Börse Inside

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Konjunktur im Fokus: Dax-Ausblick: Anlegern wird's mulmig

Seit einiger Zeit warnen Experten, die Rally am Aktienmarkt werde bald zu Ende gehen. Doch der Dax steigt unverdrossen weiter. Das könnte auch kommende Woche so weitergehen, meinen einige Marktbeobachter. Andere bleiben skeptisch. Einmal mehr rücken Konjunkturnachrichten in den Fokus.

Beobachter warten auf das Ende der Dax-Rally. Quelle: Handelsblatt
Beobachter warten auf das Ende der Dax-Rally. Quelle: Handelsblatt

HB FRANKFURT. Die Optimisten haben ebenso ihre Gründe für ihre Erwartung weiter steigender Kurse wie die Bären fürs Gegenteil. "Obwohl sich die meisten Anleger wegen des steilen Anstiegs zunehmend unwohl fühlen und auf eine Korrektur warten, hoffen andere immer noch darauf, in den Markt wieder reinzukommen", fasst Aktienstratege Markus Reinwand von der Helaba die Einschätzung vieler Börsianer zusammen. Zahlreiche Investoren hätten verpasst, rechtzeitig einzusteigen, und nutzten nun jeden Rücksetzer, um auf den fahrenden Zug noch aufzuspringen. "Deshalb wird eine Korrektur wohl erst kommen, wenn kaum noch jemand damit rechnet."

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Inzwischen gehen sogar bei kurzfristigen Prognosen die Meinungen weit auseinander. Skeptiker sagen, die Rally sei lediglich von positiven Erwartungen getrieben, die bald als haltlos in sich zusammenfallen dürften. Optimisten verweisen dagegen auf die weltweiten Konjunkturprogramme, die erst allmählich Wirkung zeigten.

Seit Anfang März hat der Dax mehr als vierzig Prozent zugelegt. In der zu Ende gehenden Woche gewann der Leitindex mehr als zwei Prozent und stieg zeitweise sogar auf ein Jahreshoch von 5 177 Zählern. Diese Rally macht Börsianer zunehmend nervös. "Da fühlt man sich an Anfang 2002 erinnert, als es auch einen kurzen steilen Anstieg gab, und dann ist der Dax fast ins Bodenlose gefallen", sagt ein Börsianer mit Blick auf die kurze Erholung an den Börsen nach dem Schock der Anschläge vom 11. September 2001.

Anfang 2002 war der Leitindex ähnlich rasant gestiegen wie in den zurückliegenden Monaten. Binnen eines Monats legte der Dax damals mehr als 700 bis auf knapp 5 500 Punkte zu. Dann folgte allerdings eine siebenmonatige Talfahrt, in der der Dax um 2 900 Punkte einbrach. Nach kurzer Stabilisierung lag der Index fünf Monate später noch einmal 500 Punkte niedriger. Erst im März 2003 begann dann eine rund vierjährige Erholungsphase. Sein Rekordhoch erreichte der Dax im Juli 2007 mit 8 151 Punkten.

"Es gibt in der Tat erstaunliche Parallelen zu 2002", stellt Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg fest. "Beide Male war die Krise ausgelöst durch einen exogenen Schock - damals die Anschläge auf die USA, diesmal die Lehman-Pleite. Damals wie heute haben Regierung und Notenbank mit schnellen Maßnahmen reagiert, und beide Male war die Erholung an der Börse von positiven Signalen bei Frühindikatoren getrieben." Dass die erhoffte konjunkturelle Erholung damals nicht so eintrat, sei auch einer Reihe von Skandalen geschuldet gewesen, etwa den Bilanzfälschungen bei Enron. "Aber diesmal könnte das Ausmaß der Wirtschafts- und Fiskalprogramme den strukturellen Abschwung verzögern", so Klude. Er hält daher einen weiteren Dax-Anstieg auf Sicht der nächsten zwei bis drei Monate um bis zu zehn Prozent für möglich.

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