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US-Börsen-Ausblick: Wall Street im Bann des „Black Friday“

Die Anleger an der Wall Street blicken in der anstehenden Handelswoche gespannt auf den Start des Weihnachtsgeschäftes im US-Einzelhandel am sogenannten "Black Friday". Doch die als Konjunkturbarometer wichtigen Konsumausgaben sind in der kommenden Woche beit weitem nicht der einzige Indikator der US-Anleger.

Händler an der New Yorker Wall Street: Warten auf den "Black Friday". Quelle: ap
Händler an der New Yorker Wall Street: Warten auf den "Black Friday". Quelle: ap

HB NEW YORK. Da das Wohl und Wehe der US-Wirtschaft zu einem Großteil von den Ausgaben der Verbraucher abhängt, dürfte die Ausgabenfreude der Amerikaner in den kommenden Wochen entscheidenden Einfluss auf die noch fragile Erholung haben. Auch eine ganze Flut von Konjunkturdaten könnte neuen Aufschluss darüber geben, ob die weltgrößte Volkswirtschaft wirklich Tritt fasst. Allerdings dürfte das Handelsvolumen in dieser Woche eher gering sein: Am Donnerstag ist die Börse wegen des "Thanksgiving"-Feiertags geschlossen, am Freitag findet nur ein verkürzter Handel statt.

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Traditionell läutet der Tag nach Thanksgiving die Weihnachtssaison ein. Dann locken Einzelhandels-Giganten wie etwa Wal-Mart und Target die Kundschaft mit einer teilweise drastischen Rabattschlacht in die Läden. Die Branche nennt diesen Startschuss den "Black Friday", weil viele Geschäfte erst ab diesem Tag im Gesamtjahr auf schwarze Zahlen kommen.

Zunächst dürften Einzelberichte sowie reine Kundenzahlen erste Hinweise auf das Konsumverhalten der US-Bürger liefern. Ein genaueres Bild folgt dann erst in der darauffolgenden Woche, wenn die Einzelhändler über den November Bilanz ziehen. In diesem Jahr blickt die Branche mit besonderer Nervosität auf das entscheidende Weihnachtsgeschäft, da das Verhalten der Kunden angesichts der Krise als kaum vorhersagbar gilt. "Historisch gesehen gibt der amerikanische Verbraucher solange Geld aus, bis er wirklich nichts mehr in seiner Tasche hat", erläutert Lawrence Creatura, Portfolio-Manager bei Federated Clover Capital Advisors. "Deshalb lautet die Frage: Wieviel Dollar haben sie in der Tasche? Die Antwort darauf werden wir nach dem Black Friday bekommen."

Zuletzt kamen an der Wall Street immer wieder Zweifel auf, ob es mit der US-Wirtschaft nun endgültig bergauf geht oder schon wieder die nächste Talfahrt droht. Insgesamt zeichnet sich zwar eine Erholung ab - nur deshalb konnten die wichtigsten Indizes in der vergangenen Woche auch neue Jahres-Höchststände erklimmen. "Die wirtschaftlichen Daten weisen grundsätzlich in die richtige Richtung, aber auch in Zukunft wird es für die Investoren heißen: Zwei Schritte vorwärts, einer zurück", warnt Michael Sheldon von RDM Financial. Grundsätzlich herrscht unter Anlegern die große Sorge, dass die Rally der vergangenen Monate übertrieben ausgefallen ist und der noch immer tristen wirtschaftliche Realität weit vorausgeeilt ist. Da lediglich sechs Handelswochen in diesem Jahr übrig bleiben, könnten viele Investoren deshalb versucht sein, mit Blick auf das Jahresende bereits jetzt Gewinne mitzunehmen.

In dieser Woche müssen sich die Anleger unter anderem auch auf Daten zu Hausverkäufen, Verbrauchervertrauen, Industrieaufträge und die zweite Schätzung der Wirtschaftsleistung gefasst machen. Wegen des Feiertags werden die Arbeitslosenanträge bereits am Mittwoch veröffentlicht. Auch die Protokolle der US-Notenbank zur vergangenen geldpolitischen Sitzung warten bereits am Dienstag auf die Anleger.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte war am Freitag mit einem Abschlag von 0,1 Prozent auf 10 318 Punkte ins Wochenende gegangen. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,3 Prozent auf 1091 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq gab 0,5 Prozent auf 2146 Punkte ab. Im Wochenverlauf legte der Dow 0,5 Prozent zu. Der S&P verlor 0,2 Prozent, die Nasdaq sogar ein Prozent.

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