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Ost-Europa: Der Ungarn-Virus geht um

Nach dem gescheiterten Gespräch zwischen Budapest und dem IWF haben in Frankfurt und Wien die Bankaktien gelitten. Der Streit weckt alte Ängste und zeigt, dass Osteuropa die Krise längst noch nicht überstanden hat. Brennpunkte sind der Südosten sowie das Baltikum.

Auch wenn Ungarns Wirtschaftsminister Gyorgy Matolcsy bemüht ist, die Wogen zu glätten, die Bankaktien leiden unter dem Streit mit dem IWF. Quelle: Reuters
Auch wenn Ungarns Wirtschaftsminister Gyorgy Matolcsy bemüht ist, die Wogen zu glätten, die Bankaktien leiden unter dem Streit mit dem IWF. Quelle: Reuters

WIEN. Die Furcht vor einer neuen Ungarn-Krise belastet die größten in Osteuropa aktiven Banken – allen voran die österreichischen Institute. Bis zum Nachmittag verlor die Aktie der Raiffeisen International am Montag an der Wiener Börse knapp vier Prozent ihres Wertes, beim österreichischen Konkurrenten Erste Bank waren es fast zwei Prozent. Auch die deutschen Banken, zweitgrößter Gläubiger Ungarns, erlitten Verluste.

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Auslöser der Kursbewegungen waren die gescheiterten Gespräche zwischen der ungarischen Regierung und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über die Fortsetzung der Hilfszahlungen an das osteuropäische Land. Die Probleme weckten Sorgen um den Zustand osteuropäischer Staaten im Allgemeinen.

Die Unicredit-Tochter Bank Austria, die Erste Bank und Raiffeisen International sind Marktführer in der Region. Vor gut einem Jahr gab es bereits Spekulationen an den Finanzmärkten, denen zufolge das starke Ost-Engagement der Wiener Banken ganz Österreich gefährden könnte. Einer Reihe von osteuropäischen Staaten drohte damals der Bankrott; IWF und Europäische Union mussten mit Milliarden-Paketen helfen. Ungarn hat von seinen zugesagten 20 Mrd. Euro bereits etwa zwei Drittel bekommen. Die Auszahlung des Restbetrags ist nun wegen der gescheiterten IWF-Gespräche ausgesetzt.

Die Lage in Osteuropa ist nach wie vor labil. Probleme gibt es vor allem im Baltikum und in Südosteuropa. Den Ländern dort droht ein zweites Rezessionsjahr in Folge. Vergleichsweise stabil ist die wirtschaftliche Lage nur in stark industrialisierten Ländern wie Polen, Tschechien oder der Slowakei.

  • 21.07.2010, 01:23 UhrAnonymer Benutzer: Peter Scholz

    [5] alfred,
    wenn banken Geschäfte machen, tragen sie Verantwortung durch Kompetenz. Sie wissen wann kleine und große Konjunkturzyklen auftreten, Märkte gesättigt sind und was Volkswirtschaften im Ernstfall Wert sind. Wenn sie ihr Geschäftsfeld nicht überschauen können, müssen sie passen oder sich versichern.
    Wo kämen wir den hin, wenn Maurermeister Krause, bekannt für Einfamilienhäuser, Hochtief einen Wolkenkratzer wegschnappt, in die sichere Pleite geht und nach stattlicher Hilfe schreit!? Für mich gibt es weder für banken noch für Staaten Hilfen aus Steuergeldern.
    Zentrale Planwirtschaft und Konzerne sind mir wegen der mangelnden Überschaubarkeit ein Gräuel. Sie verkennen ihr Risiko durch träge Verwaltungsstrukturen und reagieren auf Marktveränderungen ausgesprochen langsam. Der Ostblock ist daran zerbrochen und kleine Volkswirtschaften wie in Skandinavien oder die Schweiz stehen bon da. Frankreich war lange zentralistisch regiert und hat uns gegenüber den Kürzeren gezogen. Seit der Verwaltungsreform Anfang der 80er Jahre gliedert sich Frankreich in Regionen und hat stark aufgeholt.
    So ist es auch Unfug, über die Zusammenlegung von bundesländern bei uns zu reden. Selbst das kommunistische China hat die Vorteile der Regionalisierung erkannt und Sonderwirtschaftszonen zugelassen. Polen macht das auch.
    Und ich gehe noch weiter runter und lege die Grenze bei 8000 EW, um Anonymitäten zu vermeiden. Nicht umsonst ist der Mittelstand das Rückgrat einer Volkswirtschaft.
    Eine Zentralistin wie Merkel wird das nie begreifen. Und deshalb muß sie weg.
    http://www.bps-niedenstein.de/

  • 20.07.2010, 22:24 UhrAnonymer Benutzer: alfred

    @[4] Peter Scholz

    Die banken können leider nicht für ihre Fehlinvestitionen haften, weil sie dafür nichtg genügend Kapital haben. im Prinzip funktionieert es nur noch wie ein gigantisches Schneeballsystem indem die Gewinne fast ausschliesslich durch neue investitionen entstehen. Nur eine durch die Authoritäten organisierte Planwirtschaft kann gewährleisten dass der Finanzstrom nicht abbricht. Um zu verhindern dass einzelne Aktöre nicht aus diesem System ausschere, müssen Washington, die EU und der iMF alle Resourcen aufbieten. Trotzdem sind wir alle dazu verdammt stillzusitzen und zu warten bis das Ende kommt.

  • 20.07.2010, 18:36 UhrAnonymer Benutzer: Peter Scholz

    [3] alfred,
    der Rubel muß rollen, darf aber nicht zum rolling Stone werden, also vagabundieren. Denn das passiert, wenn man über viel Geld verfügt und es aus Gier nach außergewöhnlichen Gewinnen ungeprüft weggibt. Zum Schluß weiß man nicht wo das Geld geblieben ist, respektive was man nun erworben hat.
    Ausgesprochen leichtfertig handeln banken, die Geld in die unterste Liga oder gesättigte Märkte pumpen. Wer so sehr gegen Treu und Glauben verstößt muß haften.

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