Börse Inside

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George Soros: Zwischen Großzügigkeit und Größenwahn

George Soros ist alt, steinreich und hat einen legendären Ruf. Sein Geld verschafft ihm Gehör. Mit 82 Jahren kämpft der Milliardär für die Rettung des Euro und für sein eigenes Ego. Das Porträt eines Getriebenen.

huGO-BildID: 29599397 Billionaire investor George Soros of Soros Fund Management attends the annual meeting of the World Economic Forum (WEF) in Davos January 26, 2013. REUTERS/Pascal Lauener (SWITZERLAND - Tags: POLITICS BUSINESS HEADSHOT) Quelle: Reuters
huGO-BildID: 29599397 Billionaire investor George Soros of Soros Fund Management attends the annual meeting of the World Economic Forum (WEF) in Davos January 26, 2013. REUTERS/Pascal Lauener (SWITZERLAND - Tags: POLITICS BUSINESS HEADSHOT) Quelle: Reuters

George Soros kann es nicht lassen. Der alte Mann hat wieder auf dem Devisenmarkt mitgemischt, mit einer Wette gegen den japanischen Yen. Und das angeblich sehr erfolgreich. Eine Milliarde Dollar soll Soros mit dem jüngsten Absturz des Yen verdient haben. So berichten es Personen, die nahe an dem Starinvestor dran sin. Doch das Geld verdienen ist für Soros nicht alles, es ist vielmehr Mittel zum Zweck.

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Der mittlerweile 82 Jahre alte Finanzjongleur ist ein Mysterium. Er hat einen legendären Ruf weit über die Finanzwelt hinaus und mehr Geld, als er in diesem Leben verprassen könnte, selbst wenn er sich noch so anstrengen wollte. Aus der operativen Führung des 25-Milliarden-Dollar-Familienhedgefonds Soros Fund Management hat er sich zurückgezogen. Doch George Soros sei nicht der Typ des netten Opis, der im Lehnstuhl sitze und mit den Enkelkindern spiele, sagt eine Freundin der Familie in New York. „George liebt das Drama, die Kontroverse, das Spiel mit dem Risiko.“

Börsenguru Die besten Sprüche von George Soros

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Soros ist gesundheitlich angeschlagen, aber nicht zu bremsen, er absolviert ein strapaziöses Pensum mit voluminösen Zielen: Er hat nichts dagegen, noch mehr Geld zu verdienen, als er ohnehin schon besitzt. Zum anderen engagiert sich Soros aber zunehmend politisch: Er will Griechenland retten, den Euro und die gesamte Europäische Union dazu, und obendrein auch noch die Volkswirtschaftslehre revolutionieren.

Jahr für Jahr nutzt George Soros dazu die Bühne des Weltwirtschaftsforums in Davos, um sich mit einer gezielten Provokation in eine der Hauptrollen zu drängen. Als Bösewicht lässt der schrullige Senior dabei am liebsten auftreten: das vermalemerkelte Deutschland.

Ende Januar war es mal wieder so weit. Soros dämonisierte Deutschland als Schuldigen eines heraufziehenden Währungskrieges. „Die Deutschen glauben an Einsparungen, der Rest der Welt glaubt an geldpolitische Lockerungen“, befand der Starspekulant. Die Regierung Merkel zwinge ganz Europa einen eisernen Sparkurs auf und mache damit den Euro kaputt, sagte Soros, es sei „einfach die falsche Politik“ und noch dazu eine, „die am Ende ganz Europa in die Krise treibt“. Von den Berggipfeln hallte ein internationales Medienecho zurück.

Medienbericht Soros verdient Milliarde mit Wette gegen Yen

Laut eines Medienberichts spekulierte Soros auf eine Abschwächung der japanischen Währung.

Dafür nimmt George Soros viel Geld in die Hand. Leistet sich ein ebenso weitreichendes wie einflussreiches Netzwerk auch in Deutschland, darin so prominente Figuren wie Ex-Außenminister Joschka Fischer und der Wirtschaftsweise Peter Bofinger. Mit ihnen kämpft Soros für die Rettung des Euro, aber auch für sein eigenes Ego. Und für sein Vermögen? Wer sich mit dem Multimilliardär auseinandersetzt, erkennt einen Getriebenen zwischen Genius und Gier, Großzügigkeit und Größenwahn.

