Allein die Geldmengenausweitung der Zentralbanken führt nicht zu Inflation.
Doch, die Ausweitung der Geldmenge ist bereits die Inflation, die sich erst in der Folge in steigenden Preisen bemerkbar macht. Das Geld wird schlechter gemacht, indem man immer neues druckt. Und das wiederum schwächt das Vertrauen der Menschen in die Währungen. Sie werden ihre Euro ausgeben, weil sie fürchten, ihre Scheine könnten schon bald weniger wert sein. Das Geld wird in die Gütermärkte fließen und die Preise in die Höhe treiben. Wenn dann noch Kredite aufgenommen werden – von Unternehmen und Privaten -, dann haben wir sofort Inflation. Viele Politiker glauben, Inflation sei kontrollierbar, aber das ist ein Irrglaube.
Bundesbank und Bundesregierung beschwören dennoch die Währungsstabilität in der Eurozone. Wie seriös ist das?
Ich glaube davon kein Wort. Nachdem Bundesbankchef Axel Weber und EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark abgedankt haben, dürfte der Widerstand bald gebrochen sein. Der neue Bundesbankchef Weidmann tut zwar, als verfolge er eine ähnliche Stabilitätspolitik, aber darauf würde nicht allzu viel geben. Er hat nicht mehr viel zu melden.
Die Euro-Politiker setzen darauf, dass sich angesichts der beschlossenen Maßnahmen wie einer Hebelung des EFSF-Kreditvolumens und der neuen Technokraten-Regierungen in Italien und Griechenland die Märkte wieder etwas beruhigen. Die derzeit beängstigend hohen Zinsen vor allem für italienische Staatsanleihen würden in diesem Szenario langsam wieder sinken, Griechenland bleibt dank des Schuldenschnitts eine Insolvenz erspart. Die Banken bunkern mehr Kapital, um nicht in Schieflagen zu geraten.
Eine Änderung der EU-Verträge - das nächste große Thema - soll bewirken, dass die Euroländer künftig stärker zentral gesteuert und überwacht werden können. Zusätzlich geht 2013 der dauerhafte Rettungsschirm ESM an den Start. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) könnte noch stärker an Rettungsmaßnahmen beteiligt werden.
Eine andere, vielleicht noch gefährlichere Entwicklung wäre ein plötzliches Ereignis - zum Beispiel die unerwartete Insolvenz einer großen Bank. Es könnte Schockwellen an den Aktien- und Anleihemärkten auslösen und Kettenreaktionen nach sich ziehen.
Problematisch wird es, wenn die Renditen der Staatsanleihen für Krisenländer auf dem derzeitigen Höchstniveau verharren und auch die Papiere solider Staaten wie Frankreich oder Deutschland weniger Käufer finden. Dies wären Anzeichen dafür, dass die bewährte Form der Euro-Staatsfinanzierung ausgedient hat - Rettungsschirme würden dann mittelfristig auch nichts mehr bringen, weil sie die Wurzel des Problems nicht beseitigen.
Eine Alternative zur bisherigen Form der Staatsfinanzierung wären Euro-Bonds - also gemeinschaftliche Anleihen der Eurostaaten, die unterschiedlich konstruiert werden könnten. Deutschland lehnt sie bisher ab, doch bei einer Verschärfung der Krise ist vorstellbar, dass sich der Widerstand lockert.
Im Fall einer plötzlichen Notsituation kann eigentlich nur die Europäische Zentralbank (EZB) helfen, da politische Entscheidungsprozesse zu lange dauern. Die EZB könnte ankündigen, unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen - einige Ökonomen fordern dies bereits heute - und damit eine Torschlusspanik an den Märkten und in der Bevölkerung verhindern. Die EZB möchte solche drastischen Maßnahmen, die möglicherweise die Inflation beflügeln, eigentlich nicht ergreifen - doch im Extremfall könnte sie dazu gezwungen sein.
Sehr unwahrscheinlich - aus dem einfachen Grund, dass es dann nur Verlierer gibt. Krisenländer könnten zwar zu ihrer alten Währung zurückkehren und sie abwerten, damit ihre Unternehmen wettbewerbsfähiger werden. Ihre Schuldenprobleme wären damit aber überhaupt nicht gelöst.
Führt Deutschland die D-Mark wieder ein, würde sie wiederum mit ziemlicher Sicherheit drastisch an Wert gewinnen - was Gift für die Konzerne wäre, die auf den Export und die boomenden Märkte in Asien setzen. Fast alle Vorteile des Euro, von denen Deutschland in den vergangenen Jahren überproportional profitiert hat, wären zunichtegemacht.
