aktien erwartet Wiener einen guten Start ins Jahr 2010; "Der Gesamtertrag dürfte jedoch kaum über fünf Prozent hinausreichen". Im zweiten Halbjahr könne "aus dem Rückenwind der Wirtschaftspolitik ein Gegenwind werden", warnt der Ökonom. "Dies ergibt sich zwangsläufig - es sei denn, es werden neue Pakete geschnürt."
Zu den Optimisten zählen die Aktienstrategen der Fondsgesellschaft Carmignac. Ihnen scheinen "die Märkte für dieses Jahresende und den Jahresauftakt 2010 nicht schlecht aufgestellt zu sein". Vor allem für US-Aktien sehen die Experten Chancen - "über einen Zeithorizont von zwölf Monaten ein Potenzial von zwölf bis 15 Prozent". Allerdings müssten zu den Produktivitätssteigerungen der Unternehmen auch ein Wachstum der Umsätze hinzukommen.
"Ob in den nächsten Monaten ein nachhaltiger, sich selbst tragender Aufschwung gelingt, wird davon abhängen, ob die nachlassenden Effekte der geleisteten Hilfsmaßnahmen durch private Nachfrage abgelöst werden", sagt Michael Schürmann, Portfoliomanager bei der Gries & Heissel Bankiers. Wie andere Beobachter warnt auch Schürmann, dass ohne eine - bereits eingepreiste - Konjunkturerholung an der Börse Rückschläge drohen. Die hohe Liquidität sowie die geringe Attraktivität von Alternativanlagen sollten aber die Nachfrage nach Aktien weiter auf hohem Niveau halten und das Ausmaß von Korrekturen begrenzen, glaubt der Aktienstratege. "Aufgrund des bereits spürbar gestiegenen Kurs- und Bewertungsniveaus raten wir aber dennoch, Übergewichtungen von Aktien abzubauen."
Die Experten von RCM, einer Tochtergesellschaft von Allianz Global Investors, erwarten, dass sich die Rally an den Aktienmärkten zunächst fortsetzt. "Sollte jedoch eine nachhaltige Rückkehr zum Trendwachstum in den westlichen Industrienationen ausbleiben, während die geldpolitischen Konjunkturstimuli auslaufen, könnte es im Verlauf des kommenden Jahres zu Rückschlägen kommen", warnen die Beobachter. Für die Zeit ab Sommer 2010 rechnen sie mit einer wieder leicht steigenden Volatilität an den Aktienmärkten.
Liebe Freunde,
Die US Konjunktur
es ist eher unwahrscheinlich, dass vom US Konsum wesentliche Wachstumsschuebe ausgehen werden. Wir duerfen andererseits nicht vergessen, dass es in den USA einen unglaublichen Reichtum gibt und das die USA Weltmeister darin sind, sich selbst neu zu erfinden. So wird die Rolle der USA, zb als Reservewaehrung, erhalten bleiben.
Andererseits steigt die Zahl der strukturel auch langfristig nicht mehr benoetigen Arbeitskraefte und alle Haushalte, ob Federal, State oder Muncipalities, ob Gesundheit oder Pensionsfonds sind ueberschuldet. Dazu kommen die Kosten (direkt und indrekt) fuer die laufenden Kriege.
Der US Konsument tut, was er schon lange haette tun sollen, er rehoeht seine Sparquote. Das ist langfristig gut. Schiebt aber in 2010 kaum die Konjunktur.
Motor wird auch nicht die EU sein. ich sehe zu viele Probleme und zu viel Unsicherheit.
Also bleibt uns die Hoffnung darauf, das China (indien vielleicht in 1o Jahren) zieht. Allerdings muessen wir auch da sehen, dass die banken ueberschuldet sind, viele Firmen auf wackeligen beinen stehen und das es Probleme mit den Minorites gibt.
Anlagestrategie: traue keinem berater, denke selbst. Konservativ mit 3 bis 5 Jahre Horizont. Kaufe Nichts, was du nicht wirklich verstehst.
Wie immer
Euer
Rainer Repke
Guten Tag,.......Da jeder Polikiter luegt, jeder banker ( nicht bankier ) betruegt und jeder sich selbst der Naechste ist; kam ich zu folgendem Schluss. irgendwann sind wir wieder bei 14000. Keiner dieser " Experten " hat mich jemals beieinflusst. ich kaufe nur war ich ( hoffentlich ) kenne. Eher lasse ich mich Pfaehlen als dass ich auch nur neine Dollar in China investiere. Dieses Pack wird es uns schlecht danken. Da mich keinerlei Gewissensbisse plagen tue ich nur mit meinem und dem Geld meiner Klientel was Gewinn verspricht und nichts mit Chinesen zu tun hat. besten Dank
@Siggi40
Ein "Reset" hoffentlich nicht durch bürgerkriege!
Natürlich versucht man das böse Spiel mit unseren Geldern uns als notwendig und "Gutes" zu verkaufen, damit solche bürgerkriege nicht aufkommen. Die Steuern kann man in Zukunft nicht weiter erhöhen, damit zerstört man jeden Aufschwung. Ohne Steuern jedoch ist der Staat auch bald pleite. Egal was kommt... , das Leben muss irgendwie weiter gehen. Das tut es auch. Man kann zu jeder Zeit Geschäfte machen, nur vielleicht nicht dabei die Welt kaufen. Wenn man das Geld, welches man in die banken gepumpt hat besser an realer Wirtschaftsleistung reingesteckt hätte, hätte man mehr Arbeitsplätze und sichere Steuereinkommen.
Wenn barcley oder andere in Zukunft selbst klamm sind oder einfach kein Geld mehr haben, bricht eine Kettenreaktion aus. Ob die Zentralbanken wirklich das Geld verteuern, bezweifle ich. Denn wie sollten die Zinsen der (bankrotten) Staaten noch erwirtschaftet werden? Man kann sich ausrechnen, wieviel 1,00% Zins mehr, nur für den deutschen Staat alleine kostet. Lach... , also um wieviel müsste das biP steigen, damit wir da wenigstens plus-minus null raus kommen ?
Die harte Währung ist das Gold. Und daran sieht man den Preisverfall der Währungen. Mit Null-Prozent-Politik wird man aber in Zukunft das Risiko, welches Anleger eingehen, nicht bezahlen können.
Die Folge ist..., erst gnadenlose Deflation (weil Unternehmen Geld brauchen, um nicht jetzt schon pleite zu gehen), danach ungebremste inflation! Durch bankenpleiten usw. wird sicher das eine oder andere noch chaotischer werden. Die Zusage des Staates, die Gelder auf der bank seien sicher..., hmmmm, wer zahlt es denn ??? Der Kreislauf bricht dann in sich zusammen, wenn die Leute kein Geld mehr auf den Konten haben, weil sie entweder keins haben, oder weil sie Angst haben, es dort zu verlieren. Und wenn da kein Geld mehr ist, kann auch niemand mehr irgendwen mal schnell gerade etwas leihen. Zumindest die bank dem Staat nicht...





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