_

Neuer Tiefstand: Der Euro fällt immer weiter

Die Unsicherheit ist groß an den Finanzmärkten und sie dürfte sogar wachsen, warnen viele Wertpapierstrategen. Die Folgen der griechischen Krise und die Zweifel an den Sparmaßnahmen lassen die Experten eine düstere Euro-Zukunft sehen. Am Morgen rutscht die Gemeinschaftswährung auf einen neuen Tiefstand.

EZB-Notenbankchef Trichet: Die größte Bewährungsprobe für den Euro seit seiner Einführung. Quelle: dpa
EZB-Notenbankchef Trichet: Die größte Bewährungsprobe für den Euro seit seiner Einführung. Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Der Euro ist am Montag zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren gefallen. Zuletzt wurden 1,2282 Dollar gezahlt. An den Finanzmärkten wird befürchtet, dass die Hilfen nicht ausreichen, die angeschlagenen Südeuropäer, allen voran Griechenland, langfristig zu stützen. Ein Problem sind auch die notwendigen Sparmaßnahmen selbst: Die könnten nämlich die konjunkturelle Erholung in der Eurozone abwürgen.

Anzeige

Für Experten steht fest: Mit dem Euro geht es weiter nach unten. Die Zweifel an der Fähigkeit des hochverschuldeten Griechenlands, den rigiden Sparkurs durchzusetzen, und die Folgen der Griechenland-Krise für den Zusammenhalt der Eurozone dürften Händler und Investoren an den Finanzmärkten weiter in Atem halten. „Jede Meldung wird derzeit gegen den Euro interpretiert“, sagt Rainer Sartorius von der Bank HSBC Trinkaus. Er sieht den Euro „auf einem starken Abwärtstrend.“

Mehrere Banken senkten ihre Jahresend-Prognosen für den Euro bereits. Die Belastungen der Euro-Länder aus dem vor einer Woche geschnürten Rettungspaket sowie ein möglicher Dämpfer für das Wachstum der Weltwirtschaft stehen für die Experten nun im Vordergrund. Unicredit sieht den Euro Ende 2010 zum Beispiel nur noch bei 1,20 US-Dollar je Euro. Es gebe keine Gegenanzeichen zu einem deutlich schwächeren Euro-Dollar-Kurs, meint Michael Rottmann, Unicredit-Devisenexperte. Mittelfristig könne der Euro sogar unter 1,18 Dollar sacken.

Die DZ-Bank-Strategen sehen den Euro auch gegenüber dem Schweizer Franken, Pfund und Yen „in der Defensive“. Einige Devisenstrategen halten es sogar für „realistisch“, dass bis zum Jahresende Euro und Dollar auf Parität stehen, wie Neil Mellor von der Bank of New York Mellon dem Nachrichtendienst Bloomberg sagte.

Zum Wochenausklang verstärkte vor allem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann Sorgen über den Erfolg der Sparmaßnahmen in Europa und schickte den Euro und die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt. In einem Fernsehinterview äußerte der Chef des größten deutschen Finanzinstituts Zweifel daran, dass Griechenland ausreichend Kraft habe, um seine Schulden zu senken. Am Freitag sackte der Euro zum US-Dollar auf ein neues 19-Monats-Tief bei 1,2360 Dollar. Seit dem Jahresbeginn hat der Euro zum Dollar nun knapp 15 Prozent verloren.

An den Finanzmärkte kochten zudem Sorgen um den Zustand der spanischen Wirtschaft hoch. Auslöser war die Aussage von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero, dass das Land die für 2011 angepeilte Wachstumsrate von 1,8 Prozent nicht erreichen werde.

Am Freitag verloren Aktien weltweit deutlich. In Frankfurt rutschte der Standardwerteindex Dax um mehr als drei Prozent auf 6056 Punkte, der europäische Euro-Stoxx 50-Index verlor sogar über vier Prozent. Die US-Börsen ließen Federn, weil die New Yorker Anleger angesichts der Zahlungsprobleme am anderen Ende des Atlantiks um die weltweite Konjunkturerholung fürchteten. Der Standardwerteindex Dow Jones ging um 1,5 Prozent niedriger bei 10620 Punkten aus der Woche. Gute Staatsanleihen waren dagegen extrem gefragt als sicherer Ort für Anlagekapital. Entsprechend sank die Rendite deutscher zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,85 Prozent.

Vorerst werden die Schwankungen an den Aktienmärkten erhalten bleiben – trotz überwiegend positiver Quartalsberichte, wie die DZ-Bank-Strategen meinen. Die Schuldenkrise überlagere derzeit alles. Staatsanleihen solider Qualität dürften daher auch gefragt bleiben.

Mit Spannung schauen auch Anleger ab Montag nach Brüssel, wo sich die Euro-Finanzminister treffen, um Details zum Rettungsschirm über 750 Mrd. Euro zu besprechen. Morgen beraten sich dann die Finanzminister der gesamte EU. Ansonsten dürften in dieser Woche Konjunkturzahlen stärker in den Blick rücken, da die Bilanzsaison ausläuft. Ob die Schuldenkrise die Unternehmen beunruhigt, könnten Stimmungsindikatoren wie ZEW- und Ifo-Index zeigen. Der ZEW-Indikator wird etwas niedriger erwartet, den Ifo-Index dagegen leicht höher. Auch die USA veröffentlichen Konjunkturzahlen.

