„Die Politik will die Inflation“

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"Schlangen vor den Bankfilialen"

Wie schützen Sie sich? Haben Sie Gold im Garten vergraben?

Nein, ich habe mein Häuschen abbezahlt. Der Rest ist in meinen Firmen investiert.

Sie verwalten nicht nur Goldfonds, sondern handeln daneben mit Münzen und Barren. Was sind das für Leute, die bei Ihnen Gold kaufen?

Das sind vor allem strategische Anleger. Sie wollen einen Teil ihres Vermögens in Edelmetallen anlegen, um es in Sicherheit zu bringen. Die meisten sagen: Verkaufen will ich eigentlich nie.

Und wie viel kaufen die Kunden?

Der typische Anleger kauft fünf bis zehn Krügerrand und dazu 100 oder 200 Silbermünzen. Im Schnitt geben die Leute 10.000 Euro pro Order aus. Hin und wieder kommt es vor, dass Kunden fast ihr gesamtes Vermögen in Gold umschichten.

Rohstoffe In Gold anlegen, aber wie?

  • Rohstoffe: In Gold anlegen, aber wie?
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Weil die Menschen den Banken misstrauen?

Erinnern Sie sich noch an die Schlangen vor den Bankfilialen von Northern Rock?

Das war im Jahr 2007.

Die Menschen hatten Angst, dass sie nicht mehr an ihr Geld kommen. Damals haben wir erstmals eine Ahnung davon bekommen, was passiert, wenn ein Finanzsystem richtig kracht. Solche Bilder könnten wir schnell wieder sehen. Wer einen Teil seines Vermögens in Gold angelegt hat, kann das etwas gelassener sehen.

Es heißt immer, Gold sei eine Krisenwährung. Aber in den vergangenen Monaten ist der Goldpreis gefallen, obwohl die Schuldenkrise in Europa eskaliert. Ist Gold doch nur ein Rohstoff wie jeder andere?

Im Moment mag das stimmen. Auf dem aktuellen Niveau halte ich Gold für fair bewertet. Gold war allerdings jahrelang viel zu niedrig bewertet. Das haben wir in der Finanzkrise aufgeholt – und dabei ein wenig übertrieben. Der Anstieg auf fast 2.000 Dollar je Feinunze ging zu schnell.

Die Goldreserven der Staaten

  • USA

    Goldschatz: 8133 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 74,2 Prozent

  • Deutschland

    Goldschatz: 3400 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 74,7 Prozent

  • Internationaler Währungsfonds (IWF)

    Goldschatz: 2814 Tonnen

  • Italien

    Goldschatz: 2451 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 74,4 Prozent

  • Frankreich

    Goldschatz: 2435 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 71,5 Prozent

  • China

    Goldschatz: 1054 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,6 Prozent

  • Schweiz

    Goldschatz: 1040 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 17,2 Prozent

  • Russland

    Goldschatz: 841 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9 Prozent

  • Japan

    Goldschatz: 765 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,7 Prozent

  • Niederlande

    Goldschatz: 612 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 62,7 Prozent

  • Indien

    Goldschatz: 557 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

  • Europäische Zentralbank (EZB)

    Goldschatz: 502 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,1 Prozent

Die großen Banken haben vorhergesagt, dass der Goldpreis schon im nächsten Jahr auf 2.500 Dollar je Feinunze steigen wird. Ist das Unsinn?

Die Prognosen der Investmentbanken taugen nichts. Die Banken haben jahrelang nichts auf Gold gegeben – gleichzeitig stieg der Goldpreis immer weiter. Ausgerechnet auf dem Allzeithoch ändern sie ihre Meinung und sagen eine Goldrally voraus – kurz danach fällt der Goldpreis. Ich vermute, dass hinter solchen Prognose eigene Interessen stecken. Was öffentlich gesagt, und wie intern gehandelt wird, stimmt nicht immer überein.

Und wie ist Ihre Prognose?

Der Goldpreis wird seinen Anstieg parallel zur Inflation fortsetzen. Da Gold ein sehr emotionales Investment ist, sind dabei zeitweise Übertreibungen wahrscheinlich. Ich sehe Gold eher als Mittel zum Werterhalt, nicht um damit schnell reich zu werden.

Martin Siegel ist Buchautor, Herausgeber des Börsenbriefes "Goldmarkt", Chef der Stabilitas Fonds GmbH und Geschäftsführer der Edelmetallhandelsfirma Westgold. Siegel gilt als ausgewiesener Goldfachmann.

  • 28.12.2011, 19:29 UhrAnonymer Benutzer: cashca

    Martin Siegel im Interview
    „Die Politik will die Inflation“-
    richtig, denn damit, auf diesem Wege, kann man das Volk am besten bescheissen. Bis sie es merken, sind sie schon "herrlich inflationiert"- die Geldbeutel erleichtert, die Konten nichts mehr wert. Nach der "Inflationierung" kommt dann die "Dessillusionierung"-
    dund dann die bittere "Realisierung"- dass alles wieder mal kam, wie es schon viele "echte" Fachleute ( nicht selbsternannte Trittbrettfahrer) vorhersagten- wie 1923-1948 und dann wieder demnächst.
    Gratulation an unsere Politiker, sie haben es dann geschafft, gemäß dem Eid: Den Nutzen des Volkes mehren, Schaden von ihm abwenden.. u.s.w..

    Zitat:Der Politik wirft er „Lügen, Täuschungen und Verfassungsbruch“ vor.
    -------
    Stimmt alles, das ist noch sehr milde ausgedrückt. Was passiert einem Bürger, wenn er des Betruges überführt wird? Wenn es die Verfassung missachtet?
    Aber keine Sorge, diesen Hallunken in den Schaltzentralen der Macht- passiert nichts. Man deckt und hilft sich doch unter Gleichgesinnten. Und viele Medien spielen mit. Sie schweigen , bis sie Erlaubnis bekommen,zu schreiben, mit wenigen Ausnahmen.

  • 15.12.2011, 08:51 UhrAnonymer Benutzer: Eule

    Der Vergleich wurde mit €uropa bzw. EUropa gezogen - das etwas ganz anderes als Mitteleuropa. Aber auch im geografischen Mitteleuropa (D, PL, CS, SK, HU, Ö, LUX) sind die Unterschiede nicht gerade klein. Richtig ist und bleibt, daß der €uro völlig disparate Volkswirtschaften in ein Einheitskorsett zwang. Für manche ist dieses Korsett zu eng, für andere viel zu weit. Ergebnisse liegen auf dem Tisch und sind unerfreulich. Die Rettungsversuche durch Madame Alternativlos waren so ziemlich das Schlechteste (ineffizient und horrend teuer), was man machen konnte. Eine "Vertiefung" der EU - zu befürchten ist: Nach dem Muster des ESM - wird ganz sicher zu weniger Frieden, Freiheit, Wohlstand und Glück führen. Diese Art Europäischer "Integration" kann dazu führen, daß der Kontinent sich wieder einmal in Chaos und Feindschaft selbst zerfleischt. Die Wahrscheinlichkeit für ein solches Unglücksszenario ist um ein vielfaches höher, als die Wahrscheinlichkeit der schlimmsten Klima-Horrorprognosen.

  • 14.12.2011, 22:08 UhrAnonymer Benutzer: Oliver

    "... und jetzt bin ich wahrhaft naiv ..." Betonung liegt auf "ich", weil ich Kea hiermit verteidigen muss. Und eine Korrektur: "... Aber zum Glück nur (weg damit: "den"!) die meisten ..."

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