
Handelsblatt: Der Dax hat in den letzten Monaten mehr als 2 000 Punkte zugelegt. Heute geht es wieder kräftig nach oben. Überrascht Sie das?
Greetfeld: Überhaupt nicht, wir sprechen schon seit Ende letzten Jahres von den Chancen am Aktienmarkt. An der Einschätzung hat sich zu keinem Zeitpunkt etwas geändert. Wir erwarten, dass sich der Aufwärtstrend bis in das Jahr 2010 fortsetzt, getrieben von einer Erholung der Konjunktur.
Wieso ist die Stimmung schon wieder so gut?
Es gibt nach wie vor viele Risiken im Kontext der Finanzkrise. Es sind auch nicht plötzlich alle Probleme überwunden. Wir erleben nur einen weiteren Schritt auf dem Weg der Erholung. Seit Anfang des Jahres haben sich die Frühindikatoren kontinuierlich verbessert, zuerst die Sentimentindikatoren, dann die Auftragseingänge, dann die Industrieproduktion.
Und jetzt die Zahlen von den Unternehmen.
Die Berichtssaison liefert weitere Impulse. Das ist schon eindrucksvoll. Gerade konjunkturabhängige Unternehmen wie Alcoa, Intel, Philips oder BASF legen gute Zahlen vor.
Die Zahlen sehen zwar auf den ersten Blick gut aus. Aber die Gewinne kommen oft durch Sparmaßnahmen zustande, nicht weil das Geschäft wieder anzieht. Ein schlechtes Zeichen?
Das kann man auch anders sehen. Die Unternehmen haben sich als so flexibel erwiesen, dass sie selbst im schwierigsten Umfeld noch bessere Ergebnisse als vom Konsens erwartet liefern konnten. Wenn jetzt die Nachfrage bei einem schlanker aufgestellten Unternehmen wieder anzieht, dann lässt das erst recht Spielraum für steigende Gewinne. Das lässt sich zum Teil jetzt schon beobachten, im vierten Quartal wird dieser Effekt dann voll zum Tragen kommen.




