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Dax-Konzerne: Dividenden sprudeln trotz Finanzkrise

exklusiv Ganz werden die Dax-Konzerne mit ihren Ausschüttungen 2009 nicht an das Rekordjahr 2008 anknüpfen. Vor allem bei Banken droht Investoren sogar eine Nullrunde. Insgesamt werden die deutschen Großunternehmen aber auch im kommenden Jahr auf Dividenkontinuität setzen und 24 Mrd. Euro an ihre Anleger ausschütten.

Trotz dunkler Wolken an den Finanzmärkten: Dax-Unternhmen wie Eon werden mit Ausnahme der Banken auch 2009 hohe Dividenden ausschütten. Foto: dpa Quelle: dpa
Trotz dunkler Wolken an den Finanzmärkten: Dax-Unternhmen wie Eon werden mit Ausnahme der Banken auch 2009 hohe Dividenden ausschütten. Foto: dpa Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Irgendwann endet jedes goldene Zeitalter. Nach drei Jahren mit Rekord-Dividenden, in denen sich die Ausschüttungen verdoppelten, müssen die Unternehmen angesichts knapper Kassen umdenken. Nach 27,5 Mrd. Euro in diesem Jahr dürfen sich Anleger 2009 bei den Dax-30-Konzernen noch auf 24 Mrd. Euro an Dividenden einstellen.

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Damit erfasst der Negativtrend aus den USA ansatzweise auch Deutschland. "Für Dividenden erlebten wir zuletzt den schlechtesten Monat seit dem Beginn unserer Aufzeichnungen 1956", sagt Howard Silverblatt vom Indexanbieter Standard & Poor's. Im vergangenen Quartal schütteten die 500 größten US-Konzerne 22,5 Mrd. Dollar oder gut zehn Prozent weniger aus als im Vorjahr. Der Trend setzt sich nach Einschätzung Silverblatts fort: "Die Unternehmen sind nervös und vorsichtig."

Anders als in Deutschland legen US-Konzerne viel mehr Wert auf konstante Dividenden. Der jetzige Rückgang ist sogar stärker als während der Ölkrise in den 70ern. In den USA kalkulieren viele Rentner und die milliardenschweren Pensionsfonds mit Dividenden als regelmäßige Einnahme. Deshalb reichen die Firmen ihre Gelder vierteljährlich weiter.

Im Dax kristallisieren sich mit Blick auf das Frühjahr, wo die überwiegende Mehrheit ihre Anleger am abgelaufenen Geschäftsjahr monetär beteiligt, drei Gruppen heraus: Wer ordentlich verdient, schüttet weiterhin üppig aus. Dazu zählen der Versorger Eon, der Dialysespezialist FMC und der Düngemittelhersteller K+S.

Firmen, denen die Gewinne wegbrechen, kappen ihre Dividende dagegen drastisch. Neben den Banken machen davon voraussichtlich die Automobilhersteller Daimler und BMW Gebrauch.

Andere Konzerne wiederum, die großen Wert auf konstante Ausschüttungen legen, versuchen die Durststrecken zu überbrücken, indem sie an die Substanz gehen. Bei vielen Unternehmen gehört dies zur ehernen Philosophie: BASF etwa zahlt seit 1953 ununterbrochen eine Dividende, in elf der letzten 13 Jahren stieg die Ausschüttung. Auch für die Zukunft verspricht der Chemiehersteller, die ausgeschüttete Summe jährlich zu erhöhen oder mindestens stabil zu halten. Letzteres dürfte 2009 gelten. Ertragseinbußen will BASF mit einem Sparprogramm kompensieren.

Der Konzern schüttete in den vergangenen Jahren stets um die 40 Prozent des Nettogewinns aus. Das entspricht knapp der Quote, die Aktionärsschützer seit langem fordern. Nach Ansicht von Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, sollten die Unternehmen im Schnitt 50 Prozent ihrer Gewinne an die Anleger weiterreichen. In Deutschland schütten die 30 größten Firmen seit Jahren durchschnittlich knapp 40 Prozent ihrer Gewinne aus. Europaweit sind es 45 Prozent. In den USA liegt die Quote bei 35 Prozent.

Kontinuität macht sich bezahlt. Der Versorger Eon hat in den letzten 28 Jahren immer eine Dividende gezahlt und sie nie gekürzt. Der Lohn: In der Vergangenheit schlug die Eon-Aktie stets den Dax. Diese Stärke ist kein Zufall: Anleger, die seit 1973 auf die zehn dividendenstärksten Aktien im amerikanischen Dow Jones gesetzt haben, erzielten jährlich knapp 15 Prozent Kursgewinn - verglichen mit weniger als zehn Prozent im Gesamt-Index. Seit Einführung des Dax vor gut 20 Jahren beruhen 40 Prozent des Indexanstiegs allein auf Dividenden.

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