HB FRANKFURT. Marktteilnehmer in Deutschland blicken dabei nicht nur auf die europäische Konjunktur; Vermutungen über den Zustand der US-Wirtschaft werden mindestens genauso intensiv die Kursentwicklung des Dax beeinflussen. "Der Markt bleibt verunsichert. Auch nächste Woche wird es holprig", glaubt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. Wie die Reaktion auf die Ankündigungen zum US-Konjunkturpaket und den Bankenrettungsplänen diese Woche zeigten, ist man an der Börse von den Konzepten noch nicht so recht überzeugt. Da die Regierung bislang noch keine Details bekanntgegeben hat, dürfte die Diskussion anhalten.
"Die konjunkturellen Risiken schätzen wir weiterhin als sehr hoch ein, was die Aktienmärkte noch die nächsten Monate belasten sollte", betonen die Analysten der Landesbank Berlin (LBB) in ihrem Marktkommentar. "Zwar kann es immer wieder zu kräftiger ausfallenden Erholungsphasen kommen, die Tiefststände des seit mehr als einem Jahr bestehenden Bärenmarktes dürften Dax und EuroStoxx50 aber noch nicht gesehen haben." Der Bär symbolisiert bei den Börsianern die Pessimisten.
Die Frage ist, wie tief der Dax noch sinken kann. "Charttechnisch werden die nächsten Tage wichtig werden, da es sich entscheidet, ob der kurze Aufwärtstrend nur mit einer Unterbrechung fortgesetzt werden kann oder die alten Unterstützungslinien wieder getestet werden", vermuten die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger. Sollte der Dax nachhaltig die Linie von 4 500 Punkten unterschreiten, kommt nach ihrer Darstellung wieder die alte Unterstützungslinie von 4 000 Punkten ins Spiel. Am Donnerstag war der Dax auf 4 379 Punkte abgesackt, am Freitag setzte der deutsche Leitindex dann wieder zu einer Erholung an.
Die Experten geben sich optimistisch. Sie glauben, dass die Unterstützungslinie von 4 150 Punkten bzw. 4 000 Punkten halten wird. "Es sind zwar auch noch in den nächsten Wochen einige Verwerfungen möglich, aber grundsätzlich sieht es durchaus danach aus, dass die Aktienmärkte sich im Tal befinden", schreiben sie in ihrer aktuellen "Marktmeinung aus Stuttgart". Ihre Prognosen behalten sie bei: "Wir rechnen im ersten Quartal weiterhin mit schlechten Wirtschaftsnachrichten und starken Kursschwankungen und sehen aber zur Mitte des Jahres einen Dax-Stand von 5 500 Punkten."




