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Bulle & Bär: Warum die Börse zur Zockerbude verkommt

Private Investoren, die keine Zeit haben, jeden Tag ihr Depot anzupassen, brauchen stärkere Nerven als früher. Sie müssen eine bewegliche Strategie zurechtlegen – in der Hoffnung, damit den Kopf über Wasser zu halten.

Die Börse ist immer wieder und immer mehr zu einer Art Zockerbude verkommen. Quelle: dapd
Die Börse ist immer wieder und immer mehr zu einer Art Zockerbude verkommen. Quelle: dapd

DüsseldorfDie Aktienbörse ist zurzeit tückisch wie ein lauerndes Krokodil: An manchen Tagen beinahe unbewegt, und dann schlägt sie plötzlich los mit einem Kurzzeit-Crash, der die Anleger ärmer macht.

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In den letzten Jahren ist die Börse immer wieder und immer mehr zu einer Art Zockerbude verkommen. Kein Wunder, dass sich viele Privatleute in Deutschland schon Anfang des Jahrtausends verabschiedeten, nachdem sich der Neue Markt und weite Bereiche der Tech-Titel innerhalb kürzester Zeit, gemessen am Börsenwert, in Luft aufgelöst hatten. Aber auch in New York klagten Börsenveteranen wie der Broker Ted Weisberg schon vor dem Ausbruch der Finanzkrise, dass die Privatanleger das Interesse verlieren. Weisberg sieht vor allem in der Zunahme des Computerhandels einen Grund dafür, dass die Kursbewegungen noch hektischer und erratischer werden, so dass Kleinanleger das Gefühl haben, die Börsenwelt nicht mehr zu verstehen.

Mit dem Beinahe-Zusammenbruch des internationalen Bankensystems und der Euro-Krise wurde alles noch schlimmer. Und in den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass in politisch labilen Zeiten die Gefahr der Marktmanipulation wächst. Immer wieder melden sich Experten zu Wort, die von Insiderhandel sprechen. Gleichzeitig haben es Hedge-Fonds nicht schwer, unsichere Stimmung zu verbreiten, nachdem sie „short“ gegangen sind, also auf fallende Kurse spekuliert haben. In den nächsten Wochen, wenn die Parlamente, vor allem der Deutsche Bundestag, über das neue Euro-Rettungs-Konzept beraten, kann es wieder Phasen der Unsicherheit geben, wenn unklar wird, ob dieses Konzept überhaupt wie geplant durchkommt.

Welche Strategie bleibt dem Privatanleger? Gute Aktien mit hoher Dividende kaufen und liegen lassen geht im Prinzip nur noch, wenn man sich vornimmt, die nächsten zehn Jahre oder noch länger nie auf den Kurs zu schauen. Aber das tut ja doch keiner. Ständig umschichten macht aber viel Arbeit, kostet einiges und bringt häufig nur wenig. Möglicherweise geht es mit einer Kombination: in ein paar Qualitätstitel nach dem Augen-zu-Prinzip investieren und gleichzeitig versuchen, die großen Kursschwankungen mit börsengehandelten Fonds, die den ganzen Index abbilden, aufzufangen. Die Chance, dass das klappt, liegt bei 50 Prozent. Aber wer jeden Crash einfach aussitzt, ärgert sich auch nur schwarz.

Es gibt natürlich auch Fonds, die versprechen, die Schwankungen zu glätten – manche sogar mit Hedge-Fonds-Strategien, also ausgefuchster, häufig computergesteuerter Finanztechnik. Das Problem hier: Man kauft ein kompliziertes Produkt und hat keine Chance, es auch nur ansatzweise zu verstehen.

  • 20.09.2011, 18:09 UhrAnonymer Benutzer: Kronecker

    Wem das alles zu schnell geht, ist mit dem Sparbuch besser dran.

  • 20.09.2011, 17:17 UhrBastian

    @WolfgangPress ... das Volumen mit dem kurzzeitig gehandelt wird übersteigt bei weitem das Investitionsvolumen von "echten" Investoren!!!

  • 20.09.2011, 17:15 UhrBastian

    @daytrader ... das ist so süss! Wissen Sie eigentlich wovon Sie reden? Überlegen Sie sich doch einfach mal was passiert wenn alle (wie es gerade der Fall ist) ihre Kaufentscheidung nur nach dem Aktienkurs richten? Sie kaufen wenn der Kurs steigt, wenn er weiter steigt kaufen Sie mehr ... Sie merken wo das hinführt? Gäbe es rational handelnde Menschen auf dem Parkett würde dieser Teufelskrei unterbrochen ...

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