Dass sich Unternehmen mit dem Euro-Aus zumindest theoretisch befassen, ist normal - sie müssen, meist schon aus Verantwortung gegenüber ihren Aktionären, alle möglichen Szenarien für den Geschäftsverlauf durchspielen.
Wann wird Inflation für uns zu einem Problem?
Ich glaube, wir sind schon auf dem besten Weg dorthin. In Großbritannien beträgt die Preissteigerungsrate bereits rund fünf Prozent. In der Eurozone sind es immerhin um die drei Prozent. Wenn man sich das allgemeine Zinsniveau anschaut, werden schon jetzt die Sparguthaben vieler Menschen durch die Inflation entwertet.
Gibt es denn eine Alternative zum Inflationsszenario?
Die gibt es, aber die wäre äußerst schmerzhaft. Ähnlich der Politik des ehemaligen US-Notenbankchefs Paul Volcker, der Anfang der 1980er- Jahren die Leitzinsen kräftig anhob, um die Inflation in Amerika zu bekämpfen. Eine solche Zinspolitik heute würde dazu führen, dass Staaten und Banken pleite gingen. Die Arbeitslosenzahlen würden rasant steigen, die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession fallen. Am Ende dieses schmerzhaften Prozess allerdings würde ein Neustart stehen, eine Grundsanierung der Haushalte. Ein solches Szenario ist allerdings nicht zu vermitteln. Inflation ist aus Sicht der Politiker die sehr viel einfachere Lösung.
Wer sind die Verlierer?
Ich kann Ihnen sagen, wer die Gewinner sind: die Investmentbanken. Sie bekommen Geld zum Nulltarif. Zu den Verlierern zählen die Arbeitnehmer, Sparer und Rentner, deren Geldvermögen, Versicherungsleistungen und Rentenbezüge weginflationiert werden.
Martin Siegel im Interview
„Die Politik will die Inflation“-
richtig, denn damit, auf diesem Wege, kann man das Volk am besten bescheissen. Bis sie es merken, sind sie schon "herrlich inflationiert"- die Geldbeutel erleichtert, die Konten nichts mehr wert. Nach der "Inflationierung" kommt dann die "Dessillusionierung"-
dund dann die bittere "Realisierung"- dass alles wieder mal kam, wie es schon viele "echte" Fachleute ( nicht selbsternannte Trittbrettfahrer) vorhersagten- wie 1923-1948 und dann wieder demnächst.
Gratulation an unsere Politiker, sie haben es dann geschafft, gemäß dem Eid: Den Nutzen des Volkes mehren, Schaden von ihm abwenden.. u.s.w..
Zitat:Der Politik wirft er „Lügen, Täuschungen und Verfassungsbruch“ vor.
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Stimmt alles, das ist noch sehr milde ausgedrückt. Was passiert einem Bürger, wenn er des Betruges überführt wird? Wenn es die Verfassung missachtet?
Aber keine Sorge, diesen Hallunken in den Schaltzentralen der Macht- passiert nichts. Man deckt und hilft sich doch unter Gleichgesinnten. Und viele Medien spielen mit. Sie schweigen , bis sie Erlaubnis bekommen,zu schreiben, mit wenigen Ausnahmen.
Der Vergleich wurde mit €uropa bzw. EUropa gezogen - das etwas ganz anderes als Mitteleuropa. Aber auch im geografischen Mitteleuropa (D, PL, CS, SK, HU, Ö, LUX) sind die Unterschiede nicht gerade klein. Richtig ist und bleibt, daß der €uro völlig disparate Volkswirtschaften in ein Einheitskorsett zwang. Für manche ist dieses Korsett zu eng, für andere viel zu weit. Ergebnisse liegen auf dem Tisch und sind unerfreulich. Die Rettungsversuche durch Madame Alternativlos waren so ziemlich das Schlechteste (ineffizient und horrend teuer), was man machen konnte. Eine "Vertiefung" der EU - zu befürchten ist: Nach dem Muster des ESM - wird ganz sicher zu weniger Frieden, Freiheit, Wohlstand und Glück führen. Diese Art Europäischer "Integration" kann dazu führen, daß der Kontinent sich wieder einmal in Chaos und Feindschaft selbst zerfleischt. Die Wahrscheinlichkeit für ein solches Unglücksszenario ist um ein vielfaches höher, als die Wahrscheinlichkeit der schlimmsten Klima-Horrorprognosen.
"... und jetzt bin ich wahrhaft naiv ..." Betonung liegt auf "ich", weil ich Kea hiermit verteidigen muss. Und eine Korrektur: "... Aber zum Glück nur (weg damit: "den"!) die meisten ..."





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