Als „klassisches Beispiel eines Parvenüs“ sieht ihn eine Weggefährtin. Als einen, der es von ganz unten bis nach ganz oben geschafft hat und doch nie genug bekommen kann. „Er ist nicht damit zufrieden, ein genialer Wirtschaftsmensch zu sein. Er hat den Ehrgeiz, auch als großer politischer Denker angesehen zu werden. Dabei entwickelt er einen messianistischen Eifer.“

  • 18.02.2013, 22:10 Uhrcegolino

    Der Sparkurs müsste gar nicht sein. Merkel hat auch nie vom Sparen gesprochen sondern von Reformen, u.a. von einer funktionierenden Verwaltung und einer korrekten Steuereinziehung bei den Reichen. Südeuropa könnte seine Staatshaushalte ruck-zuck im Griff haben, wenn es seine Eliten und Steuerhinterzieher zur Kasse bitten würde.
    Aber nein, die Papademos' und alle anderen ziehen es vor, die Krisenkosten von den kleinen Leuten ausbaden zu lassen und machen sich einen schlanken Fuß, indem sie Deutschland als Sündenbock für die Folgen ihrer jahrenlangen Schuldenorgien hinstellen.
    Was erwarten Sie eigentlich von Deutschland und seinen Steuerzahlern? Endlose Hilfen und Garantien? Geht's noch dreister? Was versprechen Sie sich von weiteren schuldenfinanzierten Konjunkturprogrammen? Die jetzige Krise wurde nicht von zu wenig sondern zuviel billigem Geld verursacht und Sie erwarten allen Ernstes eine Lösung mit genau den Mitteln, die die Krise hervorgerufen haben. Absurder geht's nicht. Weitere Schuldenmilliarden bringen außer kurzlebigen Strohfeuern nicht ansatzweise eine nachhaltige wirtschaftliche Gesundung.

    Dass Soros einer expansiven Geldpolitik das Wort redet, ist dabei nicht verwunderlich. Ein Abwertungswettlauf der Währungen bietet nahezu endlose Möglichkeiten zu Währungsspekulationen. Das ist sein Geschäftsmodell.

  • 18.02.2013, 15:04 UhrRonny

    4,200 % in 10 Jahren! erwirtschafteten Rodgers und Soros und das mit Mitteln, die man als missbräuchlich bezeichnen kann, auch Mithilfe von Absprachen mit anderen Grossanlegern.
    Man trifft sich einfach mit ein paar gleichgesinnten zum Dinner und tut kunt, was man vorhat und wenn die anderen freundlich nicken, dann ist das Geld schon verdient, auf Kosten der Allgemeinheit. Hier kommt doch die hässliche Seite der zu freien Wirtschaft ans Tageslicht und mir wird durch solche Beispiele klar, dass wir eine Finanztransaktionssteuer so dringend brauchen, wie Brot und Wasser.
    Die Finanzindustrie ist wie eine verrückt gewordene Bulldogge die Blut geleckt hat und alle anderen Menschen angreift. Und Soros ist einer der gewissenlosesten dieser Bluthunde.
    Ih denke alle Länder der Welt, vielleicht mit Ausnahme von Griechenland, sind gut beraten, dass Gegenteil von dem zu tun, was Soros vorschlägt.
    Der Finanzindustrie haßt stabile Regierungen und damit zur Zeit Merkel und Deutschland.
    Gleichermaßen hassen sie Entschuldung, da ja durch Zinsen Geld in die Kassen der unterschiedlichen Fonds prasselt.

  • 18.02.2013, 12:48 UhrNaja

    @Freidenker
    hier muss ich ihnen zustimmen. Das von ihnen beschriebene ist die Folge dieser Forderung.

    Wer viel leistet, darf auch gut verdienen und was davon haben. Trotzdem ist es so, dass Reichtum verpflichtet. Wer reich ist, muss demnach auch mehr leisten. Sonst ist der Frieden in Gefahr. Die, die nichts haben, können nichts verlieren, alle anderen schon.
    Reichtum erschafft sich nicht aus dem nichts, sondern geht immer zu Lasten anderer, die ärmer werden. Der Staat muss die Regeln so aufstellen, dass eine gewisse Balance entsteht. Die Reichen dürfen nicht zu reich werden, die Armen nicht zu arm.
    Eine Gesellschaft darf aber auch nicht aus lauter gleichgestellten bestehen, das funktioniert ebenfalls nicht. jede Schicht, von der Oberschicht, bis zur Unterschicht wird zum Funktionieren einer Gesellschaft benötigt. Nur so gibt es einen Anreiz, durch Leistung aufzusteigen oder eben der mögliche Fall von oben nach unten.
    Gibt es keine geeigneten Regeln, sind wir wieder im Mittelalter und beginnen vor 500 Jahren neu.

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