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Bulle & Bär: Die Liquidität ist die Keimzelle der nächsten großen Blase

In der Krise haben die Notenbanken die Gelddruckmaschine angeworfen und riesige Mengen an Staatsanleihen erworben. Bedenklich ist: Ein Ende des „Beinahe-Null-Zins“ ist nicht absehbar und die Gefahr real, dass dieser riesige Ozean an Liquidität zur Keimzelle der nächsten Blase wird.

Quelle: ap
Quelle: ap

FRANKFURT. Noch immer tun sich zahlreiche Anleger mit der „neuen Normalität“ sehr schwer. Wer hätte nach zwei Dekaden Zinsrückgang etwa vor zwei Jahren geglaubt, dass der Kapitalmarktzins weiter in Richtung Null tendieren würde. Eigentlich hatte sich die Welt wegen der gigantischen staatlichen Kapitalnachfrage auf höhere Zinsen eingestellt.

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Doch was geschah? Notenbanken hebelten auf Druck der Regierungen die Marktwirtschaft aus und brachten zum wiederholten Mal den Faktor Liquidität ins Spiel. Sie druckten Geld (meist auf virtuelle, also buchhalterische Art) und erwarben riesige Mengen an Staatsanleihen. So verliehen sie dem Bullenmarkt bei Bonds neue Nahrung.

Bedenklich ist: Ein Ende dieses künstlich verstärkten Zinssenkungstrends ist nicht absehbar. Die stark in ihrer Unabhängigkeit eingeschränkten Notenbanken sind unglaubwürdig, weil sie beim Thema Exit-Strategie zu vage sind. Eine Wende in der „Geldpolitik der Üppigkeit“ ist nur schwer vorstellbar. Im Gegenteil: Die Finanzmärkte dürften wegen konjunktureller Unwägbarkeiten nach dem Auslaufen staatlicher Hilfen weiter mit Liquidität überschwemmt werden. Die Banken dürften zudem die Gelegenheit, sich zum „Beinahe-Null-Zins“ zu refinanzieren, reichlich nutzen.

Börsen reagieren auf Liquidität

Dieser Faktor des üppigen und billigen Geldes ist entscheidend für den Aktien-Trend. Wichtiger als reine Unternehmenszahlen wie Gewinne und Dividenden sind bei Aktien weichere Faktoren wie Liquidität, Hoffnung und Zukunft. Die an den Finanzmärkten vagabundierende Liquidität dürfte daher in den kommenden Wochen auch in Aktien fließen. Denn diese Anlageklasse kann sehr viel Positives in die Waagschale werfen.

Ein Pluspunkt ist vor allem darin zu sehen, dass große Teile der privaten Wirtschaft (mit Ausnahme der Banken) in den vergangenen Jahren solide und erfolgreich gewirtschaftet hat. Die Unternehmen haben als Folge einen gigantischen Liquiditätsberg angehäuft, den der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan allein für die US-Unternehmen jetzt auf fast zwei Billionen US-Dollar beziffert hat.

Zusammen mit den riesigen Geldmengen, die die Notenbanken im Zuge der Krise weltweit kreiert haben, ergibt sich also ein gigantischer Investment-Pool, der zu einem großen Teil in die Wertpapiermärkte fließen wird. Die Gefahr, dass dieser riesige Ozean an Liquidität zum Nukleus der nächsten Blase wird, ist real. Wenn Regierungen und Notenbanken derzeit die „bösen Spekulanten“ für Turbulenzen an den Märkten verantwortlich machen, sollten sie auf der Suche nach den Schuldigen vor Inbetriebnahme des Mundwerks besser ihr Gehirn einschalten.

  • 10.08.2010, 16:00 UhrAnonymer Benutzer: Der Finanzschrauber

    1. Die Masse der Zentralbanken sind keine unabhängiggen staatlichen behörden, sie befinden sich letztlich in privater Hand. 2. Das Zinsniveau entwickelt sich nicht im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, es wird von der Zentralbank festgesetzt und in unterschiedlichem Maße von den privaten Geschäftsbanken umgesetzt. Auf der Habenseite i.d.R. sehr schnell, auf der Sollseite i.d.R. so gut wie gar nicht. Wo ist da der Markt?!?! 3. Die Zentralbanken fluten den Markt mit Liquidität, sie weitet also die Geldmenge kräftig aus. Noch verbleibt diese enorme zusätzlich Geldmenge aber im Finanzsektor und treibt hier die Kurse an den börsen nach oben. 4. Würde diese zusätzliche Geldmenge in die Realwirtschaft, auf die Gütermärkte gelangen, würden die Preise förmlich explodieren. Dies erklärt auch, warum trotz dieses zusätzlichen Geldes die Wirtschaft unter einer Kreditklemme leidet. 5. Diese zusätzliche Geldmenge kann und wird nicht für immer im Finanzsektor bleiben und bleiben können. Wird sie im Finanzmarkt abgezogen, gehen die börsen in den Keller. Kommt sie auf den Gütermarkt explodieren die Preise. So oder so ... rumpeln wird es in absehbarer Zeit.

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