
FrankfurtInternationale Investoren sind so optimistisch für Aktien wie seit mindestens dreieinhalb Jahren nicht mehr. Etwa zwei Drittel der Teilnehmer an einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg wollen in den nächsten sechs Monaten ihre Positionen erhöhen.
Zum Weltwirtschaftsforum in Davos, wo sich die Wirtschafts- und Finanzelite jährlich trifft, sagen 53 Prozent der Teilnehmer an der weltweiten Umfrage, dass Aktien im nächsten Jahr die höchsten Erträge einbringen werden. Das sind 17 Prozent mehr als bei der letzten Befragung im November und der höchste Wert seit Beginn der vierteljährlichen Umfrage unter Investoren, Analysten und Händlern im Juli 2009.
Hinter dem Enthusiasmus für Aktien steht das wachsende Vertrauen in die US-Wirtschaft und die nachlassende Besorgnis um Europa. Amerika befindet sich in der besten Verfassung seit zwei Jahren, lautet der Tenor der Umfrage, über die Hälfte der 921 Teilnehmer sieht die Konjunktur auf dem Weg zur Besserung.
Ein Überblick über die besten Fonds in den Aktienkategorien, die am besten im Jahr 2012 gelaufen sind.
Quelle: Feri EuroRating Services AG
Aktien Greater China
Vitruvius Greater China Equity B USD 29,53 Prozent
Aktien Euroland
Fidelity Funds - Euro Blue Chip A-EUR 31,43 Prozent
Aktien Asien Pazifik ex Japan
Templeton Asian Smaller Companies A (acc) USD 33,72 Prozent
Aktien Nordamerika
Legg Mason Capital Management Opptnty A Dis A USD 35,26 Prozent
Aktien Europa
Comgest Growth Greater Europe Opportunities Euro 35,42 Prozent
Aktien Emerging Markets
RBS Market Access MSCI Emg and Frntr Afr xSA ETF 36,44 Prozent
Aktien Deutschland Mid/Small Caps
DWS German Small/Mid Cap 36,65 Prozent
Aktien Deutschland
DWS Deutschland 38,43 Prozent
Aktien Europa Mid/Small Caps
Dexia Equities B Europe Small & Mid Caps C Cap 39,99 Prozent
Aktien Mittel-/Osteuropa
Renaissance Ottoman A EUR 41,15 Prozent
Es gibt aber auch Anzeichen für ein Nachlassen der seit drei Jahren andauernden Euroraum-Schuldenkrise. Nur 45 Prozent sagen, dass sich die Wirtschaftslage in der Region weiter verschlechtert, verglichen mit 70 Prozent vor zwei Monaten. “Es scheint vorsichtiger Optimismus vorzuherrschen, dass die Dinge allmählich gelöst werden”, erläuterte Ben Kelly, Aktienanalyst bei Louis Capital Markets in London und Umfrageteilnehmer.
Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.
Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.
Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.
Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.
Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.
Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.
Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.
Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.
Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.
Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.
Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.
Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.
Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.
Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.
Die größere Zuversicht bezüglich der Aussichten für die Konjunktur und die Aktien schafft die Voraussetzungen für eine optimistischere Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos. An der fünftägigen Tagung nehmen etwa 2.500 Unternehmenschefs, Notenbanker, Politiker, Investoren und Akademiker teil. Zu den Delegierten gehören unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und EZB-Präsident Mario Draghi, die beide in der Umfrage gelobt wurden. Ferner werden der Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, und der Milliardär und Investor George Soros teilnehmen.

Heißen die heißen Profis, die jetzt angeblich einsteigen mehrheitlich Lieschen Müller?
Irgendwie wird geradezu historisch laut (oder heißt es hysterisch laut?) zum Einstieg getrommelt. Siehe auch den kreischenden Parallelartikel im HB:
http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/ratgeber-hintergrund/boersen-rally-sei-dank-die-deutschen-werden-stetig-reicher/7697096.html
Hoffentlich gibt es da doch noch ein paar mitleidige Seelen und Aktienbesitzer, die nicht alleine reich werden wollen und daher ihre Aktien mildtätig an die "heißen Geldanlage-Profis" abgeben, damit diese auch noch reich werden können.
Ich bin sicher, diese freundlichen Seelen gibt es!
Blackrock, Deutsche Bank, JP Morgan, GoldmanSachs, ....






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