Börse Inside

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Warren Buffett: Die rechte Hand des Orakels

Was wird aus seinem Imperium, wenn Warren Buffett in Rente geht? Während sich Nachfolger in Stellung bringen, fördert der Investor eine junge Frau: Tracy Britt. Mit nur 28 Jahren hat sie bereits großen Einfluss.

Tracy Britt: Der aufsteigende Stern im Imperium von Warren Buffett. Fotoquelle: Sreenshot/ LeanIn.org
Tracy Britt: Der aufsteigende Stern im Imperium von Warren Buffett. Fotoquelle: Sreenshot/ LeanIn.org

New YorkWie sehr Tracy Britt die Sache mit den Tomaten und dem Mais bei ihrem größten Karriereschritt geholfen hat, wird wohl nie geklärt werden. Geschadet hat es ihr aber sicher nicht.

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Es war im Jahr 2009, als Britt, damals Mitte 20, ihren späteren Mentor traf: Warren Buffett, Starinvestor, drittreichster Mann der Welt und Chef des Firmenkonglomerats Berkshire Hathaway. Mitgebracht hatte sie einen MBA-Abschluss der Harvard Business School, einen üppigen Lebenslauf, viel Ehrgeiz – und eben Maiskörner und Tomaten.

Das Geschenk sollte die gemeinsame Herkunft symbolisieren, der Mittlere Westen der USA. Britt stammt von einer Farm in Manhattan, Kansas. Der 82-jährige Buffett wuchs in Omaha, Nebraska auf, und führt auch heute noch von dort aus sein 284-Milliarden-Dollar-Imperium.

Wer ist Warren Buffett?

  • Die Grundlagen

    Warren Buffett, geboren am 30. August 1930 in Omaha, Nebraska, war seit frühester Kindheit von Zahlen fasziniert. Sein Vater besaß ein Lebensmittelgeschäft und war Aktienhändler. Mit acht Jahren las er Bücher über die Börse, mit elf arbeitete er in einem Brokerhaus.

  • Der Förderer

    Buffett verschlang das Buch von Professor Benjamin Graham „Intelligent Investieren“ und ging zu ihm an die Columbia Business School. Graham gefiel der junge Mann auch und er lud ihn ein, mit in seinem Unternehmen zu arbeiten. Als sich Graham 1956 zur Ruhe setzte, ging Buffett mit dem verdienten Geld sowie geliehenem zurück nach Omaha und gründete mit 25 Jahren eine Investment-Beteiligungsgesellschaft.

  • Buffett Partnership , LTD

    Die Gesellschaft hatte sieben Teilhaber, die zusammen gut 100.000 Dollar einzahlten. Sie bekamen jährlich sechs Prozent ihrer Anlagesumme und 75 Prozent des Gewinns. Die übrigen 25 Prozent gingen an Buffett.

  • Der Aufstieg

    Obwohl der Dow Jones in fünf der nächsten 13 Jahre fiel, vermehrte er das Geld um knapp 30 Prozent jährlich. Kein Wunder, dass immer mehr bei ihm investieren wollten. 1962 begann er außerdem, Aktien von Not leidenden Firmen zu kaufen. So auch die einer Textilfirma namens Berkshire Hathaway.

  • Berkshires Umwandlung

    Nachdem sich die Buffett Partnership aufgelöst hatte und alle Gesellschafter ausgezahlt worden waren, übernahm Buffett Berkshire Hathaway mit seinem Anteil von 25 Millionen Dollar. Damit begann eine Erfolgsgeschichte, die inzwischen 40 Jahre währt und legendär geworden ist. Berkshire wurde von der Textilfirma zur Beteiligungsgesellschaft.

  • Buffetts Bilanz

    Buffetts wesentliches Ziel war lange Jahre, den Buchwert von Berkshire Hathaway um jährlich 15 Prozent zu steigern. Doch das übertraf er bei weitem. Innerhalb von 40 Jahren steigerte sich das Eigenkapital zudem von 22 Millionen Dollar auf 69 Milliarden Dollar, der Buchwert pro Aktie von 19 auf knapp 60.000 Dollar. Dabei unterliegt Berkshire Hathaway der Einkommen- wie auch der Kapitelertragsteuer.

  • Das Prinzip

    Buffett mag es, „Gewissheiten mit Abschlag“ zu kaufen, wie er es formuliert. Ihm liegt also viel daran, dass die Vorhersehbarkeit der Entwicklung eines Unternehmens vorhanden ist. Und Buffett kauft nur dort, wo er das Geschäftsmodell vollkommen versteht. Das nennt er „Kompetenzradius“. Ihm liegt viel an geringen Schulden, hoher Kapitalrendite und einer guten Führungsmannschaft.

  • Das Dilemma

    Buffett hat sehr oft ein Problem: Die Aktien, die er kaufen will, werden nur selten mit Preisabschlägen gehandelt. Zumindest in den Branchen, wo sein „Kompetenzradius“ liegt. So viel Glück wie bei Amex hat man eben nur selten.

  • American Express

    Das erste und wichtigste Investment war American Express (Amex). 1962 fiel die Aktie der Kreditkartenfirma nach einem Skandal über Nacht von 65 auf 33 Dollar. Buffett hielt Amex grundsätzlich aber für stark und handelte zielstrebig. Er nahm 13 Millionen Dollar in die Hand – immerhin 40 Prozent des Gesamtvermögens seiner Gesellschaft. Der Börsenkurs stieg und Buffett sackte allein in den ersten beiden Jahren einen Profit von 20 Millionen Dollar ein.

