Börse Inside

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US-Großbanken: Buffett „garantiert“ Ende der Bankenkrise

Der Milliardär Warren Buffett ist sich sicher: Die US-Banken werden keine Schwierigkeiten machen. „Das garantiere ich“, sagt der Investor. Er selbst verdient dabei kräftig mit.

Der Milliardär Warren Buffett ist an einigen der größten Banken des Landes beteiligt. Quelle: dapd
Der Milliardär Warren Buffett ist an einigen der größten Banken des Landes beteiligt. Quelle: dapd

New YorkMilliardär Warren Buffett hat Vertrauen in die US-Großbanken. Die Finanzinstitute hätten ihr Kapital wieder aufgebaut und stellten somit keine Bedrohung mehr für die US-Wirtschaft dar, sagte der Großinvestor, der lukrative Beteiligungen an einigen der größten Banken des Landes hält. Auch ihre Größe findet er keineswegs bedenklich.

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„Die Banken werden dieses Land nicht mehr in Schwierigkeiten bringen, das garantiere ich“, sagte Buffett, Vorsitzender und Vorstandschef der Investmentholding Berkshire Hathaway, in einem Telefoninterview mit Bloomberg News. „Die Eigenkapitalquoten sind gewaltig“ und die Risiken in den Bilanzen seien zum Großteil bereinigt worden.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

  • Aktien im Depot

    Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, weist zum Ende des Jahres 2013 einen Aktienbesitz im Marktwert von 117 Milliarden Dollar aus. Gekauft wurden die Papiere für 56,58 Milliarden Dollar. 15 Positionen weist Buffett einzeln aus. Diese Aktien kommen insgesamt Ende 2013 auf einen Börsenwert von knapp 100 Milliarden Dollar.

    Stand: 31.12.2013, Quelle: Aktionärsbrief von Warren Buffett, 1. März 2014

  • Coca Cola

    Anzahl der Aktien: 400 Millionen

    Beteiligung: 9,1 Prozent

    Marktwert: 16,5 Milliarden Dollar

  • Wells Fargo

    Anzahl der Aktien: 483 Millionen

    Beteiligung: 9,2 Prozent

    Marktwert: 21,95 Milliarden Dollar

  • International Business Mach

    Anzahl der Aktien: 68,1 Millionen

    Beteiligung: 6,3 Prozent

    Marktwert: 12,8 Milliarden Dollar

  • American Express

    Anzahl der Aktien: 151,6 Millionen

    Beteiligung: 14,2 Prozent

    Marktwert: 13,76 Milliarden Dollar

  • Procter & Gamble

    Anzahl der Aktien: 52,5 Millionen

    Beteiligung: 1,9 Prozent

    Marktwert: 4,27 Milliarden Dollar

  • Wal Mart

    Anzahl der Aktien: 56,8 Millionen

    Beteiligung: 1,8 Prozent

    Marktwert: 4,47 Milliarden Dollar

  • US Bancorp

    Anzahl der Aktien: 96,1 Millionen

    Beteiligung: 5,3 Prozent

    Marktwert: 3,9 Milliarden Dollar

  • Directv

    Anzahl der Aktien: 22,2 Millionen

    Beteiligung: 4,2 Prozent

    Marktwert: 1,5 Milliarden Dollar

US-Großbanken wie Bank of America und Citigroup haben Vermögenswerte verkauft, Stellen abgebaut und ihre Bilanzen aufgepolstert. Die Staatshilfen, die sie 2008 vor einem Zusammenbruch bewahrt hatten, haben die Banken mittlerweile zurückgezahlt. Davon profitierten ihre Aktienkurse, was wiederum Wert der Berkshire-Anlagen steigerte.

Buffetts Unternehmen ist in mindestens vier der sieben, gemessen an der Bilanzsumme, größten US-Banken investiert. Dazu zählen auch Beteiligungen im Wert von mehr als 14 Milliarden Dollar an Wells Fargo und fünf Milliarden Dollar an Bank of America sowie Kaufoptionen für Aktien von Goldman Sachs Group im Wert von fünf Milliarden. Dollar. Berkshire ist auch an US Bancorp beteiligt.

Wer ist Warren Buffett?

  • Die Grundlagen

    Warren Buffett, geboren am 30. August 1930 in Omaha, Nebraska, war seit frühester Kindheit von Zahlen fasziniert. Sein Vater besaß ein Lebensmittelgeschäft und war Aktienhändler. Mit acht Jahren las er Bücher über die Börse, mit elf arbeitete er in einem Brokerhaus.

  • Der Förderer

    Buffett verschlang das Buch von Professor Benjamin Graham „Intelligent Investieren“ und ging zu ihm an die Columbia Business School. Graham gefiel der junge Mann auch und er lud ihn ein, mit in seinem Unternehmen zu arbeiten. Als sich Graham 1956 zur Ruhe setzte, ging Buffett mit dem verdienten Geld sowie geliehenem zurück nach Omaha und gründete mit 25 Jahren eine Investment-Beteiligungsgesellschaft.

  • Buffett Partnership , LTD

    Die Gesellschaft hatte sieben Teilhaber, die zusammen gut 100.000 Dollar einzahlten. Sie bekamen jährlich sechs Prozent ihrer Anlagesumme und 75 Prozent des Gewinns. Die übrigen 25 Prozent gingen an Buffett.

  • Der Aufstieg

    Obwohl der Dow Jones in fünf der nächsten 13 Jahre fiel, vermehrte er das Geld um knapp 30 Prozent jährlich. Kein Wunder, dass immer mehr bei ihm investieren wollten. 1962 begann er außerdem, Aktien von Not leidenden Firmen zu kaufen. So auch die einer Textilfirma namens Berkshire Hathaway.

  • Berkshires Umwandlung

    Nachdem sich die Buffett Partnership aufgelöst hatte und alle Gesellschafter ausgezahlt worden waren, übernahm Buffett Berkshire Hathaway mit seinem Anteil von 25 Millionen Dollar. Damit begann eine Erfolgsgeschichte, die inzwischen 40 Jahre währt und legendär geworden ist. Berkshire wurde von der Textilfirma zur Beteiligungsgesellschaft.

  • Buffetts Bilanz

    Buffetts wesentliches Ziel war lange Jahre, den Buchwert von Berkshire Hathaway um jährlich 15 Prozent zu steigern. Doch das übertraf er bei weitem. Innerhalb von 40 Jahren steigerte sich das Eigenkapital zudem von 22 Millionen Dollar auf 69 Milliarden Dollar, der Buchwert pro Aktie von 19 auf knapp 60.000 Dollar. Dabei unterliegt Berkshire Hathaway der Einkommen- wie auch der Kapitelertragsteuer.

  • Das Prinzip

    Buffett mag es, „Gewissheiten mit Abschlag“ zu kaufen, wie er es formuliert. Ihm liegt also viel daran, dass die Vorhersehbarkeit der Entwicklung eines Unternehmens vorhanden ist. Und Buffett kauft nur dort, wo er das Geschäftsmodell vollkommen versteht. Das nennt er „Kompetenzradius“. Ihm liegt viel an geringen Schulden, hoher Kapitalrendite und einer guten Führungsmannschaft.

  • Das Dilemma

    Buffett hat sehr oft ein Problem: Die Aktien, die er kaufen will, werden nur selten mit Preisabschlägen gehandelt. Zumindest in den Branchen, wo sein „Kompetenzradius“ liegt. So viel Glück wie bei Amex hat man eben nur selten.

  • American Express

    Das erste und wichtigste Investment war American Express (Amex). 1962 fiel die Aktie der Kreditkartenfirma nach einem Skandal über Nacht von 65 auf 33 Dollar. Buffett hielt Amex grundsätzlich aber für stark und handelte zielstrebig. Er nahm 13 Millionen Dollar in die Hand – immerhin 40 Prozent des Gesamtvermögens seiner Gesellschaft. Der Börsenkurs stieg und Buffett sackte allein in den ersten beiden Jahren einen Profit von 20 Millionen Dollar ein.

  • Das Versicherungsgeschäft

    Im März 1967 kauft Berkshire Hathaway für 8,6 Millionen Dollar Aktien von zwei Versicherern: National Indemnity Company und National Fire and Marine Insurance Company. Es war der Beginn einer phänomenalen Erfolgsstory in dieser Branche. Sie passte perfekt zu Buffetts Anlagestrategie. Es folgten weitere Zukäufe, unter anderem auch bei Rückversichern wie General Re. 

  • Washington Post

    Buffetts Geschichte mit dem Medienkonzern ist in zweifacher Hinsicht eine besondere: Zum einen half er der Geschäftsführung in schwierigen Zeiten entscheidend weiter, zum anderen mehrte der spätere Erfolg sein Vermögen. Die Investition hat sich ungefähr verfünfzigfacht. Aber vor allem „zementierte“ die Post laut Finanzjournalisten Buffetts Ruf als „Meister-Investor“ in den 70er-Jahren.

  • Coca-Cola

    Buffett liebte Coca-Cola seit Leben lang. Doch die ersten Aktien kaufte er erst 1988. Das Unternehmen passt perfekt zu Buffetts Vorliebe, große Kapitalmengen mit hoher Investitionsrendite einsetzen zu können. Die bekannteste Marke der Welt ist für Bufett auch das wertvollste Geschäftskonzept der Welt. Cherry Coke ist heute übrigens das offizielle Getränk der Hauptversammlungen von Berkshire Hathaway.

