
HB WASHINGTON/NEW YORK. Die US-Justiz rollt die Wall Street wegen Insiderhandels auf. Die Börsenaufsicht SEC und die Staatsanwaltschaft gehen gegen drei Hedge-Fonds-Manager und einen Analysten vor. Sie sollen sich über ein "Experten-Netzwerk" geheime Informationen aus Technologiekonzernen wie dem Prozessoren-Hersteller AMD oder dem Festplatten-Produzenten Seagate beschafft und dadurch mehr als 30 Millionen Dollar an der Börse verdient haben.
"Diese Hedge-Fonds-Manager dachten, sie könnten verbotenerweise schon heute an der Börse handeln mit einem Wissen, das andere erst morgen hatten", sagte SEC-Chefermittler Robert Khuzami am Dienstag in Washington. Der Bundesstaatsanwalt von Manhattan, Preet Bharara, kündigte weitere Ermittlungen an.
Seine Behörde habe bis dato zwölf Leute angeklagt, von denen vier gestanden hätten. "Aber wir sind noch weit davon entfernt, den Fall abschließen zu können."
Die Geschichte war im Dezember ins Rollen gekommen. Das FBI hatte mehrere Verdächtige verhaftet, die Staatsanwaltschaft erhob Anklage. Später sprang die SEC auf den Zug auf und verklagte in der vergangenen Woche die Tippgeber aus den Unternehmen.
SEC-Chefermittler Khuzami fordert nun Geldstrafen sowie ein Berufsverbot für einige der Beteiligten. "Die Klageschrift offenbart ein durch und durch korruptes Verhalten", sagte Khuzami. Seine Behörde hat zehn Personen auf ihrer Verdächtigenliste.