  • 17.05.2010, 09:37 UhrAnonymer Benutzer: Spitze

    @ steuerzahler xy

    ihre Vorschläge sind hervorragend!!! Absolute Zustimmung. in kürzester Zeit wäre Deutschland finanziell gesundet auch durch Nebenwirkungen des Abbaus des beamtenapparates!!!!
    Überlegenswert wäre auch die komplette Abschaffung der förderalen Strukturen.

    Deshalb gibt es keinen Volksentscheid. Und deshalb soll an bildung gespart werden. Nur gebildete Menschen haben solche guten Vorschläge wie Sie!!!

  • 17.05.2010, 09:32 UhrAnonymer Benutzer: Denkerist

    @ Steuerzahler xy

    "... Pensionsleistungen (die Mittel werden aus den Rentenkassen einfach abgezweigt)"

    ich hoffe doch das ist nicht wahr????

    Über Rentenkürzungen wird stets diskutiert, Rente ab 67 ist ja beschlossen.
    Und obwohl die beamtenpensionen weit größere Lücken in den Haushalt reisen, habe ich noch nichts von Pension mit 67 gehört. All dies trotz der viel höheren Lebenserwartung der beamten (warum wohl?) .

  • 17.05.2010, 07:59 UhrAnonymer Benutzer: 5 vor 12

    Ohne eine echte politische Union wird Europa nicht überleben. Das „Prinzip der Eigenverantwortung der Mitglieder der Eurozone“ ist die Lebenslüge konservativer Politiker in Deutschland. Europa braucht vielmehr eine demokratische Regierung, die die interessen aller bürger gegen die Dummheit und Einzelinteressen nationaler Regierungen verteidigt. Man hat den Nationalismus, aus welchem Grund immer, vielleicht um die "Mauer in den Köpfen" abzubauen erwacht. Jetzt ist Frau Merkel darin gefangen. Zauberlehrling, „Die ich rief, die Geister, / Werd’ ich nun nicht los.“ Nur die Kommentare hier lesen!

Ratgeber Geldanlage

Die beste Strategie für das eigene Vermögen: Der Ratgeber von Handelsblatt Online erklärt Grundlagen, Chancen und Risiken von Investments in Aktien, Fonds, Anleihen, Zertifikaten und Zinskonten. Anleger erfahren, wie sie die passenden Produkte auswählen und unkalkulierbare Risiken vermeiden. Mehr…

  • Depot-Contest
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 30 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

  • Video

Börsen-News Börse Frankfurt am Abend

Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenausklang eine Achterbahnfahrt hingelegt. Neue Probleme im hoch verschuldeten Spanien wirkten sich belastend auf das Handelsgeschehen aus.

  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Bausparrechner

    Der Bausparberater hilft den passenden Bausparvertrag zu finden.

  • Finanzierungsplanung

    Der Kassensturz zeigt, wie viel Kredit sich Immobilienkäufer leisten können.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Notar- und Grundbuchrechner

    Die Nebenkosten machen beim Immobilienkauf einige tausend Euro aus. Wie viel Sie zahlen müssen.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Zinsentscheidung

    Immobilienbesitzer können ausrechnen, ob sie Kredite kurz- oder langfristig festschreiben sollten.

  • Angebotsvergleich

    Niedrige Zinsen sind nicht alles. Vergleichen Sie die Baugeld-Offerten von mehreren Banken.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen

  • Renten-Rechner

    Welches Vermögen und welche Sparraten Sie aufbringen müssen, um eine Rentenlücke zu decken.

  • Ratgeber Versicherungen

    Rundum geschützt: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie sich optimal gegen Risiken absichern

  • Wohnriester-Vergleichsrechner

    Welche Bauspartarife mit Riesterförderung Top sind, zeigt der Vergleichrechner.

  • Immobilien-Wertfinder

    Finden Sie Miete- und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße mit einem interaktivem Tool.

  • Ratgeber Altersvorsorge

    Clever sparen für den Ruhestand: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie eine solide Altersvorsorge planen.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Baugeld-Vergleich

    Die individuell günstigsten Anbieter von Baufinanzierungen im Vergleich.

  • Forward-Darlehen

    Die besten Konditionen für die Anschlussfinanzierung: Bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung.

  • Tilgungsrechner

    Der Rechner zeigt, wie die Restschuld bei Baudarlehen sinkt und wie sich Sondertilgungen auszahlen.

  • Eigenheim-Rechner

    Der Rechner zeigt, welche Raten sich Immobilienkäufer bei Kredit leisten können.

  • Auto-Versicherungsvergleich

    Mit dem Auto-Versicherungsvergleich können günstige Versicherungen suchen aund damit ihre Kosten reduzieren.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen