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Bulle & Bär: Geldanlage gilt als uncool - leider

Die Deutschen werden immer muffeliger – zumindest was das Thema „Sparen für später“ betrifft. Unkenntnis und Desinteresse sind eben eine unvorteilhafte Kombination.

Der Spartrumpf ist wahrscheinlich die bekannteste Art Geld zu horten - doch sicherlich nicht die sinnvollste. Quelle: dpa
Der Spartrumpf ist wahrscheinlich die bekannteste Art Geld zu horten - doch sicherlich nicht die sinnvollste. Quelle: dpa

Frankfurt Themen wie Geldanlage und private Altersvorsorge machen den meisten Menschen im Land keinen Spaß, sie gehen lieber zum Zahnarzt als zum Finanzberater. Eine neue Umfrage zeigt nun, dass sich die ohnehin negative Grundhaltung weiter verschlechtert hat. Immer weniger Menschen wollen sich mit dem Sparen fürs Alter beschäftigen. Das gilt vor allem für junge Leute und Menschen mit geringeren Einkommen.

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Wie die Marktforschungsgesellschaft Forsa für den Fondsanbieter Union Investment bei 500 Anlegern erfragte, halten es nur noch zwei Drittel der Menschen für nötig, sich mit dem Thema zu befassen. Vor einem Jahr meinte dies noch über ein Zehntel mehr. Und zwischen der Einsicht in dieses notwendige Übel und tatsächlichem Handeln klafft mitunter eine Riesenlücke. Neben Beziehern niedriger Einkommen kehren vor allem junge Menschen zwischen 20 und 29 Jahren dem ungeliebten Alterssparen den Rücken. Nur noch rund 30 Prozent haben sich mit ihrer Altersvorsorge beschäftigt – vor zwei Jahren waren es noch doppelt so viele. Ein Grund: Über Gelddinge Bescheid zu wissen, gilt bei vielen als uncool, sagen Jugendforscher. Fatal ist aber, dass gerade diese beiden Gruppen es sich am wenigsten leisten können, auf regelmäßiges Sparen zu verzichten. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Jugend darf immer weniger darauf vertrauen, dass die leeren Sozialversicherungstöpfe sie im Alter durchfüttern. Und Haushalte mit geringen Einkommen gehören meist auch im Alter nicht zu den Beziehern hoher Einnahmen.

Unbekannte Entgeltumwandlung

Ein wenig Mut macht, dass die meisten offenbar nicht aus finanziellen Gründen das Sparen ablehnen. Gefragt danach, warum Anleger etwa keinen Vertrag für die staatlich geförderte Riester-Rente abgeschlossen haben, nannte nur ein gutes Drittel, kein Geld übrig zu haben. Bei den Jüngeren sagte das sogar nur ein Viertel.

Unkenntnis über das eigene Recht scheint eher ein Grund zu sein. So hat demnach schon fast jeder von der stark beworbenen Riester-Rente gehört. Aber nicht einmal die Hälfte der Deutschen kennt das Recht auf Entgeltumwandlung. Dabei empfehlen unabhängige Berater Arbeitnehmern dringend, zuerst diese betriebliche Form der Altersvorsorge auszunutzen. Denn hier spart jeder Steuern und Sozialabgaben, oft zahlt der Arbeitgeber etwas dazu.

Wenig hilfreich ist sicher, dass die eigene Lage in zig Jahren kaum abschätzbar ist, das Thema trocken daherkommt und Bank- und Finanzberater derzeit wenig Vertrauen genießen. Doch im Zweifel sollte man lieber etwas zurücklegen, geht es doch um etwas, das jeden interessiert – die eigene Zukunft.

  • 28.06.2011, 08:19 UhrAnonymer Benutzer: Bruno

    Weil Riestersparer "bestraft" werden und jährlich Geld verlieren! Bei einer Inflationsrate von gegenwärtig 2,6 Prozent müsste der Sparer vor Steuerabzug (26,375 % Zast incl.Soli) 3,8 Prozent Zinsen bekommen. Dieses ist aber nur "Kapitalerhalt" - keine Kapitalvermehrung! Die staatlichen Förderzuschüssen kassieren schon die Banken an Gebühren!
    Mit der Privatisierung der Altersvorsorge hat man den "kleinen Leuten" einen "Bärendienst" erwiesen und eine zusätzliche Geldquelle für die Banken erschlossen!

  • 21.06.2011, 14:23 UhrAnonymer Benutzer: Sylvia

    "Unkenntnis und Desinteresse"

    Das würde ich jetzt absolut nicht so sehen.
    Nie konnte der Bürge/r über das, - bisher möglichst still ablaufende Finanzunwesen, - derart viel in Erfahrung bringen, informiert sein. Auf so Manchen wird das mehr als abschreckend und abstoßend wirken, welche politischen und wirtschaftlichen Abgründe sich im Zusammenhang mit dieser Finanz- und Schuldenkrise vor ihm auftun.

    Der angepeilte Anleger hat schlicht nach 2 Börsenkrisen binnen nicht einmal 10 Jahren die Schnauze voll von diesen "Anlage"konstrukten. Hat keinen Bock mehr, den letzten Spieler in einem von anderen geschaffenem Schneeballsystem zu geben. Das nur der Einkommenserhöhung von Ersteinsteigern, Insidern und Managern, Boni- und Provisions-Vermehrung einiger Weniger dient.

    Und sparen, wofür? Damit sich Vater Staat später mit seinen "Geschäftsmodellen" H4 oder Altenpflege auf unsere Kosten schont? Lebe jetzt, zahle später - in anderen Ländern scheint sich das doch bewährt zu haben? Wer spart, wird zum "Dank" als Ausfallbürge für Verschwender in die Pflicht genommen.

    Deutschlands Sparer dürften einen Teil des deutschen (noch) AAA-Rankings darstellen. Deren ersparte 5 Bio. geben doch eine hübsche Sicherheits-Hinterlegung für die plötzlich so sicherheitsbewußt werdenden "Märkte" ab.

    Hier läuft ein gigantischer, evtl. Generationen lang anhaltender, Vertrauensverlust. Nur, auch das WILL man noch nicht sehen. Trotzdem wird die Rechnung seitens der Verbraucher folgen, davon bin ich überzeugt.

  • 21.06.2011, 13:35 Uhrguru2000

    Wen wunderts, wenn Sparkassen und Banken nur noch Verkäufer anstatt Berater beschäftigen.

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