  • Das Versicherungsgeschäft

    Im März 1967 kauft Berkshire Hathaway für 8,6 Millionen Dollar Aktien von zwei Versicherern: National Indemnity Company und National Fire and Marine Insurance Company. Es war der Beginn einer phänomenalen Erfolgsstory in dieser Branche. Sie passte perfekt zu Buffetts Anlagestrategie. Es folgten weitere Zukäufe, unter anderem auch bei Rückversichern wie General Re. 

  • Washington Post

    Buffetts Geschichte mit dem Medienkonzern ist in zweifacher Hinsicht eine besondere: Zum einen half er der Geschäftsführung in schwierigen Zeiten entscheidend weiter, zum anderen mehrte der spätere Erfolg sein Vermögen. Die Investition hat sich ungefähr verfünfzigfacht. Aber vor allem „zementierte“ die Post laut Finanzjournalisten Buffetts Ruf als „Meister-Investor“ in den 70er-Jahren.

  • Coca-Cola

    Buffett liebte Coca-Cola seit Leben lang. Doch die ersten Aktien kaufte er erst 1988. Das Unternehmen passt perfekt zu Buffetts Vorliebe, große Kapitalmengen mit hoher Investitionsrendite einsetzen zu können. Die bekannteste Marke der Welt ist für Bufett auch das wertvollste Geschäftskonzept der Welt. Cherry Coke ist heute übrigens das offizielle Getränk der Hauptversammlungen von Berkshire Hathaway.

  • Gillette

    Rasierklingen brauchen die Menschen auch in Krisenzeiten. Buffetts Interesse an Gillette erwachte in den 80er-Jahren. Damals galt das Unternehmen an der Wall Street als reifes, langsam, aber stetig wachsendes Unternehmen – also perfekt für eine Übernahme durch Berkshire Hathaway. Als Gillette 1991 einen Aktiensplit vornahm, bekam Berkshire Hathaway für seine Vorzugsaktien elf Prozent der Stammaktien. Der Wert der Investition stieg innerhalb von zwei Jahren von 600 Millionen auf 875 Millionen Dollar.

  • Fruit of the Loom

    Fruit of the Loom gehört seit 2002 zu Berkshire Hathaway. Das Unternehmen stellt rund ein Drittel der Herren- und Jugendwäsche her, die in den USA verkauft wird. Buffett gab 835 Millionen Dollar für Fruit of the Loom aus.

  • Clayton Homes

    Ebenfalls im Jahr 2002 entschied sich Buffett, Clayton Homes zu übernehmen. 1966 durch den Sohn eines Farmpächters gegründet, ist das Unternehmen heute der größte Fertighaushersteller der USA. Die Idee entstand übrigens auch, weil sich Buffett über die „fürchterlichen Verbraucherfinanzierungs-Praktiken“ aufregte.

  • Wells Fargo

    Im Oktober 1990 hat Berkshire Hathaway für 289 Millionen Dollar Aktien an Wells Fargo erworben. Das war damals sehr mutig, denn viele „Bären“ an der Wall Street wetteten auf den Niedergang der kriselnden Bank aus San Francisco. Doch Wells Fargo überstand die kritische Phase und war 2003 die einzige US-Bank mit dem Top-Kreditrating AAA.

Beide trafen sich in Omaha, und es sollte sich gelohnt haben, wie das „Wall Street Journal“ kürzlich berichtete. Heute ist Tracy Britt 28 Jahre alt und eine der wichtigsten Mitarbeiterinnen Buffetts bei Berkshire Hathaway.

Die junge Frau führt in der Riesen-Holding den Verwaltungsrat von gleich vier Firmen, die zusammen mehr als vier Milliarden Dollar umsetzen. Sie berät laut Journal das „Orakel von Omaha“ in Finanzfragen, begleitet ihn zu Geschäftsterminen und kutschiert in ab und an durch Omaha. Ihr Büro grenzt direkt an seines.

Das Porträt über Britt im „Wall Street Journal“ hat für einiges Aufsehen in der Finanzwelt gesorgt. Baut der alternde Investment-Guru da eine Managerin auf, die einmal große Aufgaben bei Berkshire übernehmen soll, die vielleicht irgendwann selbst das Reich führen könnte?

  • 18.06.2013, 15:44 Uhrjung_gutausgebildet_weiblich

    Wow, da scheint der Neid aus Ihnen zu sprechen.
    Das Warren Buffett einen Paris Hilton Klon in solch einer exponierten Position anstellen würde kann ich mir nur schwerlich vorstellen. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die ersten drei Kommentare nicht hätten gelöscht werden müssen wenn der Artikel von einem Mann gleichen Werdegangs und Alters gesprochen hätte.
    Aber die Gleichberechtigung ist ja längst erreicht und Frauen haben exakt die gleichen Karrierechancen wie Männer und werden nur aufgrund ihrer Kompetenzen wahrgenommen...
    Und ja ich bin jung, gut ausgebildet und weiblich

  • 17.06.2013, 20:33 Uhrjargondefriaul

    Kommt sie aus der Modebranche? Hat sie gar Gene zu Paris Hilton? Buffet drängt es nochmals, jung zu sein, zu fühlen. Die Frau hat ganz sicher nie Aktien gekauft, gehalten, Verluste ausgehalten. Sondern eher das neueste iPhone gekauft um durch die Gegend zu zirpen und simsen, iphonen.

  • 16.06.2013, 21:17 UhrMaceMcLain

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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