
Die Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch bei den griechischen Schuldenverhandlungen hat den Euro am Freitag hoch gehalten. Investoren vertrauten auf Aussagen von EU-Währungskommissar Olli Rehn, der beim Weltwirtschaftsforum in Davos sagte, die Verhandlungen Athens mit seinen privaten Gläubigern stünden kurz vor dem Abschluss. Auch die Bundesregierung gab sich optimistisch. „Viele Investoren hatten sich ja inzwischen auf eine Hängepartie bis Mitte März eingestellt. Jetzt keimt doch Hoffnung auf, dass schon vorher eine Lösung gefunden wird“, sagte ein Händler.
Am 20. März muss Griechenland Schulden über 14,5 Milliarden Euro begleichen und braucht dafür neue Überweisungen von seinen internationalen Geldgebern. Diese haben ihre Zahlungen aber von einer Einigung mit den privaten Gläubigern abhängig gemacht. Der Euro stieg bis auf 1,3160 (spätes Vortagesgeschäft: 1,3105) Dollar.
Etwas Gegenwind erhielt die Gemeinschaftswährung allerdings nach der Veröffentlichung der ersten Schätzung zum US-Wirtschaftswachstum. Die weltgrößte Volkswirtschaft ist im vierten Quartal 2011 um 2,8 Prozent gewachsen und damit so stark wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Analysten hatten allerdings mehr erwartet. Die Entwicklung des privaten Konsums sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben, schrieb Helaba-Analystin Viola Stork.
Insgesamt habe die US-Wirtschaft zum Ende des vergangenen Jahres aber eine erfreuliche Wachstumsbeschleunigung vollzogen. Am Nachmittag bewegte sich die Gemeinschaftswährung um 1,3115 Dollar. Ende vergangener Woche hatte der Euro gut anderthalb Cent niedriger notiert.




