
HB FRANKFURT. Die Angst vor einer Überhitzung des chinesischen Immobilienmarktes wächst. "Das Problem auf dem chinesischen Hausmarkt ist viel fundamentaler als das der USA und Großbritanniens vor der Krise", sagte Zentralbankberater Li Daokui, Professor an der Tsinghua University, gegenüber der Financial Times. "Es ist mehr als eine Preisblase." Für Li stellen sich nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Fragen. "Wenn die Preise steigen, werden viele junge Menschen ängstlich. Das ist auch eine soziale Herausforderung", sagte er.
Die laxe Kreditvergabe chinesischer Banken hatte einen gewaltigen Immobilienboom entfacht. Die Preise stiegen kräftig an. Doch damit könnte es bald vorbei sein, wie aktuelle Zahlen zeigen. Die Zahl der Immobilienverkäufe in Peking, Schanghai und Schenzhen fiel nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg im Mai um bis zu 70 Prozent.
Vorausgegangen waren Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der lockeren Geldpolitik. Die Geldmarktsätze sind so hoch wie seit 19 Monaten nicht mehr.
Für Li Daokui geht die geldpolitische Straffung allerdings noch nicht weit genug. Die Wirtschaft zeige immer noch Anzeichen der Überhitzung. Er hält eine Anhebung des Leitzinses und eine Aufwertung des Renminbi, der momentan fest an den Dollar gekoppelt ist, für notwendig.
Ganz anders hatte sich Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao geäußert. Er fürchtet eher die Folgen eines erneuten Abschwungs der Weltwirtschaft. Statt einer Straffung der Geldpolitik und einem Ausstieg aus Konjunkturpakten, will er an der Politik staatlicher Stimuli festhalten.
Die Ereignisse bei Foxconn zeigen China die Grenzen des menschlich machbaren im eigenen Land.
Wären wir im Westen nicht zu teuer und die Chinesen nicht so billig, dann hätten wir international ganz andere Lösungsansätze.
Wenn wir im Westen endlich einmal verstehen könnten, dass wir auf Dauer nicht wie die große Diva auf Pump leben können und die Chinesen endlich verstehen, dass die Dumpingparty beendet ist, dann könnten wir zu einem international wirtschaftlichen boom durchstarten.
Aber wir sind ja schon auf dem besten Weg dorthin. Foxconn dürfte nur der Anfang sein und auch bei uns dämmert es langsam - wenn auch nur sehr langsam.





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