Börse Inside

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Geld in Gefahr: Anleger fürchten Inflation – doch die kommt (noch) nicht

Schuldenkrise, schwacher Euro, zügellose Geldpolitik. Anleger fürchten, dass all das direkt in die Inflation führt. Doch so einfach ist es nicht. Wer sein Vermögen jetzt aus Angst vor der Geldentwertung umschichtet, könnte damit genau das Falsche tun.

Kinder spielen mit einem Drachen aus Papiergeld. Das war durch die Inlfation in den 20er-Jahren wertlos geworden. So schlimm muss es diesmal nicht kommen. Quelle: SUPERBILD
Kinder spielen mit einem Drachen aus Papiergeld. Das war durch die Inlfation in den 20er-Jahren wertlos geworden. So schlimm muss es diesmal nicht kommen. Quelle: SUPERBILD

FRANKFURT. Es ist die große Angst aller Sparer: die Inflation. Dass sie kommt, scheint abgemacht. Diskutiert wird meist nur über die Frage, wann es losgeht und wie man sein Geld in Sicherheit bringt. Experten empfehlen den Kauf von Immobilien und Gold. Ein guter Rat?

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Die Lage ist ernst, keine Frage. Die Schulden der europäischen Staaten wachsen, der Euro fällt. Rettungspakete werden geschnürt. Und die Europäische Zentralbank wirft die Notenpresse an, kauft Anleihen überschuldeter Staaten. Aus Sicht vieler Kritiker führt dieser Weg direkt in die Inflation. Je mehr Geld die Zentralbank in Umlauf bringt, befürchten sie, desto mehr verliert es an Wert.

"Diese staatlichen Marktmanipulationen haben zwar einen kurzfristigen positiven Effekt, führen dauerhaft aber zu einem massiven Anstieg der Inflationsrate", sagt Claus Vogt, Chefanalyst der Quirin Bank. Inflation werde in den nächsten acht Jahren die Hälfte des deutschen Sparvermögens vernichten. Eine etwas höhere Inflation käme den Regierungen vermutlich entgegen. Damit verlöre nicht nur das Geld an Wert, auch die roten Zahlen sähen weniger bedrohlich aus. Die Schulden einfach weginflationieren, das könnte manchem Finanzpolitiker so passen. Der Haken daran ist nur: So einfach lässt sich eine hohe Inflation gar nicht herbeizaubern.

"Es wird häufig vergessen, dass nicht das Drucken von Geld Inflation verursacht, sondern das Ausgeben. Solange die Verbraucher vorsichtig bleiben und lieber sparen als ausgeben, sollte Inflation kein Thema sein", sagt Ad van Tiggelen, Senior Investment Spezialist bei ING Investment Management. Damit ist es alles andere als sicher, ob die geldpolitischen Exzesse unmittelbar zu höherer Inflation führen. Oder ob Sparmaßnahmen zum Abbau der Verschuldung in die Deflation führen.

Zwar sind die deutschen Verbraucherpreise im Mai etwas gestiegen. Dennoch liegt die Teuerungsrate immer noch bei moderaten 1,2 Prozent und damit deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. In naher Zukunft sehen Ökonomen keine akute Inflationsgefahr.

  • 02.06.2010, 16:20 UhrGerd

    Die Zinsen werden für ungewöhnlich lange Zeit sehr niedrig bleiben, schon um die Schuldendienste zu entlasten. Wachstum und möglicherweise inflation - wenn die Nachfrage höher ist, als die Gütermenge und die Produktionskapazitäten befriedigen können - wird es erst geben, wenn die banken die niedrigen Zinsen an die Kreditnehmer weitergeben.

  • 02.06.2010, 16:51 UhrThomas

    Das allgemeine Wirtschaftsverständniss (Niedrige Zinsen führen zu inflation) ist für mich sehr suspekt, und zeugt von der allgemeinen Tendenz dass jeder jedem nachplappert anstatt sich mal eigene Gedanken zu machen.

    Meine These ist:

    "Niedrige Zinsen führen iMMER zu Deflation !
    Hohe Zinsen führen MEiST zu inflation."

    Der Grund dafür ist sehr einfach, inflation kann nur durch 2 Dinge entstehen:

    1. Durch Verschuldung in einer Fremdwährung bei nicht konvertierbarer Eigenwährung bzw. extremen Kursverlust der Eigenwährung gegenüber der Fremdwährung. (Siehe Weimarer Republik)

    2. Wenn die Nachfrage nach Gütern das Angebot übersteigt.

    Der Fall 1 kann per se nicht eintreten, da in Europa Fremdwährungsverschuldung keine Rolle spielt.

    Der Fall 2 könnte eintreten, wird aber durch die Niedrigzinspolitik bekämpft. Die Folge daraus ist, kommt es in einem Wirtschaftsbereich zu dem Fall "Nachfrage>Angebot" ist es extrem einfach bei 1%Zinsen die entsprechenden Produktionskapazität zu erweitern, als es bei 5% Zinsen der Fall wäre wäre.
    - ausgenommen davon sind lediglich einige Rohstoffe wie Rohöl, welche aber im gesamten Kontext einen marginalen Einfluss haben.

    Dies ist auch der Grund dafür weshalb in Japan seit Jahren deflation vorherrscht obwohl der Zinssatz bei 0%liegt.

  • 02.06.2010, 17:51 UhrWilli

    @Thomas
    Denk nochmal nach.....

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