  • Gillette

    Rasierklingen brauchen die Menschen auch in Krisenzeiten. Buffetts Interesse an Gillette erwachte in den 80er-Jahren. Damals galt das Unternehmen an der Wall Street als reifes, langsam, aber stetig wachsendes Unternehmen – also perfekt für eine Übernahme durch Berkshire Hathaway. Als Gillette 1991 einen Aktiensplit vornahm, bekam Berkshire Hathaway für seine Vorzugsaktien elf Prozent der Stammaktien. Der Wert der Investition stieg innerhalb von zwei Jahren von 600 Millionen auf 875 Millionen Dollar.

  • Fruit of the Loom

    Fruit of the Loom gehört seit 2002 zu Berkshire Hathaway. Das Unternehmen stellt rund ein Drittel der Herren- und Jugendwäsche her, die in den USA verkauft wird. Buffett gab 835 Millionen Dollar für Fruit of the Loom aus.

  • Clayton Homes

    Ebenfalls im Jahr 2002 entschied sich Buffett, Clayton Homes zu übernehmen. 1966 durch den Sohn eines Farmpächters gegründet, ist das Unternehmen heute der größte Fertighaushersteller der USA. Die Idee entstand übrigens auch, weil sich Buffett über die „fürchterlichen Verbraucherfinanzierungs-Praktiken“ aufregte.

  • Wells Fargo

    Im Oktober 1990 hat Berkshire Hathaway für 289 Millionen Dollar Aktien an Wells Fargo erworben. Das war damals sehr mutig, denn viele „Bären“ an der Wall Street wetteten auf den Niedergang der kriselnden Bank aus San Francisco. Doch Wells Fargo überstand die kritische Phase und war 2003 die einzige US-Bank mit dem Top-Kreditrating AAA.

Fusionen zwischen den Banken auf dem Höhepunkt der Finanzkrise hatten Kritik auf sich gezogen, weil die als „Too- big-to-fail“ - zu groß, um Bankrott zu gehen - eingestuften Finanzinstitute dadurch noch größer wurden. Die hohe Konzentration im Bankensektor solle die Anleger aber nicht besorgt stimmen, meint Buffett. Die kanadischen Banken hätten die Krise besser überstanden als ihre Wettbewerber in anderen Staaten, obgleich die größten Banken dort einen höheren Marktanteil hatten als diejenigen in den USA, erklärte er.

„Wir haben im Vergleich zum Rest der Welt keine ungewöhnlich hohe Konzentration im Bankensystem“, sagte der Milliardär, der auch „Orakel von Omaha“ genannt wird. “Und es hat gewisse Vorteile für den größten Kapitalmarkt der Welt, Banken zu haben, die im Einklang mit dessen Größe stehen.“

  • 15.01.2013, 22:30 UhrSANTOS

    STIMMT !

    EINE BANKENKRISE IST GARANTIERT BALD BEENDET !

    DIE BANKEN HOLEN SICH ALLE UNSERE STEUERGELDER...

    ...UND WENN WIR ETWAS BENÖTIGEN...

    DANN DIKTIEREN UNS DIE BANKEN WOHIN DIE REISE GEHT.

    ...UND MECKERN WIR DANN...

    DANN LESEN UNS UNFREUNDLICHE BANKANGESTELLTE DIE LEVITEN VOR; SCHAUEN UNS VON OBEN BIS UNTEN AN UND SCHICKEN UNS NACHHAUSE DANN.

    SPÄTESTENS DA...GIBT ES KEINE BANKENKRISE , SONDERN WIR WERDEN WIEDER ERPRESST VON DEN BANKEN.


  • 15.01.2013, 18:13 Uhrr-tiroch@t-online.de

    Banken sind keine Bedrohung mehr? haben genug polster? risiken in den Bilanzen sind weg? gewaltiges Eigenkapital? ja sind die Schulden der USA denn auch wg? ja was geschehen da nur für Wunder seit dem Münztrick? habe ich was versäumt, oder gehört nun warren Buffet auch zu den märchenerzählern?

  • 15.01.2013, 14:53 UhrPollky

    An seiner Stelle klingt es logisch die Banken mit solchen persönlichen Garantien zu stützen. Wer Milliarden investiert hat, wird wohl kaum vorhersagen, dass sie bei der anstehenden Staatsanleihen-Blase völlig zerlegt werden könnten.

    Dank IFRS können sich die Banken die Bilanzen ja auch wunderbar schön rechnen, nur so war es ja möglich, dass deutsche Banken im März 2009 aus heiterem Himmel hohe Gewinne melden konnte.

    In meinen Augen klare Irreführung, man könnte genauso sagen, dass Staatsanleihen nach wie vor mündelsichere Geldanlagen sind ...

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