Ein Selbstversuch mit schnellem Geld

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Die Tücken des Herdentriebs

Einer der heißesten Wettkandidaten ist die Commerzbank-Aktie. Seit die Bank Geld vom Staat bekommen hatte, ging es mit dem Kurs nach unten. Jetzt aber, in den vergangenen vier Wochen, haben die Papiere mehr als 40 Prozent zugelegt. Bankchef Martin Blessing hatte verkündet, er würde das Kapital, das dem Dax-Konzern fehlt, um die Vorgaben der Bankenaufseher zu erfüllen, ohne Staatshilfe aufbringen. Bei den Investoren kam das an.
„The trend is your friend“, folge dem Trend, heißt eine der Börsenregeln, die auch Einsteiger wie ich nachvollziehen können. Als ich mit der Computermaus auf den grünen „Kaufen“-Knopf drücke und meine erste Order in den Markt schicke, ist es 10.45 Uhr: 10000 Commerzbank-Aktien zum Kurs 1,912 Euro. Mehr als 19.000 Euro. Doch plötzlich blinkt es auf dem Bildschirm rot. Die Aktie fällt. Hätte ich mal noch gewartet.
Aber wer Trader sein will, muss den Konjunktiv wohl schnell vergessen. Hätte, wäre, wenn – jetzt ist es eh zu spät.

300 Euro wären verloren, würde ich jetzt verkaufen. Ich brauche eine gute Idee, wenn am Ende des Tages ein Gewinn herausspringen soll. Auf meinem Schreibtisch türmen sich die Ratgeber: „Tradingstrategien für jeden Markt und jede Zeit“, „Optionsstrategien für die Praxis“, „Die hohe Kunst des Daytradens“.

Erfolg entsteht im Kopf, lese ich in „Mentaltraining für den erfolgreichen Day-Trader“. Der Autor, Christoph Wahlen, ist Mentaltrainer, arbeitet mit Managern, Spitzensportlern und Daytradern. „Die besten Trader sind oft die, die unbedarft an die Sache rangehen“, sagt er. „Hyperanalytisches Handeln klappt meist nicht.“ Aber er sagt auch: „Menschen sind grundsätzlich nicht zum Handeln geeignet, da sie eher sozial eingestellt sind. Sie haben einen Herdentrieb.“ Am Markt aber komme es darauf an, nicht der Herde zu folgen. Ist der Trend also doch nicht mein Freund?

Solange der Bildschirm weiter rot blinkt, sieht es danach aus. Hätte ich länger beobachten sollen? Daytraden, das heißt manchmal auch, den halben Tag abwarten.

Abwarten, auch wenn der Finger versucht ist abzudrücken, das sei die Kunst, sagt Wahlen. Die Emotionen kontrollieren, auch wenn die Spannung steigt – um dann im richtigen Moment nur ein-, zweimal zuzuschlagen.
Auf mein zweites Mal habe ich nun lange genug gewartet. Eine Meldung läuft über den Ticker, die Bewegung verspricht: Daimler hat im Januar deutlich mehr Fahrzeuge verkauft. Ich schicke eine Order in den Markt. Eine kleine, 200 Stück.

  • 24.02.2012, 08:53 UhrAnonymer Benutzer: Mark

    Erstaunlich wie unsinnig hier argumentiert wird, vom Handelsblatt ist man wirklich bessere Artikel gewohnt. Natürlich ist das Pleiterisiko enorm, wenn man ohne jegliche Ausbildung und Plan an die Sache rangeht.

    Wie wäre es mal mit Hinweisen zum Aufbau eines Tradingplans, ein professionelles Money- und Riskmanagement und so weiter?

    Ich freue mich auf gute Nachfolgeartikel!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Mark Dworatzek
    http://www.day-trading.de

  • 20.02.2012, 21:54 UhrAnonymer Benutzer: Daytrader

    Mein Gott, was ein Niveau! Und sowas beim Handelsblatt. Nicht zu fassen.

    Es kostet viele Jahre - Jahre an Lebenszeit - um dieses Geschäft zu verstehen. Dass es irgendwie auch mit Wahnsinn zu tun hat, mag ja sein. Aber diesen Artikel braucht die Welt trotzdem nicht.

  • 16.02.2012, 20:28 UhrAnonymer Benutzer: Pipshandler

    Ich bin von diesem Artikel leicht enttäuscht. Wie einige Vorredner es schon zur Geltung gebracht haben: So ans Handeln zu gehen ist sinnlos, leichtsinnig und würde schnell zu einem sehr leeren Konto führen.
    Es ist alles nun doch ein bisschen komplizierter als es hier formuliert wurde und ich finde es schade, dass keine einzige Aussage zu den eigentlichen Einschätzungsmethoden - gerade am Devisenmarkt - der Daytrader gemacht wurde.
    Es wurde zwar teilweise auf die analytische Analyse (Arbeitslosenquote, usw.) eingegangen, doch wo ist die systematische Analyse geblieben? Wo ist Fibonacci? Wo sind die Chart-Pattern-Analysen?
    Ich persönlich hätte mich darüber gefreut, wenn man wenigstens teilweise auf die "Zufälligkeit" der Kurse eingegangen wäre, die ja in Wahrheit bei näherer Betrachtung weniger zufällig sind als man zuerst denkt.
    Es gibt noch viel mehr zum Daytrading als in diesem Artikel sehr grobflächig angerissen wird und würde mich freuen, wenn das Handelsblatt in einem zusätzlichen Artikel ein bisschen mehr auf die Realität dieser Thematik eingehen würde.

    Trotzdem, wer sich dafür interessiert, dem kann ich wärmstens empfehlen einer der vielen Daytrader-Plattformen auszuprobieren. Als einziger Tipp rate ich nur: Tut so, als ob das fiktive Kapital euer echtes Geld wäre und vergisst nicht die allergrößte Regel jedes professionellem Daytrader: Risikomanagement.

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